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Neue Hüfte mit der Yale-Technik

Die Vorteile verschiedener Verfahren vereinen

Patienten mit einer Coxarthrose versprechen sich von einem Kunstgelenk nicht nur eine Linderung ihrer Schmerzen, sondern wünschen sich auch, schnellstmöglich wieder mobil zu sein. Moderne Operationsverfahren schaffen neben weiteren Vorteilen die Voraussetzungen dafür. Dr. Markus Wurster, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie von der OrthoPraxis München-Gräfelfing, wendet dafür die minimalinvasive, gewebeschonende und mobilitätserhaltende Yale-Technik an. weiterlesen

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Mit neuer Hüfte schnell wieder einsatzbereit

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Hüftendoprothese minimalinvasiv nach der AMIS-Methode

Bereits am ersten Tag nach dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes das operierte Bein wieder belasten zu können, ist kein Wunschdenken mehr. Zum Wohle des ganzen Körpers ist der Zugang durch natürliche Muskellücken ideal. Der Stuttgarter Orthopäde Dr. Johannes Quercetti gehört zu den Spezialisten, die das minimalinvasive Operieren nach der AMIS-Methode beherrschen und darin erfahren sind. Die Vorteile und das Vorgehen der Technik führt er im Interview näher aus. 

Herr Dr. Quercetti, mit ca. 220.000 Hüftgelenk-OPs im Jahr ist dies ein recht häufiger chirurgischer Eingriff. Was sind die Indikationen dafür?

Dr. Quercetti: Komplizierte Schenkelhalsbrüche und Hüftkopfnekrosen können eine Indikation sein. Die Arthrose am Hüftgelenk ist aber der häufigste Grund. Dabei nutzt der stoßdämpfende Gelenkknorpel übermäßig ab und es kommt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Erkrankung ist fortschreitend und ihre Symptome können in den Anfangsstadien mittels konservativer Behandlungsverfahren wie z. B. einer Kombination aus Physiotherapie und Medikamenten oder auch Injektionsverfahren gelindert werden. Wenn die Patienten bei stärkeren Abnutzungen deutlich in ihrer Aktivität eingeschränkt sind, sollte über einen Gelenkersatz nachgedacht werden. Natürlich ist dies immer eine individuelle Entscheidung, die nicht leichtfertig getroffen werden sollte und bei der wir unsere Patienten unterstützen.

Computerplanung

postoperatives Ergebnis

Dass die OP so oft durchgeführt wird, bedeutet aber doch auch, dass die Operateure sehr erfahren darin sind. Worüber müssen sich die Patienten dann Gedanken machen?

Dr. Quercetti: Die moderne Hüftendoprothetik ist eine Erfolgsgeschichte. Dabei werden die verschlissenen Gelenkanteile durch künstliche ersetzt, sodass dann in der Regel später wieder ein normales Leben mit sportlicher Aktivität möglich ist. Der Weg dorthin ist aber nach den herkömmlichen Operationsverfahren oftmals nicht so einfach und meist langwierig. Denn hierbei werden Weichteile wie wichtige Muskelstränge durchtrennt, um an das Gelenk zu kommen. Ehe diese Verletzungen wieder geheilt sind, hat der Patient durch die erzwungene Schonung auch in der nicht-operierten Körperhälfte Muskelmasse verloren und es bedarf viel Disziplin und Geduld, um sie wieder aufzubauen. Daher dauerte die Rehabilitationszeit früher oft Monate.

Heute gibt es aber andere Möglichkeiten?

Dr. Quercetti: Die neueste Entwicklung, die bislang erst von wenigen Spezialisten angewendet wird, ist das Operieren nach der AMIS-Methode. Diese minimalinvasive Technik ist sehr schonend und die Patienten können schnell wieder normal gehen. Daher ist auch eine beidseitige Versorgung in einer Narkose gut möglich, zumal der Schmerz nach der Operation oft im Vergleich deutlich geringer ist.

Was ist eigentlich das Besondere an der AMIS-Methode?

Dr. Quercetti: Das Besondere ist der Zugang! Die Art des Gelenkaustauschs kann wie bei der klassischen Technik mit denselben Prothesenmodellen erfolgen. Die Abkürzung AMIS steht für „Anterior Minimal Invasive Surgery“ und beschreibt den Weg zum Hüftgelenk von vorn. Das Wichtigste dabei: Es werden keine Muskeln durchtrennt, sondern anatomisch natürliche Muskellücken als Zugang genutzt. Ein kleinerer Schnitt, keine Muskelverletzungen und weniger Blutverlust sind die Gründe für eine viel bessere Rehabilitation. Bereits am Abend nach der Operation können die Patienten in Begleitung ins Bad gehen und sich am nächsten Tag selbstständig bewegen. Die Muskulatur wird also zum einen nicht durch die Operation beschädigt und zum anderen bildet sie sich nicht durch eine Liegezeit zurück. Wenn die Endoprothese nach ca. 16 Wochen eingeheilt ist, steht der neuen Aktivität nichts im Wege. Auch viele Sportarten können problemlos ausgeübt werden.

Warum ist diese Methode dann noch kein Standard und wird nur von wenigen Spezialisten durchgeführt?

Dr. Quercetti: AMIS hat nur Vorteile für den Patienten im Ergebnis. Allerdings ist das Verfahren auch nicht ganz einfach und es bedarf viel Erfahrung seitens des Operateurs. Außerdem sind die Lagerung und Vorbereitung etwas aufwendiger. Das ist es aber meiner Meinung nach absolut wert. Wenn ich sehe, wie schnell und gut die Patienten wieder auf die Beine kommen, habe ich daran keinen Zweifel.

aus ORTHOpress 1-2017

Weitere Informationen:

Dr. med. Johannes Quercetti
Orthopädische Praxis
Schulter, Hüfte, Knie
Marktplatz 11
70173 Stuttgart
Tel.: 0711 / 46 99 66 00
www.quercetti.de

 

Überörtliche Gemeinschaftspraxis
mit der OCS Schorndorf
Dr. C. Fromm und
Dr. M. Müller-Eißfeldt
Schlichtenerstr. 105
73614 Schorndorf
Tel.: 07181 / 99 32 40
www.oc-schorndorf.de

VonRedaktion

Schlittenprothese bei Kniearthrose

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Es muss nicht immer der Totalersatz sein

Das Knie ist ein vielbelastetes und zudem komplexes Gelenk. Bei degenerativen Veränderungen, die nicht mehr mit konservativen Methoden zufriedenstellend behandelbar sind, sollte dem Rechnung getragen werden. Eine der Möglichkeiten dazu ist die Schlittenprothese. Welche Vorteile diese hat, erklärt im Gespräch der Chefarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Prof. Dr. Daniel Kendoff.

Herr Prof. Kendoff, wobei handelt es sich bei der sogenannten Schlittenprothese und bei welcher Art der Gelenkschädigung am Knie wird sie eingesetzt?

Prof. Kendoff: Die Schlittenprothese ist ein Teil-Oberflächenersatz, der eingesetzt werden kann, wenn sich der Knorpelschaden auf einen isolierten Abschnitt des Gelenks beschränkt. Das kann die äußere oder die innere Gelenkfläche sein, wobei letztere aufgrund von Beinfehlstellungen häufiger betroffen ist. Außerdem sollte das vordere Kreuzband noch intakt sein und eine gute Restbeweglichkeit bestehen. Bei gut 30 Prozent der von Kniearthrose betroffenen Patienten sind diese Voraussetzungen erfüllt und sie können von den Vorteilen der Prothese profitieren.

Welche Vorteile sind das?

Prof. Kendoff: Die Schlittenprothese ist eine kleine Endoprothese und kann minimalinvasiv eingesetzt werden. Der dazu benötigte Hautschnitt ist im Vergleich zur Operation bei einer Totalendoprothese halb so groß. Vor allem aber ist der Eingriff weniger belastend. Sowohl der Blutverlust und das Risiko einer Infektion als auch die postoperativen Schmerzen sind geringer. Somit kann der Wiedereinstieg in den Alltag schneller erfolgen. Von großem Vorteil ist weiterhin, dass nur wenig Knochen reseziert werden muss. Dadurch bestehen genügend Verankerungsmöglichkeiten und damit gute Voraussetzungen, falls ein Wechseleingriff erfolgen muss. Dies kann unter günstigen Voraussetzungen nach einer Standzeit von bis zu 20 Jahren der Fall sein. Außerdem ist das Empfinden der Patienten für ihr neues Gelenk – die Propriozeption – bei der Schlittenprothese im Vergleich zum Oberflächenersatz besser.

Im Röntgenbild: vordere Ansicht einer Schlittenprothese

Gibt es eine bestimmte Altersgrenze für die Schlittenprothese?

Prof. Kendoff: Nein, allein bei starker Osteoporose, also bei schlechter Knochenqualität, setzt man sie nicht ein. Ältere Patienten ziehen einen Vorteil aus dem minimalinvasiven Einsatz einer Schlittenprothese, weil es kein großer Eingriff ist und sie keiner längeren Immobilität ausgesetzt sind. Meistens sind die Patienten, die sich für den Eingriff eignen, allerdings jünger, wenn nicht beide Oberschenkelkondylen von der Arthrose betroffen sind. Häufig kommt es auch durch Verletzungen zu solch isolierten Knorpelschäden.

Wie schnell ist die Mobilität wieder gegeben? Ist die Sportfähigkeit mit einer Schlittenprothese eingeschränkt?

Prof. Kendoff: Bereits am Tag nach der Operation stehen sie unter Anleitung im Krankenzimmer auf. Nach vier bis fünf Tagen können die Patienten wieder nach Hause. Die Ansprüche an das Kunstgelenk sind nach der Heilung natürlich sehr unterschiedlich. Aber bis auf Kontaktsportarten können mit der Schlittenprothese alle gewünschten Aktivitäten aufgenommen werden.

Neben der Schlittenprothese, die Sie mit ca. 80 Fällen im Jahr recht häufig einsetzen, wenden Sie bei einer Arthrose, die nur die Kniescheibe betrifft, eine andere spezielle Endoprothese an.

Prof. Kendoff: Genau, die Endoprothese für das patellofemorale Gelenk, das aus der Kniescheibe und der Oberschenkelrolle besteht, bietet die Möglichkeit, nur den Gelenkanteil zu ersetzen, der geschädigt ist. Dies tritt vergleichsweise selten auf, ist für die betroffenen Patienten aber eine gute Lösung.

aus ORTHOpress 3-2016

Weitere Informationen:

Prof. Dr. med. Daniel Kendoff

Chefarzt / Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie

HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Schwanebecker Chaussee 50

13125 Berlin

Tel.: 030 / 94 01 - 523 00

Daniel.Kendoff@helios-kliniken.de

www.helios-kliniken.de

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Gelenkersatz heute

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Knie, Hüfte, Schulter

Bei degenerativen Veränderungen an Gelenken gilt es, diese so lange wie möglich zu erhalten. Dafür stehen verschiedene konservative Therapien zur Verfügung. Doch wenn diese ausgeschöpft sind und die Lebensqualität der Betroffenen sehr leidet, stehen heute verschiedene Möglichkeiten des Gelenkersatzes zur Verfügung. Der Orthopäde Dr. Martin Frömel aus Frankfurt, dessen Spezialgebiet der Gelenkersatz an Knie, Hüfte und Schulter ist, weiß, wann welche Methode angezeigt ist.

Am häufigsten tritt eine einschränkende Arthrose an gewichtstragenden Gelenken wie Knie und Hüfte auf. Dort ist der puffernde und schützende Knorpel nicht nur der Bewegung ausgesetzt, sondern auch dem Körpergewicht, das sie tragen müssen. Außerdem können Fehlstellungen wie X- oder O-Beine sowohl an Knie- als auch an Hüftgelenken Schaden anrichten, wie Dr. Frömel bestätigt: „Wenn Belastungen einseitig auf ein Gelenk wirken, begünstigt das Abnutzungsprozesse. Ebenso können unerkannte Knorpelschäden durch Verletzungen später zu einem vorzeitigen Knorpelrückgang führen.“

Spezielle Lösungen für die komplexe Anatomie des Knies

Am Kniegelenk kann es an verschiedenen Stellen zu einer Arthrose kommen, da hier eine komplexe Anatomie vorliegt. Das Gelenk wird gebildet aus der Oberschenkelrolle und dem Schienbeinknochen. Gehalten werden die Gelenkpartner von starken Bändern. Da jeder Körper anders ist, muss bei der Diagnosestellung eine differenzierte Analyse stattfinden. Im Anschluss behandelt Dr. Frömel nach einem Stufenmodell. Dieses beinhaltet nach der Befunderhebung auch Maßnahmen wie Gewichtsnormalisierung, Bewegungstherapie und Muskeltraining, knorpelaufbauende Verfahren und die arthroskopische Gelenksanierung. Letzte und sechste Stufe ist dann bei weiterhin bestehenden Schmerzen der Gelenkersatz. Doch hierbei handelt es sich nicht um nur eine mögliche Option, wie Dr. Frömel erklärt: „Moderne Endoprothesen-Systeme ermöglichen eine individuelle Anpassung. D. h. es muss nicht immer gleich das ganze Gelenk ersetzt werden. Außerdem kann mit dem passenden Kunstgelenk die natürliche Anatomie nachgebildet werden, sodass eine gute Funktionalität erreicht wird. So kann beispielsweise eine sogenannte Schlittenprothese genutzt werden, wenn der Knorpelverlust auf nur einer der beiden Oberschenkelkondylen besteht. Doch auch die modernen Totalendoprothesen erhalten die Funktionalität und Anatomie. Dabei wird – entweder mit oder ohne Ersatz der Kniescheibe – das obere Ende des Schienbeins und das untere Ende des Oberschenkelknochens ersetzt. Dafür kann aus verschiedenen Prothesenmodellen ausgewählt werden, um die Größen und Geschlechtsunterschiede der Patienten zu berücksichtigen.“

Hüfte: große Knochenresektionen nicht immer notwendig

Auch bei der Hüftendoprothetik gibt es heute verschiedene Möglichkeiten hinsichtlich der Implantate und der chirurgischen Techniken. Noch vor einigen Jahren waren sogenannte Langschaftprothesen, bei denen die Resektion des Hüftkopfes und somit ein größerer Knochenverlust notwendig ist, generell üblich. Abhängig vom Arthrosestadium können heute aber auch andere Systeme verwendet werden, wie Dr. Frömel erklärt: „Kurzschaftprothesen sind ebenso stabil wie solche mit längerem Schaft. Die Implantation ist aber mit weniger Knochenverlust verbunden und kann in vielen Fällen sogar minimalinvasiv erfolgen.“

Gute Voraussetzungen für eine mögliche Revision schaffen

Sowohl am Knie als auch an der Hüfte kann es insbesondere bei jüngeren Patienten nach einer gewissen Zeit notwendig werden, die Prothese zu wechseln. Denn trotz der guten Werkstoffe ist die Standzeit mit ca. 15 bis 20 Jahren endlich. Dr. Frömel erklärt: „Zum einen sind jüngere Patienten aktiver, d. h. das Implantat ist mehr Belastungen ausgesetzt. Und zum anderen erfolgen natürlicherweise mit der Zeit am Implantatsaum knöcherne Veränderungen. Wenn dabei die Aktivität der knochenabbauenden Zellen überwiegt, kann es zu einer Lockerung kommen. Ein weiterer Grund dafür kann der Abrieb des Kunststoffinlays sein. Die mikroskopisch kleinen Partikel können Entzündungen und damit Knochenrückgang verursachen. In diesen Fällen ist eine Wechseloperation angezeigt. Für die großen Gelenke stehen dafür die entsprechenden Prothesen zur Verfügung. Je mehr Knochen dann noch vorhanden ist, desto besser kann die Revisionsprothese verankert werden. Daher sind moderne Prothesen, bei denen bereits der Ersteinsatz so knochensparend wie möglich erfolgt, vorteilhaft.“

 

Nach dem Gelenkersatz: Muskulatur stärken

Viele Patienten mit Arthrose im fortgeschrittenen Stadium erleben mit der Endoprothese eine neues Gefühl der Beschwerdefreiheit. Durch schonende Operationsverfahren – viele Endoprothesen können minimalinvasiv eingebracht werden, wobei Muskeln und Weichteile möglichst wenig beeinträchtigt werden – verläuft die Rehabilitation häufig auch schneller. Dies sollten die Patienten nutzen, um wieder aktiver zu werden, wie Dr. Frömel empfiehlt: „Muskulatur frühzeitig wieder aufzubauen ist wichtig, um das neue Gelenk stabil zu halten. Viele Sportarten sind auch mit Endoprothese möglich, insbesondere, wenn der Patient schon Erfahrungen darin hat und die Bewegungsabläufe kennt. Dazu beraten wir unsere Patienten gern.“

aus ORTHOpress 4-2016

Weitere Informationen:

Orthopädische Praxis für Gelenkerkrankungen

Dr. med. Martin Frömel

Praxis Frankfurt-Westend:

Lindenstraße 42

60325 Frankfurt

Praxis Dietzenbach:

Babenhäuser Straße 29

63128 Dietzenbach

Anmeldung unter:

Tel.: 069 / 17 28 17

orthopaedie.frankfurt@yahoo.de

Wenn Sie mehr über uns erfahren möchten, besuchen Sie auch unsere neue Homepage www.dr-froemel.de

VonRedaktion

Für jeden das richtige Knie

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Die passende Endoprothese vom Spezialisten

Jeder Mensch ist individuell verschieden – das gilt nicht nur für Gesicht oder Fingerabdruck, sondern auch für unseren Knochenbau. Glücklicherweise wird immer häufiger auch in der Endoprothetik dieser Tatsache Rechnung getragen: Neben Prothesen, die gezielt nur den verschlissenen Teil des Gelenks ersetzen, gibt es inzwischen sogar Gelenkersatz, der für jeden Menschen maßgeschneidert wird. Der Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Markus Bachmeier verfügt über eine langjährige Erfahrung mit den bewährten wie auch den modernsten Prothesen und erklärt, welche Unterschiede es gibt.

Herr Dr. Bachmeier, wann benötigt man eine Knieprothese?

Dr. Bachmeier: Wenn die Schmerzen, die durch eine arthrotische Veränderung der Gelenkfläche hervorgerufen werden, so stark sind, dass sie nicht mehr durch konservative Behandlungsmethoden beherrschbar sind. Dabei ist das Schmerzempfinden durchaus unterschiedlich: Deshalb operieren wir keine „Röntgenbilder“ – manche Menschen leben jahrelang bei mäßigem Schmerz mit einem stark verschlissenen Knie.

Dabei gibt es heute die Möglichkeit, nicht das ganze Knie, sondern nur einen Teil der Oberfläche zu ersetzen. Wie muss man sich das vorstellen?

Dr. Bachmeier: Bei der sogenannten Schlittenprothese wird nur die vom Knorpelabrieb betroffene – in der Regel die mediale – Lauffläche ersetzt. Dies bringt erhebliche Vorteile mit sich, da weder die Kniescheibe zur Seite geklappt werden muss noch umliegende Muskeln und Bänder überdehnt werden müssen. Meist ist nur ein wenige Zentimeter langer Schnitt nötig, was den Eingriff zu einer echten minimalinvasiven Operation macht.

Was ist, wenn nicht nur eine Lauffläche betroffen ist?

Dr. Bachmeier: Die häufigste Form der Knieprothetik ist heute der „Doppelschlitten“, welcher beide Gelenkkondylen ersetzt. Auch hier verwende ich eine gewebeschonende minimalinvasive Operationstechnik und durch eine Vielzahl unterschiedlich großer femoraler und tibialer Komponenten ist es dabei möglich, fast alle Erfordernisse der Knieendoprothetik abzudecken. Steht überhaupt keine Bandführung für das Kunstgelenk mehr zur Verfügung, so kann auch auf eine achsgeführte Prothese zurückgegriffen werden. Auch diese Prothesen erlauben heute ein hohes Maß an Mobilität und Sicherheit, sodass die Patienten ein aktives Leben praktisch ohne Einschränkungen führen können.

Neu sind jetzt die CAD-CAM-Prothesen, die für jeden Patienten individuell angefertigt werden. Was bringt ein solcher „Gelenkersatz nach Maß“?

Dr. Bachmeier: Eine CAD-CAM-Prothese wird nach einer CT in der Tat maßgefertigt und ersetzt in Form und Funktion genau den verschlissenen Teil des Gelenks, welchen der Operateur während des Eingriffs entfernt. So geht nur sehr wenig Knochen verloren; darüber hinaus wird ein Fremdkörpergefühl praktisch völlig vermieden, weil die Gelenkflächen ja exakt wie früher beim Originalgelenk nachgebildet werden.

Für welche Patienten kommt eine solche CAD-CAM-Prothese infrage?

Dr. Bachmeier: Durch die Wiederherstellung der ursprünglichen Anatomie werden bewusst jüngere und sportlich anspruchsvolle Patienten angesprochen, die eine hohe Funktionalität ihres Knies in allen Lebensbereichen benötigen. Voraussetzung sind intakte Bandstabilitäten und kein größerer Knochenverlust am Kniegelenk. Den größten Vorteil spielt die Individualendoprothese dabei natürlich bei denen aus, deren Gelenk noch nicht komplett verschlissen ist und die sich auch vor der Operation eine große Aktivität bewahrt haben.

Insgesamt sehen wir nach dem Kniegelenkersatz regelmäßig einen großen Zugewinn an Lebensqualität.

Herr Dr. Bachmeier, vielen Dank für Ihre Ausführungen!

aus ORTHOpress 1-2017

Weitere Informationen:

Dr. Markus Bachmeier

Hotterstraße 13

80331 München

Tel.: 089 / 24 20 37 10

info@praxis-bachmeier.de

www.praxis-bachmeier.de