Renaissance eines Hilfsmittels – die Orthese bei Gonarthrose

VonMalte van den Berg

Renaissance eines Hilfsmittels – die Orthese bei Gonarthrose

Durch die Verwendung hochwertiger Materialien kommt ein bewährtes Hilfsmittel neu zur Geltung. Eine speziell für Gonarthrosepatienten entwickelte Prothese gibt Grund zum Optimismus.

Arthrotische Veränderungen der Gelenke, insbesondere des Knies, werden, so der Duisburger Orthopäde Dr. Frank Blass, immer mehr zu einer „Volkskrankheit“, unter der besonders jüngere Patienten und Sportler leiden. Ursache sind häufig moderne Extremsportarten und „Freizeitvergnügen“, die zu einer Überforderung der Gelenke beitragen.

Schlechte Versorgung des Gelenkknorpels führt zu Verschleißerscheinungen

Neben der Überbelastung durch Sport – hier sind besonders Band- und Meniskusverletzungen zu nennen – bringt auch Übergewicht eine unphysiologisch hohe Belastung der Kniegelenke und damit oft die Entstehung der Arthrose mit sich. Der damit einhergehende Bewegungsmangel führt zu einer weiteren Verschlechterung der Ernährung des Gelenkknorpels, was zu Verschleißerscheinungen bereits weit vor Erreichen des Rentenalters beiträgt. Die Ernährung des Gelenkknorpels läßt sich mit  verschiedenen Medikamenten, die intraartikulär injiziert werden, beeinflussen. Die Palette reicht von homöopathischen Präparaten über Chondroprotektiva bis zu Interleukin II Inhibitoren. Entscheidend bleibt aber, dass diese Medikamente nach der Injektion  aus der Synovialflüssigkeit des Kniegelenkes in den Knorpel transportiert werden. Da Bewegung der Motor für den Transport der Nährstoffe in den Knorpel ist, rät Dr. Blass seinen Patienten, die Knie ohne Belastung zu bewegen. Das kann man einmal machen durch ein gezieltes Ergometertraining mit niedrigster Wattzahl bei zügiger Umdrehung oder durch Gehen unter Entlastung der verschlissenen Gelenkflächen.

Da häufig nur eine Seite des Kniegelenkes erheblichen Verschleiß zeigt, bietet sich die Verwendung einer achsstabilisierenden Orthese wie z.B. die Gonarthroseorthese Artrocare OA an.

Hohe Akzeptanz bei Patienten 

Die Leichtigkeit der aus Karbon gefertigten Schiene zum einen und die einfache Handhabung zum anderen ermöglicht es, diese Schiene bei nahezu allen Patienten mit Varus- oder Valgusgonarthrose einzusetzen.

Dr. Blass resümiert: „Die Gonarthroseorthese, die sehr benutzerfreundlich gestaltet ist, trägt dazu bei, dass die Patienten früher in den Arbeitsprozess zurückkehren. Da sie sich durch leichtes Anlegen, optimale Passform, kleines Gewicht und geringes Auftragen auszeichnet, wird sie fast immer gewissenhaft genutzt.“ Die Patienten sind mit der Orthese sehr zufrieden und widmen sich, nachdem sie sie einige Wochen getragen haben, oft wieder verstärkt körperlichen Aktivitäten. Ermutigend und bestätigend sind auch die ersten Verlaufsuntersuchungen. Erfreulich ist auch die kooperative Einstellung der Krankenkassen, die nur gelegentlich eine ausführliche Begründung verlangten, solange ihnen die entsprechende Ortheseverordnung noch nicht bekannt war. Ein Wermuthstropfen bleibt, da die zum Knorpelaufbau geeigneten Medikamente selten durch Kassen erstattet werden.

 

aus ORTHOpress 2/2002

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