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Leben & Gesundheit

Wann ist eine Auffrischimpfung gegen Corona sinnvoll?

corona

Seit dem weltweiten Ausbruch der Covid-19 (Corona)-Pandemie, der Ende 2019 eingesetzt hat, hat sich das Infektionsgeschehen deutlich verändert. Zurzeit geht man davon aus, dass ein Stadium eingetreten ist, das Epidemologen als endemisch-wellenförmig bezeichnen. Gemeint ist damit, dass das Virus zwar weiterhin übertragen wird, die Infektionen jedoch in den meisten Fällen milder verlaufen. Ein Grund dafür liegt darin, dass sich die Immunität in der Bevölkerung durch Impfungen und durchgemachte Infektionen deutlich erhöht hat. Viele Menschen dürften sich daher die Frage stellen, ob eine weitere Impfung überhaupt noch nötig ist.

Die Entwicklung hochwirksamer Impfstoffe gegen Corona und die breit angelegte Impfkampagne haben zu einer Reduktion der Anzahl schwerer Krankheitsverläufe geführt und dazu beigetragen, dass besonders vulnerable Personengruppen geschützt werden. Außerdem geht man davon aus, dass eine Infektion mit einer der zurzeit vorherrschenden Omikron-Subvarianten im Vergleich zu früheren Virusvarianten seltener zu Long-Covid führt.

Risikogruppen empfiehlt die STIKO eine Auffrischimpfung

Ein sehr großer Teil der Menschen besitzt inzwischen eine Basisimmunität. Gemeint ist damit, dass das Immunsystem dreimal Kontakt mit den Bestandteilen des Erregers hatte. Dies kann durch eine Impfung oder durch eine Infektion geschehen. Dabei sollte einer dieser Kontakte in Form einer Impfung stattfinden. Ob eine jährliche Auffrischung gegen das Coronavirus Sars-Cov-2 für Personen mit einer Basisimmunität sinnvoll ist, hängt laut STIKO, der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts, von mehreren Faktoren ab. Sie hält folgende Personengruppen für risikobelastet und empfiehlt ihnen daher eine zusätzliche jährliche Auffrischimpfung im Herbst:

  • Alle Menschen über 60 Jahre
  • Bewohner von Pflegeeinrichtungen
  • Personen ab einem Alter von sechs Monaten mit relevanten Grunderkrankungen
  • Menschen jeden Alters, die ein erhöhtes berufliches Infektionsri-siko haben, da sie in der medizinischen und pflegerischen Versorgung in direktem Kontakt zu Patienten oder Bewohnern stehen
  • Familienangehörige und enge Kontaktpersonen von Personen, bei denen durch die Covid-19-Impfung vermutlich keine schützende Immunantwort erzielt werden kann
  • Menschen, die zu einer dieser Gruppen gehören und im laufenden Jahr bereits mit Sars-Cov-2 infiziert wurden, benötigen, falls ihr Immunsystem nicht beeinträchtigt ist, laut STIKO in der Regel keine Covid-19-Auffrischimpfung. Keine gesonderte STIKO-Empfehlung für eine jährliche Auffrischimpfung gibt es für Long-Covid-Patienten.

Die Impfentscheidung sollte stets individuell nach ärztlicher Beratung erfolgen. Dabei ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf gegenüber dem Nutzen der Impfung und möglichen Nebenwirkungen abzuwägen. Die beste Zeit für die Impfung ist der Herbst, die Zeit des Jahres, in der die meisten Infektionen stattfinden. Die Covid-19-Impfung kann zeitgleich mit der Grippeschutzimpfung durchgeführt werden.

von Fred Mühldorf

Wer noch keine Basisimmunität gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 besitzt, sollte sich nach Empfehlung der STIKO impfen lassen, wenn er zu einer der folgenden Personengruppen gehört:

  • Alle Menschen ab 18 Jahre
  • Bewohner in Pflegeeinrichtungen
  • Kinder und Jugendliche im Alter von sechs Monaten bis 17 Jahren, welche unter einer Grundkrankheit leiden, die mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf einhergeht
  • Personen jeden Alters mit einem erhöhten beruflichen Infektionsrisiko in der medizinischen und pflegerischen Versorgung mit direktem Kontakt zu Patienten oder Bewohnern
  • Familienangehörige und andere Personen ab einem Alter von sechs Monaten, die in engem Kontakt mit Menschen stehen, bei denen nach einer COVID-19-Impfung keine schützende Immunantwort zu erwarten ist
  • Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere