Fußdeformitäten

VonStefanie Zerres

Fußdeformitäten

Deformitäten der Füße können angeboren oder erworben sein. Je nach Ausprägung können dadurch Schmerzen beim Gehen entstehen. 

Auch Folgeschäden wie die vorzeitige Abnutzung des Gelenkknorpels können damit begünstigt werden. Welche Fußdeformitäten bestehen können, zeigt der folgende kurze Überblick.

Hohlfuß

Ein Hohlfuß kann angeboren sein. Er kann aber auch durch Erkrankungen wie zum Beispiel Spastiken entstehen. Kennzeichnend sind das hochgestellte innere Längsgewölbe und die dadurch nach innen eingedrehte Ferse. Die Sehnen und Faszien stehen unter einer verstärkten Spannung. Außerdem sorgt der erhöhte Belastungsdruck auf dem Vorderfußbereich dort für Beschwerden. Bei weniger starken Ausprägungen können stützende Einlagen oder maßangefertigte Schuhe getragen werden. Bei stärkeren bzw. fortschreitenden Fehlbildungen sollten diese chirurgisch korrigiert werden. Dazu stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, zum Beispiel Sehnenverlagerungen oder Knochenumstellungen (Osteotomie).

Sichelfuß

Auch die Sichelfuß-Deformität ist oftmals erblich bedingt. Zudem kommt es bei Säuglingen, die vermehrt in der Bauchlage schlafen, dazu. Es besteht eine Innenwölbung von Zehen und Mittelfuß. Oft wächst sich ein Sichelfuß selbst wieder aus. Wenn nicht, kann meist mit konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie, Gipsverbänden oder Lagerungsschalen ein guter Zustand erreicht werden. Eine Operation ist nur sehr selten notwendig und kann dann in einer Sehnenverlagerung oder Osteotomie bestehen. 

Spitzfuß

Bei einem Spitzfuß kann die Ferse nicht aufgesetzt werden. Das kann angeboren, zum Beispiel durch eine knöcherne Fehlbildung oder Folge einer neurologischen Erkrankung sein. Therapeutisch können spezielle Orthesen den Fuß unterstützen oder durch Physiotherapie oder Botulinus-injektionen eine entsprechende Muskeldehnung erreicht werden. Operativ kann eine Sehnen- oder Muskelverlängerung bewirken, dass der gesamte Fuß aufgesetzt und so physiologisch abgerollt werden kann.

Klumpfuß

Der Klumpfuß stellt eine Mischung aus Hohl-, Sichel- und Spitzfuß dar. Dabei liegt die Fußsohle aufgrund eines muskulären Defizits weit innen. Dies ist meist angeboren, selten durch Schädigungen der Nerven erworben. In der Regel wird zunächst eine Gipsverband- oder Schie-nentherapie durchgeführt, um den Fuß zu richten. Bei einer Operation kann die verkürzte Achillessehne verlängert werden.

Knickfuß

Bei einem Knickfuß hat sich der innere Fußrand abgesenkt und der äußere ist nach oben gekippt. Er ist in der Regel erworben und ihm liegt eine Bandschwäche zugrunde. Die Therapie mit Krankengymnastik sowie mit stützenden oder muskelaktivierenden Einlagen ist meist hilfreich. Eine operative Korrektur ist nur sehr selten erforderlich. 

Senk- und Plattfuß

Ein abgeflachtes Fußgewölbe, das fast vollständig aufliegt, ist kennzeichnend für einen Senkfuß, der angeboren oder erworben sein kann. Er tritt häufig in Kombination mit einem Knickfuß auf und wird ebenso selten chirurgisch mit Sehnenrekonstruktionen oder einer Arthrodese korrigiert. Meist können mit Physiotherapie und speziellen Einlagen gute Ergebnisse erzielt werden. Liegt das Längsgewölbe vollständig auf, besteht eine Extremform des Senkfußes, die auch als Plattfuß bezeichnet wird.

Spreizfuß

Oft mit der Zehenfehlstellung Hallux valgus (Ballenzeh) einhergehend, weichen bei einem Spreizfuß die Mittelfußknochen nach außen auseinander. Schuhzurichtungen, die auf den Ballenzeh ausgerichtet sind, unterstützen auch bei begleitendem Spreizfuß.

von Stefanie Zerres aus ORTHOpress 2/19

Fragen und Antworten

Wie bekommt man einen Hohlfuß?

Ein Hohlfuß kann entweder angeboren oder infolge einer Erkrankung (z.B. Spastik) auftreten.

Wie kommt es zu einem Klumpfuß?

Ein Klumpfuß entsteht durch ein, zumeist angeborenes, muskuläres Defizit.

Kann man einen Plattfuß heilen?

Mit unterstützenden Maßnahmen wie Fußgymnastik, dem richtigen Schuhwerk und orthopädischen Einlagen lassen sich die Beschwerden eines Plattfußes lindern.

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