Schlagwort-Archiv Osteoporose

Wenn der Knochenstoffwechsel gestört ist

VonUlrike Pickert

Unsere Knochen befinden sich, auch im Erwachsenenalter, in einem ständigen Umbauprozess. Knochenauf- und -abbau stehen bei Gesunden in einem relativen Gleichgewicht. Bei Erkrankungen des Knochenstoffwechsels ist dieses Gleichgewicht gestört. weiterlesen

Fragen und Antworten

Wie funktioniert der Knochenstoffwechsel?

Unter dem Knochenstoffwechsel versteht man den Auf-, Um-, und Abbau von Knochensubstanz. Sogenannte Osteoblasten sind für den Knochenaufbau zuständig, während die sogenannten Osteoklasten den Knochenabbau verantworten.

Was bedeutet ein erhöhter Knochenstoffwechsel?

Ein gesteigerter Knochenstoffwechsel kann bei verschiedenen Erkrankungen wie Knochentumoren, Knochenmetastasen und entzündlichen Gelenkerkrankungen auftreten.

Was braucht man für gesunde Knochen?

Phosphat und Kalzium sind besonders wichtig für feste Knochen. Ebenso Vitamin D, welches dafür sorgt, dass Kalzium in ausreichender Menge vom Körper verwertet werden kann.

Wirbelsäulenfrakturen

VonStefanie Zerres

Waltraud Gonselmann hat seit einiger Zeit dumpfe Rückenschmerzen, die auch nachts nicht aufhören – manchmal kann sie nur mit Schmerzmitteln einschlafen. Ihrer Tochter ist zudem aufgefallen, dass sie in den letzten Jahren ein ganzes Stück kleiner geworden ist und leicht vornübergebeugt geht. Die Geschichte kommt Ihnen bekannt vor? Das ist nicht unwahrscheinlich, denn fast jeder kennt jemanden, dem es ähnlich geht. Dass es sich dabei aber um die Symp-tome einer schweren Krankheit handeln kann, ist vielen nicht bewusst. weiterlesen

Fragen und Antworten

Kann ein Wirbelbruch heilen?

Wie andere Knochenbrüche auch, kann ein Wirbelbruch wieder zusammenheilen. Geprüft werden sollte, ob es sich um einen stabilen oder unstabilen Bruch handelt und er entsprechend unterstützt werden muss.

Kann man sich die Wirbelsäule brechen?

Wenn die Rede von einem Wirbelsäulenbruch ist, sind Frakturen einzelner Wirbel gemeint. Dazu kann es durch hohe Krafteinwirkungen oder bei einer schlechten Knochenqualität auch bei geringeren Krafteinflüssen kommen.

Was ist ein Sinterbruch?

Wenn ein Wirbelkörperbruch vorliegt, bei dem die einzelnen Teile ineinander zusammensinken, ist auch die Rede von einer Sinterungsfraktur.

Osteoporose – rechtzeitig behandeln und Folgeschäden vermeiden

VonUlrike Pickert

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine schleichende, teilweise auch schmerzhafte Erkrankung, die am Anfang oft kaum wahrgenommen wird, jedoch mit der Zeit zu einer großen Belastung für die Betroffenen werden kann. Der Grund dafür liegt darin, dass die Knochendichte mit fortschreitendem Alter abnimmt. weiterlesen

Fragen und Antworten

Was Kann man gegen Osteoporose tun?

Um das Risiko für eine Osteoporose zu mindern, empfiehlt es sich, nicht zu Rauchen, keinen übermäßigen Alkohol zu trinken und sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist ebenfalls wichtig. Dies gilt auch, wenn bereits eine Osteoporose vorliegt. Ausreichend Bewegung und ein spezielles Training können ebenfalls dazu beitragen, die Erkrankung aufzuhalten bzw. zu verlangsamen. In schwereren Fällen kann eine medikamentöse Therapie sinnvoll sein.

Was für Schmerzen hat man bei einer Osteoporose?

Zu Beginn treten keine sichtbaren Symptome auf. Mit der Zeit kommt es mitunter zu unspezifischen Schmerzen im Rücken oder in den Knien. Kommt es mit der Zeit zum Beispiel zu Wirbeleinbrüchen, sind Rückenschmerzen und ein "Buckel" die Folge.

Was sollte man bei Osteoporose nicht essen?

Menschen mit einer Osteoporose sollten besonders auf eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch, Wurst, Salz, Zucker und Fett achten. Besser sind Obst und grünes Gemüse. Nikotin und Alkohol sollten möglichst vermieden werden.

Schlittenprothese bei Kniearthrose

VonRedaktion

Es muss nicht immer der Totalersatz sein

Das Knie ist ein vielbelastetes und zudem komplexes Gelenk. Bei degenerativen Veränderungen, die nicht mehr mit konservativen Methoden zufriedenstellend behandelbar sind, sollte dem Rechnung getragen werden. Eine der Möglichkeiten dazu ist die Schlittenprothese. Welche Vorteile diese hat, erklärt im Gespräch der Chefarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Prof. Dr. Daniel Kendoff.

Herr Prof. Kendoff, wobei handelt es sich bei der sogenannten Schlittenprothese und bei welcher Art der Gelenkschädigung am Knie wird sie eingesetzt?

Prof. Kendoff: Die Schlittenprothese ist ein Teil-Oberflächenersatz, der eingesetzt werden kann, wenn sich der Knorpelschaden auf einen isolierten Abschnitt des Gelenks beschränkt. Das kann die äußere oder die innere Gelenkfläche sein, wobei letztere aufgrund von Beinfehlstellungen häufiger betroffen ist. Außerdem sollte das vordere Kreuzband noch intakt sein und eine gute Restbeweglichkeit bestehen. Bei gut 30 Prozent der von Kniearthrose betroffenen Patienten sind diese Voraussetzungen erfüllt und sie können von den Vorteilen der Prothese profitieren.

Welche Vorteile sind das?

Prof. Kendoff: Die Schlittenprothese ist eine kleine Endoprothese und kann minimalinvasiv eingesetzt werden. Der dazu benötigte Hautschnitt ist im Vergleich zur Operation bei einer Totalendoprothese halb so groß. Vor allem aber ist der Eingriff weniger belastend. Sowohl der Blutverlust und das Risiko einer Infektion als auch die postoperativen Schmerzen sind geringer. Somit kann der Wiedereinstieg in den Alltag schneller erfolgen. Von großem Vorteil ist weiterhin, dass nur wenig Knochen reseziert werden muss. Dadurch bestehen genügend Verankerungsmöglichkeiten und damit gute Voraussetzungen, falls ein Wechseleingriff erfolgen muss. Dies kann unter günstigen Voraussetzungen nach einer Standzeit von bis zu 20 Jahren der Fall sein. Außerdem ist das Empfinden der Patienten für ihr neues Gelenk – die Propriozeption – bei der Schlittenprothese im Vergleich zum Oberflächenersatz besser.

Im Röntgenbild: vordere Ansicht einer Schlittenprothese

Gibt es eine bestimmte Altersgrenze für die Schlittenprothese?

Prof. Kendoff: Nein, allein bei starker Osteoporose, also bei schlechter Knochenqualität, setzt man sie nicht ein. Ältere Patienten ziehen einen Vorteil aus dem minimalinvasiven Einsatz einer Schlittenprothese, weil es kein großer Eingriff ist und sie keiner längeren Immobilität ausgesetzt sind. Meistens sind die Patienten, die sich für den Eingriff eignen, allerdings jünger, wenn nicht beide Oberschenkelkondylen von der Arthrose betroffen sind. Häufig kommt es auch durch Verletzungen zu solch isolierten Knorpelschäden.

Wie schnell ist die Mobilität wieder gegeben? Ist die Sportfähigkeit mit einer Schlittenprothese eingeschränkt?

Prof. Kendoff: Bereits am Tag nach der Operation stehen sie unter Anleitung im Krankenzimmer auf. Nach vier bis fünf Tagen können die Patienten wieder nach Hause. Die Ansprüche an das Kunstgelenk sind nach der Heilung natürlich sehr unterschiedlich. Aber bis auf Kontaktsportarten können mit der Schlittenprothese alle gewünschten Aktivitäten aufgenommen werden.

Neben der Schlittenprothese, die Sie mit ca. 80 Fällen im Jahr recht häufig einsetzen, wenden Sie bei einer Arthrose, die nur die Kniescheibe betrifft, eine andere spezielle Endoprothese an.

Prof. Kendoff: Genau, die Endoprothese für das patellofemorale Gelenk, das aus der Kniescheibe und der Oberschenkelrolle besteht, bietet die Möglichkeit, nur den Gelenkanteil zu ersetzen, der geschädigt ist. Dies tritt vergleichsweise selten auf, ist für die betroffenen Patienten aber eine gute Lösung.

aus ORTHOpress 3-2016

Weitere Informationen:

Prof. Dr. med. Daniel Kendoff

Chefarzt / Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie

HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Schwanebecker Chaussee 50

13125 Berlin

Tel.: 030 / 94 01 - 523 00

Daniel.Kendoff@helios-kliniken.de

www.helios-kliniken.de