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Krankheitsbilder

Die 4. Generation der OSG Endoprothese

atos orthoparc bild 02

Navigation und patientenspezifische Instrumentation

Unsere Füße leisten Schwerstarbeit, um uns von einem Ort zum anderen zu bewegen, gerade das obere Sprunggelenk (OSG) wird besonders beansprucht: Bei jedem Schritt muss es das Zwei- bis Dreifache unseres Körpergewichts tragen. Darum kommt es hier, insbesondere nach Unfällen mit Knochenbrüchen oder Bänderrissen, häufig zu Verschleißerscheinungen. Dr. André Morawe ist ärztlicher Direktor und Chefarzt der ATOS Orthoparc Klinik in Köln. Er behandelt seit vielen Jahren Patienten mit Beschwerden im OSG.

Herr Dr. Morawe, in welchen Fällen kommt eine Totalendoprothese des OSG zum Einsatz und was sind Risikofaktoren?

Dr. Morawe: Der typische Einsatzfall für Sprunggelenksendoprothesen ist eine frühzeitige oder weit fortgeschrittene Arthrose, also Degeneration des Knorpels. Ist kein schützender Knorpel vorhanden, reiben die Knochen schmerzhaft aufeinander und es kommt zu Entzündungen. Dieser Verschleiß kann mehrere Ursachen haben, im OSG sind besonders häufig traumatische Vorfälle mit Knochenbrüchen oder Bänderrissen verantwortlich.

Sprunggelenk – Diagnostik und Behandlung

Sind die TEP oder Versteifung die einzige Behandlungsmöglichkeit?

Dr. Morawe: Nein, grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, das Gelenk weiterhin orthopädisch zu behandeln. Dazu zählen zum Beispiel orthopädische Schuhe, Bandagen oder Orthesen. Die endoprothetische Versorgung kommt meist erst ins Spiel, wenn Menschen gar nicht mehr ohne Schmerzen laufen können. Früher wurde das OSG häufig versteift, man kann sagen 80 % Versteifung, 20 % Endoprothese. Doch mit der Verbesserung der Endoprothesen hat sich das komplett umgekehrt: Heute versorgen wir 80 % der Patienten mit einer TEP und nur noch 20 % mit der Versteifung.

Welche Vorteile hat die aktuelle, vierte Generation der OSG-Totalendoprothesen?

Dr. Morawe: Seit rund 65 Jahren gibt es Endoprothesen für das OSG, über die Jahrzehnte hat es hier eine deutliche Entwicklung gegeben. Seit mittlerweile 10 Jahren setzen wir die neueste Generation ein. Deren Metallteile sind mit einer Titan-Plasma-Beschichtung versehen, wodurch die Implantation zementfrei erfolgen kann und die Stabilität deutlich höher ist. Das Inlay besteht heute aus einem sehr dichten Polyethylen, das deutlich stabiler ist als früher.

OSG-Endoprothese der 4. Generation

Außerdem verwenden wir inzwischen patientenspezifische Instrumente für die Operation. Vor dem Eingriff wird eine spezielle computertomografische Aufnahme gemacht. Wir laden sie in das Planungssystem „Prophecy” und können anhand der Aufnahmen die richtige Implantatgröße und Positionierung bestimmen und patientenindividuelle Schablonen anfertigen.

Welchen Einfluss hat diese TEP auf die OP und die anschließende Reha?

Dr. Morawe: Durch die gründliche Planung im Vorfeld sparen wir während des Eingriffs rund eine Stunde Zeit ein. Das ist sowohl für die Patienten als auch für das Personal schonender und birgt weniger Risiken für Komplikationen. Statt dem Standardwerkzeug kommt nun das mit dem 3D-Drucker erzeugte patientenindividuelle Set zum Einsatz.

Rehabilitation nach Sprunggelenks-OP

Schon nach 14 Tagen im Walker können die Patienten in Teilbelastung an Unterarmgehstützen gehen. Nach rund 6 Wochen entfallen die Krücken und das normale Schuhwerk kann wieder getragen werden. Unsere Patienten sind deutlich schneller wieder fit als früher, weil wir mit der Enhanced Recovery die Heilung aus verschiedensten Richtungen unterstützen können.

Dr. med. André Morawe – Chefarzt ATOS Orthoparc Klinik Köln

Kontakt:
Dr. med. André Morawe
Chefarzt Fuß- und Sprunggelenkchirurgie und Ärztlicher Direktor
ATOS Orthoparc Klinik GmbH
Aachener Straße 1021 B, 50858 Köln
Tel.: 0221/48 49 05-0
service-opk@atos.de
www.atos-kliniken.com