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Hüfte “to go” – neues Hüftgelenk an einem Tag

VonArne Wondracek

Hüfte “to go” – neues Hüftgelenk an einem Tag

In Deutschland werden pro Jahr über 200.000 Hüftgelenke eingesetzt. Ein Standardeingriff, der jedoch in der Regel immer noch einen Krankenhausaufenthalt von ein bis zwei Wochen erfordert. In der EMMA-Klinik in Seligenstadt können die Patienten von Dr. Manfred Krieger die Klinik noch am gleichen Tag verlassen – wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind.

Hüfte to go – Fernsehbeitrag im ZDF-Servicemagazin “Volle Kanne”

Einladung zur diesjährigen Herzwoche im EVKK

VonUlrike Pickert

Einladung zur diesjährigen Herzwoche im EVKK

Samstag, 17. November 2018 von 10 bis 12:30 Uhr

Die Kardiologie Köln ist auch in diesem Jahr wieder auf den Herzwochen im Evangelischen Krankenhaus Kalk in Köln (EVKK) vertreten. Unter dem Motto „Herz außer Takt“ geht es bei der bundesweiten Kampagne der Deutschen Herzstiftung in 2018 vor allem darum, die Patienten im Rahmen von Vorträgen und Aktionen über die Diagnose und Therapie des Vorhofflimmerns aufzuklären. weiterlesen

MSD Gesundheitspreis 2018: Jury nominiert 10 Projekte

VonStefanie Zerres

MSD Gesundheitspreis 2018: Jury nominiert 10 Projekte

Abstimmung zum Publikumspreis ab sofort möglich

Eine unabhängige und prominent besetzte Jury hat zehn innovative Versorgungslösungen für den MSD Gesundheitspreis 2018 nominiert. Erstmals wird in diesem Jahr auch ein Publikumspreis vergeben. Interessierte können ab sofort ihre Stimme abgeben unter www.msd.de/jede-stimme-zaehlt. Der MSD Gesundheitspreis 2018 wird am 12. September im Rahmen des 8. MSD Gesundheitsforum verliehen. Insgesamt 64 Projekte hatten sich für den MSD Gesundheitspreis 2018 beworben. Weitere Informationen über die nominierten Projekte gibt es in Kurzporträts hier.

Bundesweiter „Aktionstag gegen den Schmerz“ am 5. Juni 2018

VonStefanie Zerres

Bundesweiter „Aktionstag gegen den Schmerz“ am 5. Juni 2018

Etwa 23 Millionen Menschen in Deutschland haben chronische Schmerzen. Mit dem bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“ am 5. Juni 2018 weist die Deutsche Schmerzgesellschaft gemeinsam mit Partnerorganisationen auf die lückenhafte Versorgung vieler Millionen Menschen hin, die an chronischen Schmerzen leiden. Schmerzpatienten und ihre Angehörige können sich an diesem Tag gezielt über Behandlungsmöglichkeiten informieren und beraten lassen. Schmerztherapeutische Einrichtungen in ganz Deutschland geben Einblicke in die verschiedenen Methoden der Schmerzbehandlung. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. stellt Informationsmaterialien für Patientinnen und Patienten zu aktuellen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten vor.

Weitere Informationen:

Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.

 

 

 

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Infimetrisch trainieren – ohne Gewichte, aber mit hoher Wirkung

VonStefanie Zerres

Infimetrisch trainieren – ohne Gewichte, aber mit hoher Wirkung

Pünktlich zur FIBO in Köln präsentierte Kieser Training das neuste Resultat seiner Abteilung für Forschung und Maschinenentwicklung: die infimetrische Beinpresse i-B6. Die Trainingsmaschine zur Stärkung der vorderen und hinteren Oberschenkelmuskulatur sowie der Gesäßmuskulatur bietet eine neue Art der Intensität. Sie verzichtet dabei aber komplett auf Gewichte – der Trainierende selbst erzeugt den Widerstand. „Bei dieser Ausführungsmethode, dem infimetrischen Training, arbeiten agonistische Muskeln gegeneinander“, erklärt Michael Koletnik, Leiter des Ressorts Maschinenentwicklung bei Kieser Training. „Während die Zielmuskeln für eine Teilwiederholung konzentrisch arbeiten, arbeitet dieselbe Muskelgruppe in der nächsten Teilwiederholung exzentrisch. Anders formuliert: Während Sie mit dem einen Bein drücken, bremsen Sie mit dem anderen Bein ab.“ Dadurch wird die ansonsten übliche Entspannung in der exzentrischen Phase reduziert, wodurch das Training besonders intensiv wird.

Auch die patentierte Außenrotation der Maschine ist etwas Neues auf dem Markt. „In den letzten zehn Grad der Kniestreckung erfolgt eine zwangsläufige Rotation – dabei wird das Schienbein um fünf Grad nach außen gedreht“, sagt Phil Sencil, Maschineningenieur bei Kieser Training. „So wird das Kniegelenk biomechanisch korrekt belastet und die schädliche Belastung auf die Bänder reduziert.“ Ein weiterer Vorteil: Aufgrund der alternierenden Bewegung ist der Bewegungsradius größer als an einer herkömmlichen Beinpresse. Dies und die verbesserte Kraftkurve führen zu einer Ausschöpfung des vollen Muskelpotenzials.

Derzeit läuft die Testphase des dritten Prototyps. In sechs Kieser Training-Studios haben die Kunden die Möglichkeit, die neue Maschine und die neue Ausführungsmethode kennenzulernen. Nach Abschluss der Testphase im April wird die Maschine finalisiert und voraussichtlich ab Mitte Juli in den ersten Studios etabliert.

Weitere Informationen:

Kieser Training

Bild: Kieser Training AG / Verena Meier Fotografie

„Mobilität durch Fortschritt“ – heute und morgen

VonStefanie Zerres

„Mobilität durch Fortschritt“ – heute und morgen

66. Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen e.V.

Auf der 66. Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen e.V. vom 26. bis 28. April 2018 im Kongresshaus in Baden-Baden stehen traditionsgemäß die Arbeits- und Forschungsschwerpunkte der Kongresspräsidenten im Fokus. Die beiden Kongresspräsidenten, Univ.-Prof. Dr. Steffen Ruchholtz (Marburg) und Univ.-Prof. Dr. Maximilian Rudert (Würzburg), haben unter dem Motto „Mobilität durch Fortschritt“ ein interessantes Programm zusammengestellt. Selbstverständlich finden auch weitere Themen des Alltags von O&U ihren Platz.

Die Alterstraumatologie ist eine der großen medizinischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts

Die Lebenserwartung steigt und die sich ändernden Lebensverhältnisse führen dazu, dass Menschen bis ins hohe Alter aktiv und selbständig bleiben. Dadurch nimmt aber auch die Anzahl von unfallbedingten Verletzungen zu. Außerdem steigt mit höherem Alter die Häufigkeit von weiteren (chronischen) Erkrankungen, die zu Gangunsicherheit und erhöhter Fallneigung führen können. Die Behandlung der Verletzungen im Alter muss somit auf den Gesamtzustand des Patienten angepasst werden. Sie stellt eine große Herausforderung dar und wird unweigerlich zu einem der Schwerpunkte der medizinischen Versorgung der Zukunft. Mit diesen Erkenntnissen werden auf der 66. Jahrestagung in verschiedenen Sitzungen spannende Themen behandelt.

Weitere Informationen:
Homepage VSOU

 

Symposium für Musikermedizin

VonStefanie Zerres

Symposium für Musikermedizin

Am Samstag, den 27. Januar fand in Köln im Krankenhaus Holweide das Symposium für Musikermedizin statt. Die interdisziplinäre Fortbildung richtete sich hauptsächlich an Ärzte, Musiker, Musikpädagogen und Physiotherapeuten, stand aber allen Interessierten offen. Die Themen reichten von der Schmerzprävention im Musikerberuf über Erkrankungen der Musikerhand bis hin zu Refluxerkrankungen bei Sängern. So berichtete beispielsweise Dr. med. Ulrike Kaltenbrunner unter anderem über die Faszienbehandlung und zeigte außerdem anschaulich, welche Veränderungen sich hinsichtlich des Gesangs durch Operationsnarben ergeben können. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von dem gemeinnützigen Verein Medico Arte e. V., der sich die Förderung der Musikermedizin und der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Therapeuten, Musikpädagogen und Musikern zur Aufgabe gemacht hat.

Weitere Informationen zum Thema:

www.medico-arte.de

 

Diabetes und Depression – eine verhängnisvolle Doppelbelastung

VonKlaus Bingler

Diabetes und Depression – eine verhängnisvolle Doppelbelastung

Diabetiker leiden doppelt so oft an Depressionen wie Menschen mit gesundem Stoffwechsel. Von den etwa 6,5 Millionen Diabetes-Patienten in Deutschland betrifft dies schätzungsweise 800 000 Frauen und Männer. Der Grund könnte in den starken Belastungen liegen, welche die  verschiedenen mit der Zuckerkrankheit verbundenen Herausforderungen liegen. So kann es für manchen als lästig und bedrückend empfunden werden, regelmäßig seine Blutzuckerwerte zu messen und Insulin zu spritzen, andere haben Furcht vor Unterzuckerungen oder sehen möglichen Diabetes-Spätfolgen mit Bangen entgegen.

 

Aber auch umgekehrt besteht ein Zusammenhang. Immerhin belegen Studien, dass depressive Menschen öfter an Typ-2-Diabetes leiden als Personen, die nicht psychisch erkrankt sind. Als Ursache wird vermutet, dass psychisch Belastete in geringerem Maße auf ihren körperlichen Zustand achten. Es fehle z. B. der Antrieb, Sport zu treiben oder sich gesund zu ernähren – eine wichtige Voraussetzung für den Schutz vor Diabetes. Ein weiterer Grund sei, dass bei vielen Depressiven die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebenrinden-Achse aktiviert wird. Dies führt zur Ausschüttung des Stresshormon Cortisol und damit zu einer Erhöhung es Blutzuckerspiegels. Außerdem wird die Entstehung entzündlicher Prozesse an den großen und kleinen Blutgefäßen begünstigt, was wiederum zahlreiche Folgeerkrankungen wie z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigen kann.

 

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) weist auf eine aktuelle Studie hin, derzufolge die Suizidgefahr bei Diabetes im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um 50 Prozent steigt. So nähmen sich statistisch gesehen in Deutschland täglich mehr als zwei Personen mit Depression und Diabetes das Leben  – jährlich über 800 Menschen. Insgesamt seien depressive Diabetespatienten kränker und stürben früher. Dennoch werde die Hälfte aller Depressionen bei Diabetes nicht erkannt.

 

Die DGD fordert eine kompetente Betreuung für betroffene Personen. Sie führt eine Liste aller „Fachpsychologen Diabetes DDG“, die eine spezielle diabetologische Weiterbildung erhalten haben. Diese kann unter https://www.diabetes-psychologie.de eingesehen werden.

 

Neues Arthroskopieregister „DART“

VonRedaktion

Neues Arthroskopieregister „DART“

Um den Nutzen, die Risiken und die Langzeitergebnisse arthroskopischer Operationen besser und nachhaltiger einordnen zu können, wurde jetzt das Projekt „Deutschsprachiges Arthroskopieregister (DART)“  ins Leben gerufen. Das berichtet der idw – Informationsdienst Wissenschaft.

Rund 400.000 arthroskopische Operationen werden pro Jahr in Deutschland durchgeführt. Mit einer solchen Gelenkspiegelung können Gelenke minimalinvasiv operiert werden, z. B. an Kreuzband, Meniskus oder Knorpel.  Doch trotz der relativ hohen Eingriffszahlen fehlen bislang große klinische Studien, welche die Ergebnisse der Operationen im Versorgungsalltag analysieren. Aus diesem Grund starten die Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA), der Berufsverband für Arthroskopie (BVASK) und die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) das  weltweit einzigartige Projekt „Deutschsprachiges Arthroskopieregister (DART)“. Um das Vorhaben zu realisieren, wurde die gemeinnützige Gesellschaft DART gGmbH gegründet, die mit der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie kooperiert. Als Partner für die technische Umsetzung konnte das Studienzentrum der Universität Freiburg gewonnen werden.

Ärzte und Patienten bewerten bei dem Projekt gemeinsam über einen Zeitraum von vor der OP bis zu zehn Jahren nach dem Eingriff unter anderem die Zufriedenheit, Komplikationen, Arbeitsausfall und die Schmerzen. So soll der tatsächliche Nutzen arthroskopischer Techniken bewertet werden.

Kann Schlafapnoe die Entstehung einer Demenz begünstigen?

VonRedaktion

Kann Schlafapnoe die Entstehung einer Demenz begünstigen?

Schlafbezogene Atmungsstörungen könnten ein Risikofaktor für das Auftreten einer Demenz sein. „Gestützt wird diese Annahme durch Tierversuche mit Simulation einer Schlafapnoe und anschließender Untersuchung der Gehirne der Versuchstiere“, erklärt Helmut Frohnhofen, Leitender Arzt Bereich Altersmedizin, Alfried-Krupp-Krankenhaus, Essen . „Hier fanden sich bei exponierten Tieren Veränderungen, wie sie auch bei Demenzerkrankten beobachtet werden“.

Zwar konnte ein sicherer Zusammenhang zwischen beiden Krankheitsbildern noch nicht bewiesen werden, dennoch liefern neuere Daten entsprechende Anhaltspunkte. So ergibt sich aus einer retrospektiven Studie aus dem Jahre 2015, dass sich bei Menschen, die Symptome einer Schlafapnoe angaben, die Manifestation einer kognitiven Beeinträchtigung oder Demenz um etwa zehn Jahre vorverlagert. Dies traf jedoch nicht auf Schlafapnoe-Patienten zu, die mit einer PAP-Überdrucktherapie versorgt wurden.

Ein echter Beweis dafür, dass ein kausaler Zusammenhangs zwischen einer unbehandelten Schlafapnoe und der Entstehung einer Demenz besteht, kann nur durch eine Interventionsstudie erbracht werden. Aktuelle Erkenntnisse zum Thema werden auf der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Dresden ausgetauscht. Das gesamte Programm und alle wichtigen Kongressinformationen sind auf der Homepage https://www.dgsm-kongress.de ersichtlich.

5. Wirbelsäulenschmerzkongress in München

VonRedaktion

5. Wirbelsäulenschmerzkongress in München

Fachübergreifende Behandlung als zentraler Erfolgsfaktor

Am Samstag, den 26. November 2016 fand unter der Leitung von Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde in München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga e.V., der 5. Wirbelsäulenschmerzkongress statt. Rund 100 Teilnehmer diskutierten im Arabella Sheraton Hotel München über moderne Behandlungsoptionen im Bereich der Wirbelsäulenmedizin. Veranstalter waren in diesem Jahr die Wirbelsäulenliga e.V. und die Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische/unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie (IGOST). Zentrales Ergebnis des Expertenaustausches ist der zunehmende Stellenwert von interdisziplinären Therapieansätzen. „Komplexe Rückenschmerzen lassen sich selten mit vorgefertigten Maßnahmen behandeln. In diesen Fällen bedarf es maßgeschneiderter Behandlungskonzepte, die auf eine enge Verzahnung von Spezialisten setzen“, betont Dr. Schneiderhan und ergänzt: „Aus diesem Grund gewinnen interdisziplinäre Zentren, in denen zum Beispiel Orthopäden, Neurochirurgen, Neurologen, Radiologen und Schmerztherapeuten fachübergreifend zusammenarbeiten, immer mehr an Bedeutung.“ Im Hinblick auf neuartige Therapien kommt dem Recht auf Information für den Patienten immer mehr Bedeutung zu. „Nur wenn Patienten über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt sind, können sie eine selbstbestimmte und erfolgversprechende Entscheidung treffen. Dazu gehört ebenso das Recht auf eine zweite Meinung. Bei diesem Thema müssen sowohl Ärzte als auch Betroffene umdenken. Denn eine Zweitmeinung einzuholen, ist kein Misstrauensvotum, sondern die wichtige Chance, die bestmögliche Therapie zu finden“, sagt Dr. Schneiderhan.

Weitere Informationen unter www.orthopaede.com

Bild: Dr. Schneiderhan

Kürzungen bei der Vergütung könnten die endoprothethische Versorgung verschlechtern

VonRedaktion

Kürzungen bei der Vergütung könnten die endoprothethische Versorgung verschlechtern

Der Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband Privaten Krankenversicherung (PKV) haben für das Jahr 2017 den neuen Fallpauschalenkatalog (DRG-Katalog) für Krankenhäuser vereinbart. Dass dieser zahlreiche Kürzungen vorsieht, erfüllt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) mit Besorgnis. Sie sehen die hohen Qualitätsstandards in der orthopädischen Versorgung und die Patientensicherheit gefährdet. Grund dafür sind erneute Kürzungen bei der Leistungsvergütung der sogenannten diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG). So werden die Pauschalen für den Hüftgelenksersatz und für zahlreiche Maßnahmen bei der Wirbelsäulen-Therapie zum 1. Januar 2017 gesenkt. Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Generalsekretär der DGOU ist davon überzeugt, dass sich die Folgen der seit Jahren anhaltenden Abwärtsspirale in der DRG-Preispolitik ohne Qualitätseinbußen kaum noch kompensieren lassen. „Der Leidtragende ist zum Schluss der Patient. Die Menschen werden sich zukünftig wohl auf weniger hochwertige und innovative Therapie-Angebote, längere OP-Wartezeiten, noch schnellere Entlassungen aus der Klinik sowie Prothesen mit einer möglicherweise geringeren Haltedauer einstellen müssen.“

Nach dem neuen DRG-Fallpauschalen-Katalog fällt die Vergütung, die Kliniken beispielsweise für eine einfache Hüft-Total-Endoprothese erhalten, um 5,75 Prozent geringer aus als bisher. Zudem ist für 2018 eine weitere Absenkung vorgesehen. Prof. Dr. Karl-Dieter Heller, AE-Generalsekretär und Vizepräsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), verdeutlicht die Folgen der Sparmaßnahmen am Beispiel der Implantate-Auswahl für den künstlichen Hüftgelenksersatz: „Schon jetzt ist die Implantation einer hochwertigen Kurzschaftprothese mit einer Keramik-Keramik-Gleitpaarung nicht mehr kostendeckend möglich. Mit der zukünftigen Kürzung sind insbesondere spezialisierte Kliniken gezwungen, preiswertere Implantate auszuwählen. Mit einer geringeren Qualität der Implantate sinkt allerdings auch deren Verweildauer im Körper. In letzter Konsequenz könnte das in 10 Jahren eine deutlich erhöhte Rate an Revisions-Operationen zur Folge haben.“

Darüber hinaus werden auch die Möglichkeiten der konservativen stationären Behandlung erschwert. Denn Kliniken, die mehr Patienten als der Bundesdurchschnitt konservativ therapieren, sollen weniger Behandlungskosten erstattet bekommen. Prof. Dr. Frank Kandziora, Leiter der DGOU-Sektion Wirbelsäule, weist darauf hin, dass die konservative Therapie von degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen im niedergelassenen Bereich schon heute dramatisch und chronisch unterfinanziert ist. „Eine Operation sollte immer die letzte Option sein. Gerade deswegen muss die konservative Therapie gestärkt und nicht abgeschwächt werden“.