Wenn das Kniegelenk schmerzt!

Mit Hyaluronsäure und arthroskopischer Gelenktoilette ist oft eine Linderung möglich

Immer mehr Menschen leiden unter einem Verschleiß des Gelenkknorpels in den Kniegelenken. Die Veränderungen können dabei von einer Erweichung des Knorpels bis hin zur manifesten Arthrose reichen. Betroffen sind beileibe nicht nur ältere Menschen. Auch in jungen Jahren kann durch genetische Veranlagung, Überbeanspruchung bei bestimmten Sportarten und Übergewicht oder auch als Folge von Verletzungen eine Knorpelschädigung entstehen. 

Der Verschleiß der Gelenkoberfläche ist  häufig mit erheblichen Schmerzen verbunden, die die Patienten daran hindern, dem geliebten Sport nachzugehen, am kulturellen Leben teilzuhaben oder sich mit Freunden zu treffen. Kurz gesagt, das ganze soziale Leben kann betroffen sein. Vor allem die ersten Schritte nach dem Aufstehen oder das Treppenlaufen können zur Qual werden. 

Wichtig ist eine sorgfältige Diagnose

Früher hielt man diese durch Verschleiß bedingten Veränderungen für schicksalhaft und konnte therapeutisch wenig dagegen tun. Dies hat sich heute jedoch grundlegend geändert. Voraussetzung für die Therapie ist aber immer eine sorgfältige Diagnose. In den meisten Fällen kann der erfahrene Arzt schon durch die klinische Untersuchung, das Röntgenbild und in bestimmten Fällen durch eine zusätzliche Kernspintomographie das Ausmaß des Knorpelverschleisses beurteilen und eine stadiengerechte Therapie einleiten. Wie der Orthopäde Dr. Karl erklärt, können die Veränderungen am Gelenkknorpel aber am genauesten bei einer arthroskopischen Untersuchung erkannt werden. Dr. Karl: „Bei der Gelenkspiegelung können alle Strukturen im Gelenk betrachtet und mit dem Tasthaken auf ihre Konsistenz hin beurteilt werden. Die Veränderungen, die man feststellen kann, reichen von leichten Knorpelerweichungen über Auffaserungen und schollige Ablösungen bis hin zum vollständigen Knorpelverlust der sog. Knorpelglatze.“

Bei Frühstadium Hyaluronsäure

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Sind die Verschleißerscheinungen noch nicht so sehr ausgeprägt, also bei Erweichung und leichter Auffaserung des Knorpels, hat sich bei Dr. Karl die Behandlung mit dem körpereigenen „Schmier“- und Nährstoff Hyaluronsäure sehr bewährt. „Bei Gelenkschäden durch Arthrose ist in der Regel nicht nur die Menge der Gelenkflüssigkeit vermindert, sondern meist ist sie auch durch begleitende entzündliche Veränderungen in ihrer Zusammensetzung so gestört, dass die Ernährung des Knorpels deutlich vermindert ist“, erklärt Dr. Karl. „Durch das Einspritzen des Hyaluronsäurepräparates wird nun nicht nur die Gleitfähigkeit im Gelenk wesentlich gefördert, sondern auch die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen wird dadurch verbessert. Das Knorpelgewebe, das bei den verschleißbedingten Veränderungen ja manchmal nahezu trocken liegt, kann nun sozusagen wieder auftanken und das oft sehr schmerzhafte Gelenkreiben wird hierdurch beseitigt oder zumindest verringert. Außerdem erfolgt durch die Zufuhr von außen eine Anregung der körpereigenen Hyaluronsäureproduktion im Gelenk.“

Manchmal muss eine „Säuberung“ des Gelenks sein

Liegt bereits ein scholliger Zerfall des Knorpels mit sich frei im Gelenk bewegenden Knorpelstücken vor, so sollte zunächst eine sog. arthroskopische Gelenktoilette vorgenommen werden. Dr. Karl macht deutlich, dass die freien Knorpelpartikel nicht nur zu einer entzündlichen Gelenkreizung führen, sondern auch einen mechanischen Schmirgeleffekt „wie Sand im Getriebe“ bewirken können. Die Folge ist ein immer schnelleres Fortschreiten der Erkrankung, da die einmal gelösten Partikel rasch andere – immer größere – Knorpelstücke aus der Oberfläche herausreißen. Dr. Karl: „Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Daher werden bei einer Gelenkspiegelung mit mehreren Litern einer Spülflüssigkeit zunächst das saure Milieu und die schmirgelnden Knorpelpartikel aus dem Gelenk herausgespült. Die aufgebrochene Gelenkoberfläche wird dann mit dem Shaver – ähnlich wie mit einem Rasierapparat – geglättet und ‚poliert‘, um einem Herausbrechen neuer Knorpelstücke vorzubeugen.“

Allein hierdurch wird oftmals eine z.T. über Jahre anhaltende Beschwerdebesserung erreicht. In anderen Fällen kann durch die arthroskopische Gelenktoilette eine günstige Ausgangssituation für eine Behandlung mit Hyaluronsäurepräparaten geschaffen werden. Für Dr. Karl ist das Ziel aller Bemühungen in jedem Fall, die Patienten wieder möglichst beschwerdearm und mobil zu machen, damit sie dann selbst durch Bewegung und Muskelkräftigung ihre Kniegelenke pflegen und stärken können. 

 

ORTHOpress 4 | 2001

Alle Beiträge dienen lediglich der Information und ersetzen keinesfalls die Inanspruchnahme eines Arztes*in. Falls nicht anders angegeben, spiegeln sie den Stand zur Zeit der Erstveröffentlichung wider. Die aktuelle Einschätzung des Sachverhalts kann durch Erfahrungszuwachs, allgemeinen Fortschritt und zwischenzeitlich gewonnene Erkenntnisse abweichen. 

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