Zurück zu Bewegung und Sport durch eine Versteifung der Lendenwirbelsäule
Rückenschmerzen sind belastend, besonders wenn die Problematik nicht in fehlender Muskelkraft oder Verspannung liegt, sondern tiefer geht: Ist die Wirbelsäule instabil oder sind die Wirbelkörper stark angegriffen, ist sie nicht mehr belastungsstabil. Fällt dann die Empfehlung „Versteifung”, sind Patienten oft geschockt. Dabei ist dies nicht der erste Behandlungsschritt, sondern die letzte Option, um Lebensqualität zurückzugewinnen. Dr. med. Bernd Wiedenhöfer ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Wirbelsäulenchirurgie.
Herr Dr. Wiedenhöfer, was sind erste Symptome bei Wirbelsäulenbeschwerden?
Dr. Wiedenhöfer: Es beginnt meist im Alltag: Es treten anhaltende Rückenschmerzen auf, oft werden sie bei Belastung stärker. Die Schmerzen strahlen in die Beine aus, die Belastbarkeit nimmt ab, man ist schneller erschöpft, kann nicht mehr so weit gehen wie früher. An Sport ist kaum noch zu denken, selbst Wandern fällt schwer. Doch nicht jeder Rückenschmerz muss operiert werden. Deshalb ist eine gute Diagnostik entscheidend.
Wie sieht eine gute Diagnostik aus?
Dr. Wiedenhöfer: Neben umfassenden Anamnesegesprächen erfolgt die Abklärung begleitender Diagnosen wie Bandscheibenvorfall, Spinalkanalverengung oder Wirbelgleiten. Auch die Bildgebung (Röntgen, MRT oder CT) spielt eine entscheidende Rolle. Eine Operation ist dann sinnvoll, wenn die konservative Therapie keine dauerhafte Verbesserung gebracht hat. Die Versteifung ist heutzutage ein gut planbarer Eingriff mit sehr guten Erfolgsaussichten.
Wie läuft die Rehabilitation nach einer Versteifung bei Ihnen in der ATOS Klinik Heidelberg ab?
Dr. Wiedenhöfer: Der Krankenhausaufenthalt nach der Versteifung dauert meist 4–5 Tage. Wir achten auf atraumatische Zugänge. Schon am Tag der OP wird mit ersten Bewegungen begonnen: Aufsetzen, Aufstehen, auch kurze Strecken gehen. Ziel ist es, die Bewegung schrittweise zu steigern – Gehstrecken bis zu einer Stunde pro Tag sind schnell realistisch.
Die Wirbelsäule selbst ist direkt nach dem Eingriff stabil, aber es dauert etwa 6 Monate, bis die Knochen vollständig zusammengewachsen sind. Zwischen der 2. und 12. Woche der Reha liegt der Fokus darauf, wieder fit für den Beruf zu werden. Die meisten Patientinnen und Patienten können nach acht bis 12 Wochen wieder arbeiten.
Ab wann ist sportliche Betätigung wieder möglich?
Dr. Wiedenhöfer: Sanfte Trainingsformen sind in der Regel erlaubt: Ergometer und Crosstrainer häufig bereits ab der 3. Woche, Radfahren meist ab der 6. Woche. Auch Spaziergänge, Nordic Walking, Wandern und Schwimmen sind sinnvoll. Joggen ist etwa ab Woche 12 möglich. Nach 6 Monaten erfolgt eine Kontrolluntersuchung: Wenn alles gut verheilt ist, können auch anspruchsvollere Sportarten wieder aufgenommen werden – zum Beispiel Fußball, Volleyball, Tennis oder Golf.
Eine Versteifungsoperation ist kein Grund zur Panik. Mit guter Vorbereitung, moderner Technik und gezielter Rehabilitation können Sie Schritt für Schritt zurück in ein aktives Leben finden – oft schneller, als Sie denken.
Kontakt:
Dr. med. Bernd Wiedenhöfer
ATOS Klinik Heidelberg
Bismarckstraße 9–15
69115 Heidelberg
Tel.: 06221/98 32 525
wirbelsaeule-hd@atos.de
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