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Rücken

Wirbelsäule: Wie wird man die ISG-Schmerzen los?

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Das Iliosakralgelenk (ISG) befindet sich zwischen dem Kreuzbein (Sakrum) und den beiden Beckenschaufeln (Darmbein) und spielt eine wichtige Rolle bei der Stabilität des unteren Rückens und der Übertragung von Kräften zwischen der Wirbelsäule und den Beinen. Schmerzen im ISG können aus den verschiedensten Gründen in beinahe jeder Altersklasse auftreten. Bei den meisten Wirbelsäulenbeschwerden wird daher heute zumindest eine ISG-Beteiligung diskutiert. Schmerzen in diesem Bereich gehören zu den häufigsten Gründen, aus denen eine orthopädische Praxis aufgesucht wird.

Neben veränderten Druckverhältnissen in der Lendenwirbelsäule – z.B. durch einen Bandscheibenvorfall – können auch Entzündungen und Verletzungen Schmerzen im ISG hervorrufen. Auch häufiges und langes Sitzen, vor allem mit einer schlechten Körperhaltung, kann das Iliosakralgelenk überlasten. Ebenso können Sportarten, die das Becken stark beanspruchen, wie beispielsweise Laufen oder Springen, zu Schmerzen führen. Frauen sind besonders häufig von ISG-Schmerzen betroffen: In der Schwangerschaft lockern Hormone die Bänder im Körper, einschließlich derjenigen um das Iliosakralgelenk, um Platz für das wachsende Baby zu schaffen. Dies kann durch die entstehende Überbeweglichkeit zu Schmerzen im unteren Rücken- und Beckenbereich führen.

Das wirksamste Instrument für Schmerzen im ISG ist eine angepasste Physiotherapie. Durch sanfte Mobilisationstechniken und manuelle Manipulationen können die Beweglichkeit des Iliosakralgelenks verbessert und die Gelenkflächen in eine bessere Position gebracht werden. Gleichzeitig wird die umgebende Muskulatur gestärkt, um das Iliosakralgelenk zu unterstützen und zu stabilisieren. Eine effektive Physiotherapie umfasst dabei nicht nur das ISG selbst, sondern auch die Rumpfmuskulatur, Gesäßmuskulatur, Oberschenkelmuskulatur und andere relevante Muskelgruppen. Gezielte Dehnübungen können helfen, verkürzte Muskeln zu dehnen und so eine übermäßige Belastung zu vermeiden. Auch spezielle Übungen, die die Stabilität des Iliosakralgelenks verbessern, können in das Behandlungsprogramm aufgenommen werden. Dazu gehören z. B. Balanceübungen oder funktionelle Bewegungsabläufe.

Neben schulmedizinischen Verfahren und Krankengymnastik werden heute häufig auch alternative Behandlungsformen wie etwa die Akupunktur oder bestimmte Methoden der Applied Kinesiology (Angewandte Kinesiologie) wie z.B. die „Matrix-Rhythmus-Therapie“ angeboten. Die Studienlage lässt hier meist jedoch keine belastbaren Aussagen über eine tatsächliche Wirkung zu.

Am Ende steht die ISG-Arthrose

Bleibt eine Überbeweglichkeit im ISG länger bestehen, so reiben die Gelenkpartner aufeinander, was zum Verlust des schützenden Knorpelüberzugs führen kann: Am Ende steht eine Arthrose, wie sie auch an den Hüften und Knien auftreten kann. Dann kann meist nur noch eine interventionelle Schmerztherapie helfen, bei der durch die quälenden Beschwerden durch Infiltrationen oder thermische Verödung der schmerzenden Nervenenden beseitigt werden. Oft sind die Behandlungserfolge in diesem Stadium des chronischen ISG-Schmerzes jedoch nicht von langer Dauer. In solchen Fällen kann als ultima ratio eine Versteifung des ISG vorgenommen werden. Der Eingriff soll die schmerzauslösenden Torsionsbewegungen verhindern und kann heute sehr viel schonender als früher vorgenommen werden. Dabei werden nur wenige Zentimeter lange prismenförmige Titan-Implantate nach einem kleinen Hautschnitt pressfit eingebracht und stabilisieren durch ihre besondere Geometrie das belastete Iliosakralgelenk. Durch die poröse Oberfläche wächst der Knochen innerhalb nur weniger Wochen schonend in die Hohlstruktur ein. Schon bald nach dem Eingriff können die Patienten ihre Alltagstätigkeiten wieder uneingeschränkt aufnehmen.

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