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Schnell schmerzfrei

Muskelaufbau mit den MedX-Therapiegeräten

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Diese Volksweisheit gilt nicht nur im übertragenen Sinn, sondern auch ganz konkret. Unsere Muskeln, Sehnen und Knochen können sich nur entwickeln, wenn sie entsprechend gefordert, sprich belastet werden. Aber selbst regelmäßiges Joggen, Walken, Schwimmen oder Radfahren – so gesundheitsfördernd diese Sportarten auch sind – gewährleistet nicht, dass alle Muskeln unseres Körpers trainiert werden. Besonders die kleinen, tief liegenden Rückenmuskeln, die sogenannte autochthone Rückenmuskulatur, sind die Stiefkinder beim allgemeinen Training. Dabei haben gerade sie eine sehr wichtige Funktion bei der Gewährleistung der aufrechten Haltung des Menschen. Ihre mangelhafte Funktion ist für den überwiegenden Anteil der chronischen Rückenschmerzen verantwortlich. 

Diese Erkenntnisse sind noch relativ neu. Erst 1988 gelang es einem Forscherteam an der Universität von Florida die tiefliegende Wirbelsäulenmuskulatur isoliert zu messen. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass Menschen mit chronischen Rückenschmerzen eine auffallend schwache Muskulatur im Vergleich zu Gesunden aufweisen. Die Entwicklung eines therapeutischen Konzeptes zur Kräftigung dieser Muskeln lag auf der Hand. Doch es ist gar nicht so einfach, die tiefen Rückenmuskeln gezielt zu trainieren, weil wir es gewohnt sind, immer auch die großen kräftigen Muskeln an Rücken, Bauch und Gesäß mit einzusetzen. 

Eine entscheidende Wende bedeutete die Entwicklung des MedX-Therapie Konzepts, wie sie in den Kieser-Training-Centren eingesetzt werden. Das grundlegend Neue an diesen Kraftmaschinen ist, dass durch eine Fixierung des Beckens, die großen Muskeln gewissermaßen ausgeschaltet werden, um so dann die kleinen Muskeln des Rückens isoliert und gezielt trainieren zu können. Dabei handelt es sich um ein reines Krafttraining, das jederzeit auch durch Tests objektiviert und dokumentiert werden kann. Oft tritt bei chronischen Rückenschmerzen schon nach wenigen Trainingseinheiten eine Linderung ein, denn je untrainierter ein Muskel ist, umso schneller reagiert er auf entsprechende Trainingsreize und umso größer kann der mögliche Kraftzuwachs sein. Das volle Programm der Medizinischen Kräftigungstherapie geht über zwölf Wochen, ein bis zwei Therapien pro Woche. Zur Erhaltung der Schmerzfreiheit reicht es meist, wenn alle vier Wochen dann einmal trainiert wird. Durch dieses Training legt man sich gewissermaßen ein natürliches „Muskelkorsett“ zu, das den Körper halten und stützen kann. 

Aber nicht nur die Rückenmuskeln profitieren von so einem Training. Insgesamt wird die Figur straffer und man trägt leichter an sich, weil Fettgewebe, das man tragen muss, durch Muskulatur, die einen trägt, ersetzt wird. Außerdem steht einem mehr Kraft zur Verfügung, was besonders bei älteren Menschen eine deutliche Verminderung der Unfallgefahr bedeutet. Kommt es doch einmal zu einem Sturz, schützt das trainierte Gewebe auf Grund seiner höheren Dichte wie ein „Panzer“ vor Verletzungen. Auch Osteoporose, dieser Erkrankung mit dem gefürchteten Knochenabbau, kann man wirkungsvoll mit dem Kieser-Training vorbeugen. Nicht zuletzt bedeutet eine gestärkte Muskulatur aber auch einen wesentlichen Schutz vor Rückenschmerzen, weil 80% aller Rückenprobleme von zu schwachen Rückenmuskeln herrühren. 

Es ist nie zu spät, um mit einem dosierten Krafttraining zu beginnen. Selbst 80jährige profitieren noch von dem Zugewinn an Muskelkraft und der damit verbundenen Stärkung des Gesamtorganismus. Es ist dabei selbstverständlich, dass die Trainierenden im Kieser-Centrum nicht allein gelassen werden, sondern sowohl ärztlich, als auch durch qualifizierte Mitarbeiter angeleitet werden. Gerade Ältere fühlen sich in Kieser Trainingsbetrieben oft sehr wohl, weil es hier nicht darum geht, sich nach der neuesten Fitnessmode gekleidet zu präsentieren oder lässig an der Bar seinen gestählten Körper zur Schau zu stellen. Gesundheit und ein starker Rücken durch Konzentration auf Kraft, und das auf höchstem Niveau: so lautet die Devise. 

 

ORTHOpress 4 | 2001

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