Schmerzatlas Hüfte

VonUlrike Pickert

Schmerzatlas Hüfte

Hüftschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Auch hier spielen Alter und Verschleiß eine wichtige Rolle. Die Hüftgelenke setzen sich zusammen aus dem Gelenkkopf am jeweiligen Oberschenkelknochen und der dazugehörigen Hüftpfanne im Beckenring. Zudem befinden sich flache, mit Flüssigkeit gefüllte Beutel, die sogenannten Schleimbeutel, als Stoßdämpfer in der Nähe des Hüftgelenks. Die Hüfte ist das größte Gelenk in unserem Körper und zugleich jenes, das die meiste Belastung aushalten muss. Die nachfolgenden Erkrankungen können Schmerzen in der Hüfte verursachen.

Arthrose im Hüftgelenk (Coxarthrose)

Typisch für eine Coxarthrose sind die sogenannten Anlaufschmerzen: Stehen Betroffene nach längerem Sitzen auf, so verspüren sie Schmerzen im Hüftgelenk. Diese verschwinden nach ein paar Minuten der Bewegung wieder. Im späteren Stadium treten die Schmerzen bei Belastungen wie z. B. Treppensteigen auf, bis die Hüfte schließlich auch in Ruhe schmerzt. Weiterhin kann das Hüftgelenk durch eine Entzündung geschwollen sein. Die Schmerzen können bei einer Coxarthrose auch in Leiste, Gesäß und Oberschenkel ausstrahlen.

Ursachen: Eine Hüftgelenksarthrose ist eine Verschleißerscheinung, die im Alter, durch Übergewicht oder Überbelastung entsteht.

Therapie: Zunächst therapieren die Ärzte eine Coxarthrose mit konservativen Maßnahmen wie Schmerzmitteln und physikalischer Therapie (Kälte, Wärme). Bei Übergewicht empfiehlt sich eine Reduktion des Gewichts. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann ein künstliches Hüftgelenk notwendig werden.

Impingement

Viele Coxarthrosen rühren von einem sogenannten Impingement her. Dabei passen der Oberschenkelkopf und die Hüftpfanne durch anatomische Besonderheiten nicht genau zusammen, sodass bei Beugung beide aufeinanderschlagen und das Gelenk mit der Zeit verschleißt. Ein Impingement verursacht Schmerzen in der Leiste, welche häufig beim Sport auftreten und dazu führen, dass die Hüfte nicht mehr richtig gebeugt werden kann.

Ursachen: Ein Impingement beruht auf einer Fehlbildung der Hüfte, z. B. durch mangelnde Hüftreife im Kindesalter. Aber auch bei Sportlern kann sich mit der Zeit ein Impingement ausbilden.

Therapie: Bei leichten Beschwerden können Physiotherapie und Entlastung ausreichen. In schweren Fällen empfehlen Ärzte in der Regel eine Gelenkspiegelung oder eine offene Operation.

Hüftkopfnekrose

Akut auftretende Schmerzen in der Hüfte und / oder der Leiste, die häufig auch ins Knie ausstrahlen, können ein Hinweis auf eine Hüftkopfnekrose sein. Mit der Zeit nehmen die Schmerzen zu und die Beweglichkeit der Hüfte nimmt ab.

Ursachen: Bei einer Hüftkopfnekrose stirbt der obere Teil des Oberschenkelknochens unterhalb des Knorpels ab. Dadurch bricht das Gelenk irgendwann ein. Als Ursachen kommen unter anderem eine vorangegangene Chemotherapie oder anhaltende Kortisonbehandlungen infrage.

Therapie: Im frühen Stadium einer Hüftkopfnekrose wird der betroffene Knochen angebohrt, um die Knochenregeneration zu fördern. Bei einer fortgeschrittenen Nekrose kann ein künstliches Hüftgelenk notwendig werden.

Schleimbeutelentzündung an der Hüfte (Bursitis trochanterica)

Schmerzen in Hüfte und Leiste müssen jedoch nicht zwangsläufig eine Erkrankung der Knochen oder Knorpel bedeuten. Hinter den Beschwerden kann auch eine Schleimbeutelentzündung stecken. Dabei kommt es in einigen Fällen auch zu Rötungen und Schwellungen im Bereich der Entzündung und die betroffene Seite ist oft druckempfindlich.

Ursachen: Durch Überbeanspruchung oder eine bakterielle Infektion kann sich der Schleimbeutel entzünden.

Therapie: Vielfach reichen Ruhe, Kühlung und eine Behandlung mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten aus, um eine Schleimbeutelentzündung in den Griff zu bekommen.

Weitere Ursachen für Schmerzen in der Hüfte sind z. B. der sogenannte Hüftschnupfen oder die Schnapphüfte.

von Ulrike Pickert

aus ORTHOpress 1/17

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