Ärzte und Therapeuten vereinen sich zum Kampf gegen den Schmerz

Die Internationale Gesellschaft für Triggermedizin IGTM

Im Juli 2000 wurde von Ärzten und Therapeuten die IGTM gegründet, die ihren Sitz in München hat. Orthopress sprach mit dem 1. Vorsitzenden und Begründer der Trigger Stoßwellentherapie, Dr. Wolfgang Bauermeister.

Warum wurde die IGTM gegründet?

Die IGTM möchte der Trigger-Krankheit unter den Ärzten und Patienten zur Anerkennung verhelfen, denn fast jeder Mensch mit Rücken- und Bandscheibenbeschwerden, Schmerzen und Problemen des Bewegungssystems leidet unter dieser Krankheit, die von sog. Triggern ausgelöst wird.

In Ihrem Büchern „Das Rückenfit Programm“ und „Schmerzfrei durch Osteopraktik“ beschreiben Sie Trigger als verdickte Muskelfasern, die zu Schmerzen und Verspannungen führen. Wodurch entstehen diese Trigger?

Verletzungen der Muskeln durch Fehlhaltungen, Überbelastungen oder Unfälle verursachen Stoffwechselstörungen in den Muskelfasern, die mit einer Minderdurchblutung und Sauerstoffmangel einhergehen. Mit der Zeit bilden sich so Knoten und Stränge – Trigger –  und senden Schmerzsignale in entfernte Regionen des Körpers. Das Problem: Schmerzort und Schmerzursache liegen weit voneinander entfernt, wodurch eine Behandlung schwierig wird.

Ist das vielleicht eine Erklärung dafür, warum es so viele Menschen mit chronischen Schmerzen gibt?

Wir Ärzte lernen die Symptome zu behandeln, aber über die wirklichen Ursachen machen wir uns wenig Gedanken. Wenn symptomorientierte Methoden versagen ist der Patient „austherapiert“ und muss lernen, mit seinen Schmerzen zu leben. Dieser Zustand ist unerträglich. Deshalb wurde die IGTM gegründet, denn dort kommen Fachleute zusammen, die mit der Triggerdiagnostik und Triggerbehandlung der Ursache der Probleme auf den Grund gehen und den „austherapierten“ Patienten wieder Hoffnung geben können.

Woher weiß ich denn, dass ich unter den Symptomen der Triggerkrankheit leide?

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In meinem Buch „Das Rückenfit Programm“ gibt es eine schrittweise Anleitung für die Selbstdiagnose. Zusätzlich können Sie einen Schmerzfragebogen bei der IGTM erhalten, der von einem Arzt ausgewertet wird und ihnen hilft, einen geeigneten Behandler zu finden.

In der Orthopädie gibt es doch so viele Krankheiten des Muskel- und Skelettsystems, die Schmerzen verursachen z.B. Gelenkverschleiß oder Bandscheibenprobleme, welche Bedeutung haben denn da die Trigger?

In der Orthopädie machen wir aus Symptomen Krankheiten der Muskeln, Sehnen, Sehnenansätze, der Gelenke, der Wirbelsäule und der Bandscheiben. Trigger verkürzen den Muskel, verspannen ihn und überlasten dadurch die Sehnen, Sehnenscheiden, Schleimbeutel, Sehnenansätze, und Gelenke. An jedem Punkt können Beschwerden entstehen, deren gemeinsame Ursache die Trigger sind. Gleichermaßen entstehen Fehlstellungen der Wirbelsäule und Bandscheibenvorfälle.

Stellt die Triggermedizin die Orthopädie nicht praktisch auf den Kopf?

So muss man es wohl sehen. Damit wird die bedeutsame Rolle der IGTM deutlich, denn wir müssen gegen fest verankerte Glaubenssätze bei den Ärzten, Therapeuten und Patienten ankämpfen. Die meisten Probleme in der Orthopädie sind durch Trigger verursacht, oder sie sind ein entscheidender Faktor in der Entstehung von chronischen Schmerzen.

Sie haben vor ca. 2 Jahren die Trigger–Stoßwellentherapie entwickelt, hat das die Akzeptanz ihrer neuen Triggermedizin verändert?

Seitdem ich begonnen habe, Trigger mit Stoßwellen zu behandeln, sind statt früher 20% jetzt 80% der Teilnehmer meiner Ausbildungsseminare Ärzte. Durch die Öffentlichkeitsarbeit der IGTM und durch weitere Forschung hoffen wir, mehr Ärzte und Therapeuten auszubilden, um das Schicksal vieler Menschen verbessern zu können.

 

aus ORTHOpress 04|2002

Alle Beiträge dienen lediglich der Information und ersetzen keinesfalls die Inanspruchnahme eines Arztes*in. Falls nicht anders angegeben, spiegeln sie den Stand zur Zeit der Erstveröffentlichung wider. Die aktuelle Einschätzung des Sachverhalts kann durch Erfahrungszuwachs, allgemeinen Fortschritt und zwischenzeitlich gewonnene Erkenntnisse abweichen. 

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