Minimalinvasive Verfahren gegen chronische Rücken- und Wirbelsäulenschmerzen

Chronifizierte Leiden im Bereich des Rückens oder der Wirbelsäule gehen zurück auf ein breites Ursachenspektrum. Zum Beispiel entstehen Schmerzzustände bei einigen Patienten durch individuelle Abnutzungserscheinungen, bei anderen wiederum infolge fehlerhafter Körperhaltung, oder es lösen psychische Hintergründe Verspannungen aus, die sich dem Patienten als Schmerzen bemerkbar machen. Chronische Schmerzen sind auf Dauer unerträglich und beschneiden die Lebensqualität erheblich.
Der typische Schmerzpatient mit chronischen Rückenschmerzen sucht im Laufe der Jahre mehrere Ärzte auf. Denn viele Patienten werden erst nach einer jahrelangen Odyssee mit der geeigneten Therapie versorgt.
Wenn alle konservativen Verfahren versagt haben, bleibt den Schmerzpatienten in ihrer Verzweiflung nur die Hoffnung auf das eine oder andere aktuell propagierte Therapieverfahren, ohne dass es immer dem individuellen Problem entsprechen müss­te.
Schmerztherapeuten müssen vielseitig sein und dürfen sich nicht scheuen, Rat aus anderen Fachbereichen hinzuzuziehen. So gebe es, meint der niedergelassene Neurochirurg Dr. Haj Ahmad aus Berlin, kein Allheilmittel, sondern es gelte stets eine für jeden Patienten individuelle Lösung zu finden. Nur eine korrekte Diagnose könne einen Therapieerfolg herbeiführen. Dabei kann der Schmerztherapeut Haj Ahmad auf eine breite Palette an Therapieverfahren zurückgreifen, die er sich durch regelmäßige Besuche von Fortbildungsveranstaltungen, oftmals in seiner Freizeit, aneignet und pflegt.
Es gelte, dem Patienten unnötige Operationen und damit verbundene Risiken und Belastungen zu ersparen, da insbesondere Patienten mit chronischen Rücken- und Wirbelsäulenschmerzen häufig bereits mehrfach operiert worden sind.
Eine offene Operation von Bandscheibenvorfällen umgeht der Berliner Neurochirurg nach Möglichkeit mit moderner Lasertechnologie (sog. PLDD) oder epiduraler Kathetertechnik. Beide Methoden bekämpfen die Ursachen des Schmerzes, der durch Druck auf Nerven (Kompression), vielfach durch Bandscheibenvorfälle, entsteht. Neben Bandscheibenvorfällen können auch Vernarbungen nach offenen Bandscheibenoperationen Kompressionen von Nerven und damit Schmerzen verursachen. Als weiteres Verfahren steht dem Arzt die rückenmarksnahe Nervenstimulation zur Verfügung.

Eine Eignung des Patienten vorausgesetzt, setzt der Neurochirurg die PLDD ein, indem er unter örtlicher Betäubung eine Laserglasfaser durch eine dünne Spezialnadel in die Bandscheibe einführt. Durch die Laserglasfaser leitet der Arzt Energie ein, mit welcher er die vorgewölbte Bandscheibe schrumpft. Die Bandscheibe zieht sich zurück und entlastet zuvor komprimierte Nerven.
Nicht selten verspürten die Patienten bereits auf dem OP-Tisch eine deutliche Linderung der Beschwerden. Nach dem ca. 30-minütigen Eingriff kann der Patient aufstehen und nach einigen Stunden bereits nach Hause entlassen werden.
Die hohe Erfolgsrate des Verfahrens (mehr als 80%) sowie die geringe Komplikationsrate (weniger als 0,1%) belegen die Güte des Verfahrens. Die hohe Erfolgsrate steht dabei gleichzeitig für eine korrekte Diagnosestellung durch den Arzt.

Nervenkompressionen im Bereich der Wirbelsäule entlastet Dr. Haj Ahmad ebenfalls mit der sehr schonenden epiduralen Kathetertechnik. Über den Katheter spritzt der Arzt spezielle Medikamentenlösungen in den Bereich des betroffenen Nervenstranges und löst die Dekompression. Der Schmerz lässt nach.

Bei einer dauerhaften Schädigung der Nervenstruktur kann eine rückenmarksnahe Stimulation (sog. rückenmarksnahe Elektrostimulation) den Schmerzreiz unterbrechen. Dabei implantiert der Arzt unter örtlicher Betäubung eine kleine Sonde in der Nähe des Rückenmarks, über die er Strom einleitet und den Schmerzreiz im betroffenen Bereich weitestgehend unterdrückt. Die Sonde erhält die elektrischen Impulse über einen Empfänger, der ebenfalls unter der Haut implantiert wird. Der Empfänger kommuniziert schnurlos mit dem Sender, den der Patient am Gürtel trägt und mit welchem Arzt und Patient die Stimulationsparameter einstellen können. Bei diesem Verfahren wird nicht die Ursache des Schmerzes bekämpft, sondern lediglich der Schmerz selbst.

Die minimalinvasiven und dadurch schonenden Verfahren sind nach Ansicht von Dr. haj Ahmad sehr effektiv und zudem mit weniger Risiken verbunden als herkömmliche offene Operationen an der Wirbelsäule. Mit minimalinvasiven Verfahren ließe sich vielen Schmerzpatienten helfen, die über chronische Schmerzen infolge von Wirbelsäulenleiden klagen.

 

Ein Archivbeitrag* aus ORTHOpress 2 | 2000
*Archivbeiträge spiegeln den Stand zur Zeit der Erstveröffentlichung wieder. Die aktuelle Einschätzung des Sachverhalts kann durch Erfahrungszuwachs, allgemeinen Fortschritt und zwischenzeitlich gewonnene Erkenntnisse abweichen.