Plastische Chirurgie: Natürlichkeit setzt sich durch

Wer kennt sie nicht: Die Schauspielerinnen vornehmlich U.S.-amerikanischer Provenienz, denen man die schönheitschirurgischen Eingriffe an Lippen, Nase und Brust auf ‚zehn Meilen gegen den Wind’ ansieht. Von den Medien auf die plötzlich so schwellend hervorgetretenen Rundungen angesprochen, gibt sich die Ertappte dann meist ahnungslos – in der Mehrheit der Fälle natürlich ohne Erfolg. Aber woher kommt es, dass wir gewissermaßen ’instinktiv’ eine vergrößerte Brust von ihren natürlich gewachsenen Vorbildern gleicher Größe unterscheiden können? Dazu der Plastische Chirurg Dr. Klaus Hebold von der Kölner MediaPark-Klinik:

„Das Problem der Vergangenheit war, dass die Implantate zwar stetig weiterentwickelt wurden bezüglich Oberflächenbeschaffenheit und der Inhaltsstoffe, die Form der Implantate jedoch stets mehr oder weniger gleich blieb: rund und symmetrisch. Dies führte insbesondere bei größeren Implantaten zu einem unnatürlich ballonierten Dekolleté. Die Brust wird zwar – wie gewünscht – voluminöser, aber jedermann weiß, dass die Natur eine solche Form niemals hervorbringen würde.“

Biodimensionale Implantate schaffen Abhilfe

’Natürliches Aussehen’ ist daher der meist an erster Stelle genannte Wunsch der Patientinnen an Dr. Hebold. Und heute ist diese Forderung auch durchaus zu erfüllen. Dr. Hebold: „Die Entwicklung sog. ‚Biodimensionaler Implantate’ geht auf den amerikanischen Plastischen Chirurgen John Tebbetts zurück. Sie sind anatomiegerecht geformt und mit einem schnittfesten Silikonpolymer gefüllt. Das Ergebnis nach der Brustvergrößerung mit anatomischen Implantaten ist eine ansprechende Körpersilhouette, die das dominante obere Brustvolumen früherer Implantate vermeidet. Solche ‚Kohäsivgel-Implantate’ enthalten spezielle Moleküle, die miteinander vernetzt sind und daher nicht mehr auslaufen können. Überdies gleicht das Tastgefühl des weichen Silikongels weitgehend dem von natürlichem Brustgewebe, so dass auch das in der Vergangenheit berüchtigte ‚pralle’ Gefühl einer weitgehend normalen und angenehmen Haptik weicht.“

Minimalinvasive Operationstechniken erlauben Eingriff fast ohne Blutverlust

Zu einem bestimmten Volumen kann der Plastische Chirurg heute aus einer Palette von 9 verschiedenen Implantatformen wählen. Die Implantate unterscheiden sich dabei hinsichtlich der Form der Implantatbasis und der Projektion. Mit unterschiedlichen Positionierungstechniken stehen so weitere Möglichkeiten zur Verfügung, das Ergebnis hinsichtlich Natürlichkeit zu optimieren. Spezialinstrumente mit glasfaserkabeloptischer Ausleuchtung verbessern erheblich den Operationsablauf und erhöhen die Sicherheit. Aufgrund der heute zur Verfügung stehenden endoskopischen Techniken kann die Operation der Brustvergrößerung ohne wesentlichen Blutverlust durchgeführt werden. „Durch die direkte Einsicht in das Operationsgebiet per Endoskop und die Präparation unter Sicht kann bei geringster Traumatisierung des umliegenden Gewebes ein kosmetisch optimales Ergebnis erzielt werden“, erläutert Dr. Hebold. Unnatürlich wirkende Ballonbrüste sind damit passé. An ihre Stelle treten wohlgeformte, natürlich wirkende Brüsten, denen man auf Grund ihrer Form nicht mehr ansehen kann, dass ein Plastischer Chirurg bei der Korrektur des Schicksals mitgeholfen hat.

Eingriff kann ambulant erfolgen

Die Mehrzahl der Patientinnen kann nach der Brustvergrößerung noch am selben Tag wieder nach Hause gehen oder bleibt für eine Nacht in der Klinik. Bleibt noch die Frage, die potentielle Interessentinnen wohl am meisten interessieren dürfte: Wie teuer ist denn nun eine solche ‚naturähnliche’ Brustvergrößerung? Dr. Hebold: „Natürlich ist der Umfang des Eingriffs entscheidend. Im Mittel muss man für einen solchen Eingriff einschließlich der Implantate und der Narkose schon etwa € 5.500,- veranschlagen, wenn er ambulant erfolgt. Ist ein stationärer Aufenthalt vonnöten, so erhöht sich der Betrag entsprechend der Aufenthaltsdauer in der Klinik.“

 

aus ORTHOpress 03|2002

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