Altersosteoporose – Frauen und Männer gleichermaßen betroffen

Calcium und Vitamin-D3 sind unverzichtbar

Von Osteoporose, zu deutsch Knochenschwund, sind bereits 6 Millionen Bundesbürger betroffen. Da die Erkrankung zunächst beschwerdefrei verläuft, bleibt sie oft über Jahre unerkannt. Viele Menschen wissen daher lange Zeit nicht, dass sie zum Kreis der Osteoporosepatienten gehören. Es werden zwei Hauptformen unterschieden: Die Altersosteoporose, vom Arzt als ‚Senile Osteoporose‘ bezeichnet, und die so genannte ‚Postmenopausale Osteoporose‘, welche ausschließlich Frauen während und nach den Wechseljahren (= Menopause) betrifft. In dieser Ausgabe wird die Therapie und Diagnose der Altersosteoporose („senile“ Osteoporose), im nächsten Heft die postmenopausale Osteoporose analysiert. Breiten Raum nimmt in beiden Artikel die Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose ein. Unverzichtbar hierbei ist die Basistherapie mit Calcium und Vitamin-D3.

 

Senile Osteoporose geht alle an

Die Altersosteoporose, die meist jenseits des 65. Lebensjahrs einsetzt, betrifft Frauen und Männer gleichermaßen. Mit dem Anstieg der Lebenserwartung hat die Bedeutung des altersbedingten Knochenschwunds unweigerlich zugenommen. Heute ist dieser eine Volkskrankheit wie Diabetes und Rheuma. Trotzdem ist das Bewusstsein für diese Erkrankung noch sehr unterentwickelt. Nach wie vor herrscht die Vorstellung vor, dass brüchige Knochen genauso wie graue Haare zum Alter einfach dazugehören. Selbst viele Ärzte, die bei älteren Menschen neben dem Blutdruck regelmäßig Zucker- und Cholesterinwerte bestimmen, verlieren kaum ein Wort über das Thema Osteoporose in ihrer Sprechstunde.

 

Knochendichte und Bruchschwelle

Im Knochen wird ständig verbrauchte Knochenmaterie ab- und im Gegenzug neue aufgebaut. Bis zum dritten Jahrzehnt überwiegt der Knochenneuaufbau. Danach stellt sich ein Gleichgewicht ein. Auf- und Abbau halten sich die Waagschale. Spätestens ab 40 dominiert jedoch der Knochenverlust. Anfangs wird der innere Knochenbereich immer poröser, danach folgt die äußere Knochenschale. Folglich treten jetzt verstärkt Brüche am Oberschenkelhals-, Becken- und Unterarmknochen ein, da diese im täglichen Leben den größten Belastungen ausgesetzt sind. In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass ein gewisser Grad an Knochenschwund im fortgeschrittenen Alter unvermeidlich ist. Eine jährliche Abnahme der Knochenmasse von 1 bis 2 Prozent ist tolerabel. Sobald der Verlust sich darüber bewegt, wird von Osteoporose gesprochen. Bei älteren Frauen kann sich in Verbindung mit einer postmenopausalen Osteoporose die Verlustrate auf 4 Prozent erhöhen. Es ist dann lediglich eine Frage der Zeit, bis die Knochendichte unter einen kritischen Punkt – die so genannte „Bruchschwelle“ – gesunken ist.

Das Fatale ist, dass Osteoporose meistens über Jahre schleichend verläuft ohne größere Beschwerden zu bereiten. Dadurch wiegt sich der Betroffene in falscher Sicherheit – nicht ahnend, wie schlecht es um den Zustand seiner Knochen tatsächlich bestellt ist. Erst ein Knochenbruch mit eventuell einschneidenden Folgen führt die wahre Situation vor Augen. Dann ist es jedoch für viele Patienten zu spät. Nicht selten bedeutet ein Oberschenkelhalsbruch eine Zäsur. Das gewohnte Leben ist von heute auf morgen nicht mehr möglich. Selbst nach Ausheilung des Bruchs bleiben viele Senioren infolge bleibender Bewegungseinschränkungen dauerhaft pflegebedürftig. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass Schätzungen zufolge jeder vierte Patient mit Oberschenkelhalsbruch innerhalb des ersten Jahres nach dem Unfall verstirbt.

Doch soweit muss es nicht kommen, denn heute kann so gut wie jeder etwas gegen Altersosteoporose tun und das nicht erst im fortgeschrittenen Alter. Calcium, das dem Knochen den nötigen Halt verleiht, kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Daher ist es wichtig, rechtzeitig für eine ausreichende Zufuhr von Calcium und Vitamin-D3 zu sorgen. Warum das so ist, wird im nächsten Kapitel ausführlich erklärt.

 

Calcium/Vitamin-D3 – das unzertrennliche Paar

Die Mechanismen, die zur Altersosteoporose führen, sind noch in vielen Einzelheiten ungeklärt. Sicher ist jedoch, dass der Knochenschwund im Alter mit einem Calcium- und/oder Vitamin-D3-Mangel in enger Verbindung steht. Der Knochen muss sowohl elastisch als auch gleichzeitig fest und stabil sein. Seine Festigkeit erhält die Knochenmasse durch Einlagerung von Calciumsalzen in das flexible Knochengewebe (Osteoid), welches u.a. aus Eiweißverbindungen (Kollagen) besteht. Für den Einbau von Calcium in den Knochen ist Vitamin-D3 notwendig. Dieses Vitamin ist vorab bereits für die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung zuständig. Die Resorption findet im Darm statt.

Vitamin-D gehört zu den lebensnotwendigen Stoffen, die der Mensch selbst zu synthetisieren vermag. Bildungsort ist die Haut. Dort entsteht das Vitamin durch direkte Einstrahlung von Sonnenlicht. Die Haut des Menschen lässt jedoch in ihrem Synthesevermögen im Alter sukzessive nach. Erschwerend kommt hinzu, dass sich ältere Menschen im Vergleich zu jüngeren oft weniger im Freien bewegen und wenn, sich dann meist durch Kleidung stärker vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Das gilt besonders für die sonnenarme Winterzeit.

Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich dieses Defizit durch Umstellung auf besonders Vitamin-D-haltige Nahrungsmittel, beispielsweise Fisch, allein nicht ausgleichen lässt. Es muss daher bei Menschen im fortgeschrittenen Alter generell von einem Vitamin-D-Defizit ausgegangen werden. Folglich steht weniger Vitamin-D3 zur Regulierung des Calciumhaushalts zur Verfügung. Dann kann sogar ein Calciummangel trotz calciumreicher Ernährung eintreten. Während jüngere Erwachsene mit 1.000 mg Calcium auskommen, benötigen Frauen nach den Wechseljahren 1.500 mg und ältere Männer 1.300 mg pro Tag. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nehmen die Bundesbürger jedoch nur 600 mg mit der täglichen Ernährung auf.

Für viele Betroffene ist ein dauerhafter Ausgleich durch Zurückgreifen auf calciumreiche Ernährung zwar theoretisch möglich, in der praktischen Umsetzung aber langfristig nicht realisierbar. Optimale Calciumlieferanten sind beispielsweise Molkereiprodukte. Deren Verträglichkeit nimmt jedoch bei dem Gros der älteren Menschen infolge Verdauungsschwierigkeiten (z.B. Enzymmangel, Eiweiß-Unverträglichkeit) ab.

 

Dem Knochen geben, was er braucht: Calcium/Vitamin-D3

Der beschriebene Mangelzustand muss zum Wohle der Knochen vermieden werden. Das gilt zwar für alle Phasen des Lebens, für den 3. Lebensabschnitt aber nach dem Gesagten ganz besonders. Ein sicherer und preisgünstiger Weg diesem Vitamin- und Mineralmangel zu entgehen, ist die regelmäßige Einnahme eines Kombinationspräparats, das Calcium und Vitamin-D3 enthält. Besonders bewährt haben sich Kautabletten, die in medizinisch sinnvoller Dosierung 500 mg Calcium und 400 Internationale Einheiten (I.E.) Vitamin-D3 (z.B. Calcimagon®-D3) enthalten. Sie sind in jeder Apotheke rezeptfrei erhältlich.

Zweimal am Tag – am besten morgens und abends – sollten die Tabletten gekaut oder gelutscht werden, um eine optimale Calciumaufnahme zu erzielen. Calcium und Vitamin-D3 stellen als körpereigene Stoffe keine chemischen Fremdstoffe für den Organismus dar, sondern sind vielmehr eine natürliche Therapie mit entsprechend guter Verträglichkeit. Für weitergehende Beratung oder Rücksprache ist die Kontaktaufnahme mit einem  Apotheker oder Arzt anzuraten(*).

 

Auch Bisphosphonate und Fluoride „nie ohne“

Bei einer bereits diagnostizierten Osteoporose verordnet der Arzt spezielle rezeptpflichtige Präparate (z.B. Bisphosphonate, fluoridhaltige Medikamente). Diese können zwar effizient den weiteren Knochenabbau hemmen, einen Neuaufbau machen sie jedoch unzureichend und allenfalls indirekt möglich. Die erhöhte Gefahr eines Knochenbruchs ist dadurch keineswegs gebannt. Diese lässt sich nur über die Erhöhung der Knochendichte oberhalb der bereits erwähnten Bruchschwelle reduzieren. Dazu ist die unterstützende Einnahme von Calcium und Vitamin-D3 zur Einlagerung des Minerals in das Knochengewebe unverzichtbar. Nur so ist die Grundlage für eine wirklich effiziente Osteoporose-Behandlung geschaffen.

 

aus ORTHOpress 04|2002

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