Neue Bewegungsschiene kräftigt die Kniemuskulatur und lindert die Schmerzen

Die meisten Patienten empfinden das „Sich-früher-bewegen-Können“ als eine Linderung der postoperativen Beschwerden, denn die Stilllegung einer Extremität in unveränderter Stellung wird oft als etwas zermürbend angesehen. Eine sichtbare und fühlbare Zunahme der Beweglichkeit des Gelenkes jedoch motiviert den Patienten stark in der Nachbehandlungsphase. In gewisser Weise wird er körperlich und in seinem Gesamtwohlbefinden mobilisiert. Mit Artromot Motor-Bewegungsschienen für das Knie- oder Schultergelenk werden direkt nach der OP passiv Übungen durchgeführt. So sind bei der Knieschiene Einstellungen möglich für die Beugung und Streckung des Knies; auch Geschwindigkeit und Pausendauer werden reguliert. Die passive Arbeit ergänzt die aktive krankengymnastische Beübung des Gelenkes. Die Bewegungsschiene kann sowohl in der Klinik als auch ambulant beim Patienten zu Hause eingesetzt werden.

ORTHOpress sprach in Pforzheim mit Dr. Andree Ellermann von der Arcus-Sportklinik, wo das Ärzteteam jedes Jahr mehr als 3.000 arthroskopische Operationen durchführt und wo man mit Artromot gute Erfahrungen gemacht hat.

Wozu braucht ein Kniepatient überhaupt ein Hilfsmittel zur Mobilisierung? Reicht es nicht aus das Knie regelmäßig und gezielt zu bewegen?

Studien haben gezeigt, dass die Langzeit-Bewegungsbehandlung von Gelenken, speziell des Kniegelenks, die Heilung beschleunigt. Auch durch eine rein passive Mobilisierung. Außerdem führt die Therapie im schmerzlosen Bereich zu einer deutlichen Schmerzlinderung. Ein ohne Bewegungstherapie später auftretendes Streck- oder Beugedefizit mit aufwändiger Behandlung kann verhindert werden.

Wie wirkt eine solche Bewegungsschiene und für welche Erkrankungen eignet sich die Therapie?

Die Motor-Bewegungsschiene dient der postoperativen, kontinuierlichen und passiven Bewegung des operierten Knies. Wo die selbstständige Bewegung und Beübung des Gelenks aus den beschriebenen Gründen nicht mehr möglich ist, unterstützt und führt die Bewegungsschiene die heilsamen Beugungen und Streckungen. Diese Therapie beugt Gelenkverklebungen und Gelenksteifen vor, verhindert also sozusagen das Einrosten des operierten Gelenks wegen Bewegungsmangels. Darüber hinaus unterstützen die Bewegungen ganz massiv den Heilungserfolg des Gelenkknorpels, der Sehnen, der Bänder und des Weichteilgewebes.

Der Einsatz der Schiene kann nicht nur bei Arthrose vorteilhaft sein, sondern generell nach arthroskopischen Eingriffen am Kniegelenk, nach Gelenkmobilisationen unter Narkose, operativ versorgten Brüchen, Weichteileingriffen, Osteosynthesen, Umstellungsosteopathien, Kreuzband- und Knieoperationen oder nach Eingriffen am Gelenkknorpel.

Und wie lange muss der Patient täglich üben – beziehungsweise „beübt“ werden?

Die tägliche Behandlungsdauer liegt, je nach Verletzung oder Erkrankung, meist zwischen drei und vier Stunden. Bei Operationen und schwierigen Verletzungen am Gelenkknorpel bis zu 24 Stunden.

Sie sagten, dass die Behandlung auch die Schmerzen lindert.

Ja, ganz eindeutig. Die Bewegung steigert nämlich den Stoffwechsel im Gelenk, fördert damit die Heilkräfte und lässt die Schwellung des Gelenks schneller zurückgehen. Dieses Zusammenspiel wirkt sich nicht nur ausgesprochen positiv auf den Gesundungsprozess, sondern ebenso auf die Schmerzsituation aus. Bei uns in der Arcus-Sportklinik haben wir zudem die Erfahrung gemacht, dass die gezielte Behandlung mit der Bewegungsschiene den stationären Aufenthalt und die Dauer der gesamten Behandlung erheblich verkürzt.

Wie kommen die Patienten, insbesondere ältere, mit der Artromot-Schiene zurecht?

Die Bedienung der Kniebewegungsschiene ist nicht schwer; in den Geräten stecken schließlich über 20 Jahre Entwicklungserfahrung des Herstellers. Über eine leicht programmierbare Handtastatur werden alle individuellen Behandlungswerte feinstufig festgelegt und auf einer herausnehmbaren Chipkarte mit den individuellen Patientendaten gespeichert. Eine spätere Umprogrammierung ist möglich. Programmieren und Speichern geschehen bei uns in der Klinik. Nach dem stationären Einsatz kann der Patient die Bewegungsschiene auch nach Hause geliefert bekommen. Wer mehr Wert auf Betreuung legt, bleibt in der Klinik.

Herr Dr. Ellermann, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Ein Archivbeitrag* aus ORTHOpress 2 | 2001

*Archivbeiträge spiegeln den Stand zur Zeit der Erstveröffentlichung wieder. Die aktuelle Einschätzung des Sachverhalts kann durch Erfahrungszuwachs, allgemeinen Fortschritt und zwischenzeitlich gewonnene Erkenntnisse abweichen.