Schwere Beine

VonUlrike Pickert

Vor allem wenn weitere Symptome wie ein Spannungsgefühl, Schmerzen, Schwellungen, Juckreiz oder äußere Veränderungen der Haut (Besenreiser, sichtbare Krampfadern) hinzukommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann anhand verschiedener Diagnoseverfahren (z. B. Dopplersonografie) feststellen, woher die Beschwerden kommen. So kann z. B. ein krankhaft verändertes Venensystem die Ursache sein. Wird dieses nicht behandelt, kann es im schlimmsten Fall zu Thrombosen oder Embolien kommen.

Kranke Venen

Unser Herz pumpt das Blut durch unsere Blutgefäße (Adern), um die verschiedenen Organe und Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Durch die Arterien wird das Blut mit hohem Druck vom Herzen weggepumpt und durch die Venen unter niedrigerem Druck zum Herzen zurückbefördert. Hilfreich ist dabei Bewegung, denn durch die sogenannte Muskelpumpe wird das Blut leichter nach oben transportiert. In den Venen sorgen die Venenklappen dafür, dass das Blut trotz des niedrigen Drucks – auch entgegen der Schwerkraft – in die richtige Richtung zum
Herzen fließt. Funktionieren diese Ventile nicht mehr richtig (z. B. aufgrund einer Gewebeschwäche), wird das Blut unter Umständen aus den Beinvenen nicht mehr in ausreichendem Maß nach oben gepumpt und „versackt“ in den Beinen. Bei einem dauerhaften Rückstau erweitern sich die Venen im Bereich der Stauung und können zu typischen Krampfadern werden.

Durch den Rückstau des Blutes steigt also der Druck auf die Gefäßwände. Dadurch tritt vermehrt Flüssigkeit aus dem Blut in das Gewebe über, welche sich dort anlagert. Umgangssprachlich spricht man auch von „Wasser in den Beinen“, welches das Schweregefühl noch verstärkt. Sogenannte Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe) können aber auch andere Ursachen haben. Bei einem Lymphödem etwa funktioniert das Lymphsystem nicht mehr richtig, sodass der Abtransport der Flüssigkeit aus dem Gewebe behindert ist.

Behandlung von schweren Beinen

Treten die schweren Beine nach einem zu langen und / oder zu heißen Tag auf, so reicht es häufig schon, die Beine hochzulegen und sich auszuruhen. Langes Sitzen – vor allem mit übereinandergeschlagenen Beinen – sollte vermieden werden. Auch empfiehlt es sich, ausreichend zu trinken. Bleiben die Beschwerden bestehen oder treten immer wieder auf, ist es angeraten, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann bei Bedarf die nötige Krampfadertherapie einleiten oder z. B. Kompressionsstrümpfe verschreiben, die von außen Druck auf die Venen ausüben und den Blutfluss normalisieren. Zusätzlich bringt eine spezielle Venengymnastik das Venensystem in Schwung. Ein Lymphödem muss entsprechend seiner Ursache, z. B. mit Lymphdrainage, behandelt werden.

Schweren Beinen vorbeugen

Mit ein paar Tricks und etwas Überwindung können Sie schweren Beinen und Venenproblemen vorbeugen.

  • Legen Sie Ihre Beine so oft wie möglich hoch.
  • Bewegen Sie sich ausreichend und vermeiden Sie langes Stehen und Sitzen – vor allem mit übereinandergeschlagenen Beinen.
  • Müssen Sie berufsbedingt viel sitzen, bewegen Sie zwischendurch regelmäßig die Füße und aktivieren so die Muskelpumpe.
  • Kneipp-Anwendungen (z. B. kalte Güsse) bringen müde Beine in Schwung.
  • Übergewicht sollte reduziert werden.
  • Achten Sie bei Socken und Strümpfen darauf, dass die Bündchen nicht zu eng sind.
  • Sogenannte Stützstrümpfe können helfen, einem Venenleiden vorzubeugen.

von Ulrike Pickert

aus ORTHOpress 2/17

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