Maximalversorgung bei Knie- und Hüftgelenksendoprothetik
Mobilität ist ein entscheidender Faktor für den Erhalt der Gesundheit und Lebensfreude. Doch wenn Knie- oder Hüftgelenk bei jeder Bewegung schmerzen, schränkt das die Betroffenen zunehmend ein. Die eigene Welt wird immer kleiner, Kraft und Mobilität schwinden. Gegen Gelenkbeschwerden gibt es zwar konservative Behandlungsoptionen wie Physiotherapie, manuelle Therapie, Akupunktur oder Infiltration, doch ist die Degeneration im Gelenk zu weit fortgeschritten, bleibt oft nur, das Gelenk durch eine Endoprothese zu ersetzen.
Im Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin, einem als EPZmax zertifizierten Klinikum, können Betroffene Maximalversorgung bei ihrem Gelenkersatz erwarten. Dr. Heiko Spank, Chefarzt und Leiter des Departments für Bewegungschirurgie West am Klinikum, kennt die Sorgen der Betroffenen vor einem solchen Eingriff.
Herr Dr. Spank, was sind typische Sorgen von Menschen, die sich einem Gelenkaustausch unterziehen müssen?
Dr. Spank: Vorweg gesagt: Unser oberstes Ziel ist immer der Gelenkerhalt, d. h. es werden immer erst alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft, bevor wir das Thema OP ins Gespräch bringen. Für jüngere, berufstätige Patienten ist die zentrale Sorge oft, wie lange sie durch den Eingriff aus Beruf und Freizeit „ausfallen” werden. Bei älteren Patienten steht eher die Furcht vor dem Eingriff selbst im Mittelpunkt. Doch wir können unsere Patienten meist in allen Belangen beruhigen: Dank unseres Enhanced Recovery Konzeptes sind sie nur so lange wie unbedingt nötig in der Klinik.
Was bedeutet EPZmax?
Dr. Spank: EPZmax ist die Abkürzung für „Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung” und ist eine Zertifizierung der EndoCert-Initiative. Damit ausgezeichnete Kliniken sind auf den Gelenkaustausch spezialisiert und erfüllen besonders hohe Vorgaben bezüglich Qualität und Sicherheit. Wir als EPZmax weisen in jedem Fachbereich ein sehr hohes Niveau auf, sei es in der Physiotherapie, dem OP-Team oder dem Sozialdienst.
Ich selbst wurde 2025 vom FOCUS Gesundheit und STERN für 2025/2026 in den Bereichen Hüftchirurgie und Knieendoprothetik jeweils in die Liste der besten Ärzte Deutschlands aufgenommen.
Sie sprachen von „Enhanced Recovery” für die schnelle Rehabilitation. Was gehört alles zu dem Konzept?
Dr. Spank: „Enhanced Recovery” umfasst die gesamte Behandlungskette, von der Aufklärung vor dem Eingriff über die Versorgung vor, während und nach der OP bis zum Abschluss mit der Rückkehr in den Alltag. Die Maßnahmen beginnen schon vor dem Eingriff mit der Prehabilitation, kurz Preha. In den vier bis sechs Wochen vor dem Eingriff erhalten unsere Patienten körperliches Training zum Muskelaufbau sowie mentale Vorbereitungsgespräche.
Welche Besonderheiten zeichnen die Endoprothetik-Operation unter „Enhanced Recovery” aus?
Dr. Spank: Besonders wichtig ist uns die Verwendung minimalinvasiver, also möglichst wenig belastender Operationsmethoden. Dank der minimalinvasiven Methoden können wir viel schonender arbeiten. Beispielsweise wird bei der Hüft-OP die umgebende Muskulatur nicht durchtrennt, sondern nur zur Seite geschoben. So kann sie das neue Gelenk gleich stabilisieren. Zudem arbeiten wir maximal gewebe- und knochenschonend, auch mit Blick auf möglicherweise nötige Revisions-Operationen.
Welche postoperativen Maßnahmen gehören zur „Enhanced Recovery”?
Dr. Spank: Kern der postoperativen Maßnahmen ist die schnellstmögliche Mobilisation. Das heißt, dass unsere Patienten in der Regel schon am Tag nach der Operation wieder auf eigenen Beinen stehen, natürlich unter fachlicher Anleitung durch unsere Physiotherapeuten. Das regt den Stoffwechsel, den Blutfluss und damit die Heilung an und stärkt das Vertrauen der Patienten in ihr neues Körperteil.
Meist ist schon nach wenigen Tagen das sichere Bewältigen von Treppen und unebenen Untergründen möglich. In den folgenden vier bis fünf Wochen werden sie intensiv in der Reha betreut. Nach rund drei Monaten können wir von einer vollständigen Genesung sprechen. Dem neuen Leben mit neuem Gelenk steht dann nichts mehr im Wege.
Dr. med. Heiko Spank, MBA
Chefarzt der Klinik für Spezielle Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie
Leiter des Departments für Bewegungschirurgie West
Leiter Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung
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