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Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Wenn die Zähne für Beschwerden verantwortlich sind

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Eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) kann entstehen, wenn das eng miteinander zusammenhängende Gefüge von Kiefer und Schädel gestört wird, zum Beispiel durch Fehlbisse. Das uneinheitliche Krankheitsbild bedarf einer speziellen und sehr ausführlichen Diagnostik durch Experten, wie sie in der Praxis für Zahnheilkunde in Hamburg von der CMD-Spezialistin Dr. med. dent. Claudia Vivell durchgeführt wird.

Mögliche Symptome bei CMD:

  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Ohrenschmerzen, Tinnitus
  • Kieferknacken, Blockaden im Kiefergelenk beim Kauen oder Gähnen
  • Kiefer- und Kaumuskelschmerzen
  • Verspannung der Nacken- und Schulterregion, Rückenschmerzen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Unterkiefers

Interview mit Dr. Vivell

Frau Dr. Vivell, wie kommt es zu einer CMD und warum können dadurch sogar Beschwerden im Bewegungsapparat ausgelöst werden?

Dr. Vivell: Der Oberkiefer ist fester Bestandteil des Schädels und der Unterkiefer ist daran am Kiefergelenk aufgehängt. Kiefer und Körper stehen daher eng miteinander im Zusammenhang. Eine starke Muskulatur bewegt den Kiefer. Die Anordnung der Zähne ist für die Kieferposition verantwortlich. Wenn es zu einem Fehlbiss kommt, versucht der Kiefer mit all seiner Muskelkraft die Ungleichheiten zu kompensieren. In der Folge können diese Muskeln ständig zu stark beansprucht sein und auch andere Muskelregionen mitbelasten. So kann eine CMD entstehen, die kein völlig einheitliches Krankheitsbild hat. Meist besteht ein verstecktes Problem, das der Körper kurzzeitig ausgleichen kann. Aber in Stresssituationen fällt diese Fähigkeit oft weg und es kommt zu den unterschiedlichsten Beschwerden. Dazu zählen beispielsweise Rücken-, Nacken-, Ohren- oder Gesichtsschmerzen ebenso wie Knie- oder Hüftschmerzen.

Kann es auch durch Zähneknirschen oder -pressen zu einer CMD kommen?

Dr. Vivell: Beim Zähneknirschen werden die Zähne mit Druck aufeinandergerieben, während beim Zähnepressen der Druck auf eine bestimmte Stelle trifft. Beides ist eine natürliche Stressbewältigung und muss nicht zwingend Beschwerden auslösen, insbesondere bei einem Regelbiss. Hat der Patient allerdings zusätzlich einen Fehlbiss, arbeitet die Muskulatur mehr, um die Dysbalance auszugleichen. Bei vielen besteht dann besonders nachts im Schlaf eine ständige muskuläre Anspannung. Außerdem werden die Zähne abgerieben, was wiederum ein Ungleichgewicht auslösen kann, sofern dies nicht gleichmäßig erfolgt.

Wie ist der Weg zu den individuellen therapeutischen Maßnahmen und worin bestehen diese?

Dr. Vivell: Das Wichtigste bei der gründlichen Diagnostik ist, immer den ganzen Menschen zu betrachten. Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch folgen gezielte Funktionsanalysen. Dabei werden der Kiefer und seine muskulären Strukturen manuell und instrumentell analysiert. So werden beispielsweise die Bewegungsabläufe des Kiefergelenkes elektronisch und computergestützt aufgezeichnet. Ein spezieller Kausimulator, in den die patientenindividuellen gescannten Modelle des Ober- und Unterkiefers installiert sind, simuliert die Bewegungen. Zusätzlich wird eine Analyse durch ein Fernröntgen-Seitenbild beurteilt.

Welche Therapien gibt es?

Dr. Vivell: Oft kann mit einer individuell angefertigten Zahnschiene, die nachts getragen wird und die Muskulatur entspannt, eine Besserung erzielt werden. Ergänzend können Maßnahmen wie Osteopathie oder Physiotherapie erfolgen. Ist die Schienenbehandlung erfolgreich, kann die fehlerhafte Bisslage auch dauerhaft korrigiert und die Kieferposition verbessert werden. Dies kann beispielsweise mit Keramikauflagen, Zahnersatzanpassungen, Kieferorthopädie oder Zahnbegradigungen erfolgen.

Welche Möglichkeiten gibt es für Menschen mit einer CMD noch?

Dr. Vivell: Da eine CMD auch die sportliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen kann, profitieren viele Leistungs- und Hobbysportler von einer individuell angepassten Trainingsschiene. Regelmäßiges Training mit der Sportschiene kann Schnelligkeit, Maximalkraft, Ausdauer und Agilität verbessern. Die während des kurzfristig härteren Zubeißens erfolgende Stimulation der Zahnrezeptoren verbessert die Muskelperformance und den gesamten Bewegungsablauf und maximiert so die sportliche Leistung. Außerdem können die Schienen nach intensivem Training für Entspannungsimpulse in der Kiefermuskulatur sorgen und so die Regeneration fördern.

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Kontaktinformationen

Dr. med. dent. Claudia Vivell
Master of Science
Schlüterstraße 60
20146 Hamburg-Rotherbaum
Tel.: 040 / 410 44 19
praxis@dr-vivell.de
www.dr-vivell.de
www.ästhetik-und-funktion.de