Lichtblick in der Arthrose-Behandlung!

VonLena Krieger

Lichtblick in der Arthrose-Behandlung!

Mit Arthrose – also der durch Verschleiß bedingten Erkrankung des Gelenkknorpels – verbinden heute immer noch viele Menschen die Vorstellung von Alter und völliger Immobilität. Und in der Tat, gab es bis vor wenigen Jahren – außer der Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten, die aber zum Teil starke Nebenwirkungen haben – kaum effektive Behandlungsmethoden. Das betraf nicht nur die älteren Patienten, sondern auch die teilweise sehr jungen, ebenfalls unter Arthrose leidenden Leistungs- und auch Hobbysportler. Das muss aber heute nicht mehr so sein! ORTHOpress sprach mit dem Orthopäden Dr. Frank Steeb aus Stuttgart, der in seiner Praxis ein neues Therapieverfahren, die MBST–KernspinResonanzTherapie, zur Behandlung sowie zur Schmerzlinderung bei Arthrose und Sportverletzungen einsetzt. Zur Zeit wird diese Verfahren deutschlandweit bei über 50 Orthopäden und Chirurgen angewendet. 

Herr Dr. Steeb, was ist Arthrose?

Arthrose ist eine Abnutzungserscheinung der Gelenke. Der gesunde Gelenkknorpel federt den Druck auf die Gelenke ab und dient gleichzeitig als gut geschmiertes Gleitlager. Verliert die Knorpelmasse an Qualität, so können durch die Belastung feine Risse entstehen. Der durch die Risse vorgeschädigte Knorpel wird so langsam mehr und mehr abgerieben. Frühe Anzeichen einer fortschreitenden Arthrose sind: 

  • Schmerzen beim Aufstehen nach längerem Sitzen
  • Schmerzen beim Bergablaufen
  • Schmerzen beim Herabsteigen von Treppen

Eine Arthrose tritt vor allem an Hüft- und Kniegelenken auf, darüber hinaus auch in den Schulter-, Ellenbogen-, Hand- und Fußgelenken.

Was versteht man unter MBST – KernspinResonanzTherapie und wie wirkt sie?

Die MBST–KernspinResonanzTherapie ist ein Therapieverfahren, das durch seine hocheffiziente Technik sehr gut zur Behandlung von degenerativen Gelenkerkrankungen und Sportverletzungen eingesetzt werden kann. In einem exakt festgelegten und auf einer Chipkarte erfassten Behandlungsablauf werden in das erkrankte Gelenk Hochfrequenzimpulse eingestrahlt, die ganz gezielt den Stoffwechsel der Knorpelzelle anregen sollen. So können die geschädigten Knorpelzellen wieder beginnen, Knorpelmasse zu reproduzieren. Bereits geschädigter und reduzierter Knorpel kann sich so wieder aufbauen.

Wer kann sich mit dieser neuen Therapie behandeln lassen?

Mit ihr können Arthrosen und Bandscheibenschäden sowie Sportverletzungen wie z. B. Sehnenansatzbeschwerden, Tennisarm oder Achillessehnensyndrom behandelt werden. 

Wo liegt der Unterschied zu herkömmlichen Therapien?

Diese neue Therapie ist aus der MRT-Technik (Magnetresonanz-Tomographie) entwickelt worden, dem zur Zeit genauesten und teuersten bildgebenden Diagnostikverfahren. Sie arbeitet mit definierten Resonanzfrequenzen, die ganz gezielt die Knorpelzelle beeinflussen sollen. Der Unterschied zu den herkömmlichen Magnetfeldtherapien liegt also in der speziellen Resonanztechnik, denn nur mit ihr können Protonen von außen gezielt beeinflusst werden.

Wie beurteilen Sie die Erfolgsaussichten mit diesem Verfahren?

Erfahrungsgemäß berichten die meisten Patienten unter dieser Therapie über eine verbesserte und leichtere Beweglichkeit sowie über verminderte Schmerzen bis hin zur Schmerzfreiheit des erkrankten Gelenkes oder der Wirbelsäule. Das erstaunliche an dieser Therapie ist jedoch, dass sich der Regenerationsprozess des Knorpels bei vielen Patienten selbst noch nach einem halben Jahr nach Therapiebeendigung weiter fortsetzt und somit das Behandlungsergebnis für den Patienten weiter verbessert werden kann. 

Konnten die Erfolge dieser neuen Behandlungsmethode schon wissenschaftlich nachgewiesen werden?

Wissenschaftler der Sporthochschule Köln, unter Leitung von Prof. Ingo Froböse, konnten erstmals weltweit am lebenden Menschen nachweisen, dass eine Behandlung mit der MBST–KernspinResonanzTherapie das Knorpelwachstum fördert. Arthrosekranke Patienten wurden mit ihr behandelt. Kernspintomographisch wurde unmittelbar vor der Behandlung und zehn Wochen danach die Größe und Dicke der Knorpel an den Gelenken gemessen. Bei allen Patienten stellten die Wissenschaftler ein deutliches Wachstum der Knorpelstärke und der Knorpelfläche fest.

Ist so eine Behandlung schmerzhaft?

Nein, die Patienten spüren nur gelegentlich ein leichtes Kribbeln oder Wärmegefühl in dem behandelten Gelenk. Eventuell tritt zu Beginn der Therapie eine zeitlich beschränkte Schmerzverstärkung auf, die aber als positive Reaktion gewertet werden sollte, hervorgerufen durch die intensive Regeneration im Gelenkbereich.

Wieviel Zeit nimmt die Therapie in Anspruch und kann sie auch wiederholt werden?

Der Arzt hat die Möglichkeit, zwischen drei verschiedenen Therapieoptionen (drei, fünf oder neun Stunden) zu wählen. Dies geschieht abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Die Behandlung hat für den Patienten keine gesundheitlichen Nebenwirkungen. Die Erfahrung zeigt, dass eine Wiederholung der Anwendung zur Prävention (Vorbeugung) genutzt werden kann.

Gibt es Einschränkungen bei der Anwendung dieser Therapie?

Patienten mit Herzschrittmachern, Defribilatoren oder Insulinpumpen sollten nach dem derzeitigen Stand des Wissens nicht damit behandelt werden, ebenso wie Schwangere, Tumorpatienten und Patienten mit bakteriell entzündlichen Gelenkerkrankungen.

Wer trägt die Therapiekosten?

Allgemein rechnet der Arzt die Behandlungskosten direkt mit dem Patienten ab. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Therapiekosten nicht. Privatpatienten erhalten nach der Therapie eine GOÄ-Liquidation, die sie bei der privaten Krankenkasse einreichen können.

Erfahrungsbericht:

Frau Gerlinde S., geb. 1933, wurde aufgrund massiver degenerativer Meniskusveränderungen im linken Knie operiert und beide Menisken wurden entfernt. Die Operation brachte aber nicht den gewünschten Erfolg, so dass ihr zur Entlastung eine Gehhilfe verordnet wurde. Die rüstige Pensionsbetreiberin wollte sich damit jedoch nicht abfinden und unterzog sich einer knorpelaufbauenden Spritzenkur, die allerdings auch nicht die erhoffte Besserung brachte. Als sie von der neuen knorpelregenerierenden Therapiemethode erfuhr, begann sie kurz entschlossen Ende Juli 2001 die Behandlungsserie. Auf Grund der Schwere ihrer Erkrankung wurde vom behandelnden Arzt eine 9-Stunden Therapie verordnet. 

Die Patientin erzählt: „Das war über zwei Wochen verteilt täglich eine Stunde Behandlung mit einer Pause am Wochenende. Nach der zweiten Sitzung hatte ich beträchtliche Belastungsschmerzen, die aber nach drei bis vier Tagen wieder verschwanden und seither nicht mehr aufgetreten sind. Jetzt ist es so, dass ich wieder ohne Stock gehen kann, auch in der Frühe nach dem Aufstehen, da war es früher besonders schlimm. Ich versorge jetzt wieder mein Haus und den großen Garten, bin also den ganzen Tag auf den Beinen, und das kann ich jetzt wieder.“

aus ORTHOpress 2 | 2002
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