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ORTHOPÄDIE UPDATE 2024

Schloss Werneck Aufmacher

Das letzte Jahr war ereignisreich im Orthopädischen Krankenhaus Schloss Werneck. Zahlreiche Neuerungen, Baumaßnahmen und erneut mehr Endoprothesen haben das Team herausgefordert. Was im Einzelnen passiert ist und wie es 2024 weitergeht, erfahren wir von Prof. Dr. med. Christian Hendrich, dem Ärztlichen Direktor von Schloss Werneck.

Herr Prof. Hendrich – ein anstrengendes Jahr liegt hinter Ihnen. Wie ist es gelaufen?

Prof. Dr. Hendrich: Überraschend gut. Unter anderem haben wie unsere Zahlen steigern können, wir sind gesund geblieben und haben unser Team verjüngt.

Stichwort Zahlen – Sie haben noch einmal mehr Knie- und Hüftgelenke mit dem Roboter eingesetzt. Wie viele waren es genau?

Es waren über 1.600 künstliche Kniegelenke und mehr als 130 Hüften bei insgesamt über 3.200 Endoprothesen. Damit sind wir führend in Europa. Unsere mittlerweile 4 Roboter laufen an jedem Tag. Was hat der Patient davon? Letztlich eine mit keinem anderen OPVerfahren erreichbare Präzision. Mit der Hand kann ich weder auf 0,1 mm genau sägen noch die Beinachse auf 0,5° präzise korrigieren. Tatsächlich haben wir noch nie so gute Ergebnisse bei Knieendoprothesen gesehen wie heute.

Dabei lassen Sie die Patienten bereits nach 2 Stunden aufstehen. Ist das nicht extrem schmerzhaft?

Tatsächlich ist der Patient am OP-Tag durch unsere Spritzentechniken sehr gut vor Schmerzen geschützt. Erst am Tag danach besteht ein höherer Schmerzmittelbedarf, am zweiten Tag nach der OP kommen die meisten Patienten mit der Basismedikation bereits gut zurecht.

Sie entlassen Ihre Hüft-Patienten häufig bereits am zweiten Tag nach der OP und das funktioniert sehr gut. Wie ist es bei den Knieprothesen?

Die Kniegelenke sind sozusagen einen Tag langsamer – im nächsten Jahr können wir viele unserer Kniepatienten dann am ebenfalls am zweiten Tag nach der Operation entlassen.

Und das funktioniert?

Bei den meisten Patienten problemlos. Unsere Ziele sind klar definiert: Sicheres Gehen an Unterarmgehstützen, 16 Treppenstufen, eine trockene Wunde und ein mit Tabletten gut beherrschbarer Schmerz…

Und falls Sie das nicht erreichen?

Dann sind wir flexibel und der Patient kann länger bleiben.

Was gibt es Neues an der Hüfte?

Eine neue Möglichkeit der Beinlängenmessung. Es handelt sich um ein neuartiges Röntgenmessverfahren mit unserem Röntgenroboter Siemens-RAX. Der Roboter fährt das Bein von oben bis unten ab und erzeugt ein verzerrungsfreies Röntgenbild. Wir können dann die Beinachse und die Beinlängen auf den Millimeter genau messen.

Mit dem Messwert füttern Sie dann Ihren OP-Roboter?

In dieser Kombination ist das ziemlich einzigartig. Patienten mit stark unterschiedlichen Beinlängen können profitieren.

Roboteroperation im Astronautenhelm
Die neue Software erlaubt eine individualisierte OP-Technik

Bei so viel High-Tech – haben Sie genug Personal?

Es ist wie überall. In jeder Abteilung können wir noch ein oder zwei Kollegen mehr vertragen. Viele Krankenhäuser klagen über zu wenig Anästhesisten und OP-Schwestern… Unsere Anästhesieabteilung besteht ausschließlich aus erfahren Fachärzten – diese große Expertise und ein menschlich und technisch außergewöhnlicher Chefanästhesist machen die Arbeit bei uns attraktiv. Bei den OP-Schwestern haben wir eine Verstärkung durch tunesische operationstechnische Assistenten erhalten, die aufgrund ihrer Ausbildung in französischen Spitzeninstitutionen unser Team hervorragend verstärken.

Umgebaut haben Sie auch noch?

Na ja – eigentlich nur renoviert. Die letzte unserer Bettenstationen haben wir runderneuert. Alle Zimmer mit Parkblick, Parkettboden, LED-Beleuchtung… Unser Bezirkstagspräsident hat die Station gerade eingeweiht.

Bezirkstagspräsident Stefan Funk eröffnet die renovierte Station

Was sagen Sie zur Gesundheitsreform?

Die ist glücklicherweise erst einmal gescheitert. Mit der Einführung eines neues Vergütungssystems, der sogenannten Hybrid-DRGs, sollten die Patienten auch große Operationen nur noch ambulant bekommen. Patienten und Krankenhäusern sollten die Leittragenden sein. Nun ist dieser Plan auf 2025 verschoben.

Ihr Ausblick für 2024?

Es wird herausfordernd – aber wenn nicht wir, wer dann?

Prof. Dr. med. C. Hendrich, Ärztlicher Direktor

Orthopädisches Krankenhaus Schloss Werneck
Spezialklinik für Endoprothetik, Orthopädie und Unfallchirurgie
Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung

Tel.: 09722 / 21 14 03

www.orthopaedie-werneck.de

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