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VonUlrike Pickert

Schonende Hüft-OP mit minimal-invasiver Technik

Schnell wieder fit bei vollem Krafterhalt

Der Ersatz des Hüftgelenks ist seit vielen Jahren ein Standardeingriff. Dennoch kommt es bei einigen Patienten zu unerwünschten Begleiterscheinungen wie Schmerzen, Hinken oder Wundheilungsstörungen. Prof. Dr. Fritz Thorey von der ATOS Klinik in Heidelberg verwendet seit längerer Zeit einen minimal-invasiven Operationszugang, welcher diese Nachteile weitgehend vermeidet. weiterlesen

VonRedaktion

Hüftprothese schonend mit AMIS-Technik

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Die Motoren der Hüfte erhalten

Der Einsatz eines künstlichen Gelenks befreit Arthrosepatienten von zwei wesentlichen Einschränkungen: Schmerzen und limitierter Beweglichkeit. Durch einen speziellen Zugangsweg zum Hüftgelenk von vorn profitieren sie noch früher von einer vollen Mobilität. Im Endoprothetikzentrum der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München (LMU), Campus Großhadern (Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson), wird dies unter anderem von PD Dr. Patrick Weber und Dr. Arnd Steinbrück erfolgreich durchgeführt.

Die Abkürzung AMIS steht für „Anterior Minimal Invasiv Surgery“ und bezeichnet damit eine minimalinvasive Operationstechnik von der vorderen Körperseite aus. Zwar ist dabei auch der Hautschnitt und somit die spätere Narbe kürzer als bei anderen Zugangswegen zum Hüftgelenk, doch viel wichtiger ist die Muskelschonung im Innern. „Hierbei handelt es sich um den einzigen Zugang an der Hüfte, der nicht nur die Muskeln schont, sondern auch – im Gegensatz zu anderen Zugängen – zwischen den Nervenbahnen verläuft“, erklärt Dr. Weber. Genutzt werden dafür natürliche Muskellogen, die an dieser Stelle bestehen. So können Muskeln und Nerven vergleichbar mit einem Vorhang auseinandergehalten werden, um nach der Implantation wieder funktionsfähig zurückzugleiten. Bekannt ist diese Möglichkeit schon lange, aber erst ein speziell entwickeltes Equipment hat die Anwendung bei künstlichem Gelenkersatz an der Hüfte ermöglicht, wie Dr. Steinbrück berichtet: „Für das AMIS-Verfahren ist der spezielle OP-Tisch essenziell, da wir damit eine ganz bestimmte Beinhaltung erreichen, die uns den Zugang zum Oberschenkelknochen erlaubt.“

Schnelle Rehabilitation, verbesserte Voraussetzungen für spätere Revision

„Besonders die Gesäßmuskulatur ist wichtig für alle Hüftbewegungen. Muss dieser Muskel für die Implantation durchtrennt werden, dauert es viel länger, bis die Patienten wieder voll einsatzfähig sind“, berichtet Dr. Steinbrück. Nach der AMIS-Methode kann der Patient in der Regel bereits am ersten Tag nach der Operation aufstehen und gehen. Dr. Weber: „Dabei haben die Patienten ein deutlich besseres Gefühl für ihr neues Gelenk aufgrund der guten Kapsel- und Muskelspannung. Die Rehabilitationszeit ist kürzer als nach Traumatisierung der Muskulatur.“

Ein weiterer Vorteil durch den Zugang besteht in längerfristiger Hinsicht, bei einer möglichen Revision: „Wenn die Endoprothese später einmal aufgrund ihrer endlichen Lebensdauer ausgewechselt werden muss, steht weniger Knochen zum Verankern der Prothese zur Verfügung. Dafür findet man jedoch meist eine Lösung. Eine stark vorgeschädigte Muskulatur hingegen ist schwieriger zu bewältigen. Wurde die Muskulatur beim Ersteingriff aber völlig in Ruhe gelassen, sind die Ergebnisse der Revision mit einer kräftigeren Muskulatur viel besser. Denn diese spielt eine wesentliche Rolle für die Gelenkstabilität“, so Dr. Steinbrück. Weitere Pluspunkte sind ein geringeres Risiko für eine Luxation des Gelenks und für die Ausbildung der sogenannten heterotopen Ossifikation als Folgeerkrankung.

Die Einsatzmöglichkeiten dieses Verfahrens sind dabei nur wenig beschränkt, bei normalen anatomischen Verhältnissen ist es gut anwendbar. Auch Patienten mit Oberschenkelhalsbrüchen oder Übergewichtige können so operiert werden. Ältere Betroffene profitieren ebenso davon wie solche mit Begleiterkrankungen, da für diese Patientengruppen oft eine längere Zeit der Immobilität belastend ist. „Allein wenn eine stark veränderte Anatomie vorliegt, wie z. B. bei einer Fehlstellung oder wenn bereits in der Vergangenheit eine Osteotomie, also eine Knochenumstellung, durchgeführt wurde, ist der AMIS-Zugang nicht geeignet. Ansonsten sind unsere Erfahrungen sehr gut damit, auch hinsichtlich der Prothesenwahl gibt es kaum Einschränkungen“, so Dr. Weber.

aus ORTHOpress 3-2016

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

PD Dr. Patrick Weber,
Dr. Arnd Steinbrück
Klinik und Poliklinik für Orthopädie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München (LMU), Campus Großhadern (Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson)
Marchioninistraße 15 81377 München
Tel.: 089 / 44 00 - 737 90
info.ortho.physmed@med-uni-muenchen.de
www.orthopaedie-grosshadern.de

VonRedaktion

Mit neuer Hüfte schnell wieder einsatzbereit

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Hüftendoprothese minimalinvasiv nach der AMIS-Methode

Bereits am ersten Tag nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes das operierte Bein wieder belasten zu können, ist kein Wunschdenken mehr. Zum Wohle des ganzen Körpers ist der Zugang durch natürliche Muskellücken ideal. Der Stuttgarter Orthopäde Dr. Johannes Quercetti gehört zu den Spezialisten, die das minimalinvasive Operieren nach der AMIS-Methode beherrschen und darin erfahren sind. Die Vorteile und das Vorgehen der Technik führt er im Interview näher aus. 

Herr Dr. Quercetti, mit ca. 220.000 Hüftgelenk-OPs im Jahr ist dies ein recht häufiger chirurgischer Eingriff. Was sind die Indikationen dafür?

Dr. Quercetti: Komplizierte Schenkelhalsbrüche und Hüftkopfnekrosen können eine Indikation sein. Die Arthrose am Hüftgelenk ist aber der häufigste Grund. Dabei nutzt der stoßdämpfende Gelenkknorpel übermäßig ab und es kommt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Erkrankung ist fortschreitend und ihre Symptome können in den Anfangsstadien mittels konservativer Behandlungsverfahren wie z. B. einer Kombination aus Physiotherapie und Medikamenten oder auch Injektionsverfahren gelindert werden. Wenn die Patienten bei stärkeren Abnutzungen deutlich in ihrer Aktivität eingeschränkt sind, sollte über einen Gelenkersatz nachgedacht werden. Natürlich ist dies immer eine individuelle Entscheidung, die nicht leichtfertig getroffen werden sollte und bei der wir unsere Patienten unterstützen.

Computerplanung

postoperatives Ergebnis

Dass die OP so oft durchgeführt wird, bedeutet aber doch auch, dass die Operateure sehr erfahren darin sind. Worüber müssen sich die Patienten dann Gedanken machen?

Dr. Quercetti: Die moderne Hüftendoprothetik ist eine Erfolgsgeschichte. Dabei werden die verschlissenen Gelenkanteile durch künstliche ersetzt, sodass dann in der Regel später wieder ein normales Leben mit sportlicher Aktivität möglich ist. Der Weg dorthin ist aber nach den herkömmlichen Operationsverfahren oftmals nicht so einfach und meist langwierig. Denn hierbei werden Weichteile wie wichtige Muskelstränge durchtrennt, um an das Gelenk zu kommen. Ehe diese Verletzungen wieder geheilt sind, hat der Patient durch die erzwungene Schonung auch in der nicht-operierten Körperhälfte Muskelmasse verloren und es bedarf viel Disziplin und Geduld, um sie wieder aufzubauen. Daher dauerte die Rehabilitationszeit früher oft Monate.

Heute gibt es aber andere Möglichkeiten?

Dr. Quercetti: Die neueste Entwicklung, die bislang erst von wenigen Spezialisten angewendet wird, ist das Operieren nach der AMIS-Methode. Diese minimalinvasive Technik ist sehr schonend und die Patienten können schnell wieder normal gehen. Daher ist auch eine beidseitige Versorgung in einer Narkose gut möglich, zumal der Schmerz nach der Operation oft im Vergleich deutlich geringer ist.

Was ist eigentlich das Besondere an der AMIS-Methode?

Dr. Quercetti: Das Besondere ist der Zugang! Die Art des Gelenkaustauschs kann wie bei der klassischen Technik mit denselben Prothesenmodellen erfolgen. Die Abkürzung AMIS steht für „Anterior Minimal Invasive Surgery“ und beschreibt den Weg zum Hüftgelenk von vorn. Das Wichtigste dabei: Es werden keine Muskeln durchtrennt, sondern anatomisch natürliche Muskellücken als Zugang genutzt. Ein kleinerer Schnitt, keine Muskelverletzungen und weniger Blutverlust sind die Gründe für eine viel bessere Rehabilitation. Bereits am Abend nach der Operation können die Patienten in Begleitung ins Bad gehen und sich am nächsten Tag selbstständig bewegen. Die Muskulatur wird also zum einen nicht durch die Operation beschädigt und zum anderen bildet sie sich nicht durch eine Liegezeit zurück. Wenn die Endoprothese nach ca. 16 Wochen eingeheilt ist, steht der neuen Aktivität nichts im Wege. Auch viele Sportarten können problemlos ausgeübt werden.

Warum ist diese Methode dann noch kein Standard und wird nur von wenigen Spezialisten durchgeführt?

Dr. Quercetti: AMIS hat nur Vorteile für den Patienten im Ergebnis. Allerdings ist das Verfahren auch nicht ganz einfach und es bedarf viel Erfahrung seitens des Operateurs. Außerdem sind die Lagerung und Vorbereitung etwas aufwendiger. Das ist es aber meiner Meinung nach absolut wert. Wenn ich sehe, wie schnell und gut die Patienten wieder auf die Beine kommen, habe ich daran keinen Zweifel.

aus ORTHOpress 1-2017

Weitere Informationen:

Dr. med. Johannes Quercetti
Orthopädische Praxis
Schulter, Hüfte, Knie
Marktplatz 11
70173 Stuttgart
Tel.: 0711 / 46 99 66 00
www.quercetti.de

 

Überörtliche Gemeinschaftspraxis
mit der OCS Schorndorf
Dr. C. Fromm und
Dr. M. Müller-Eißfeldt
Schlichtenerstr. 105
73614 Schorndorf
Tel.: 07181 / 99 32 40
www.oc-schorndorf.de