Den Füßen genügend Raum geben

VonKlaus Bingler

Den Füßen genügend Raum geben

Ein Morton-Neurom verhindern

Sie sehen schick aus und machen lange Beine. Viele Frauen ziehen oft und gerne High Heels an. Doch gesund sind die Schuhe mit den hohen Absätzen nicht, im Gegenteil. Wer oft und lange High Heels trägt, läuft Gefahr, einen Spreizfuß und in der Folge sogar ein sogenanntes Morton-Neurom (Morton-Neuralgie) zu entwickeln.

Bei einem Morton-Neurom handelt es sich um eine Schädigung der die Zehen versorgenden Nerven im Fuß. Durch dauerhafte Kompression verdickt sich der Nerv im Bereich der Mittelfußköpfchen besonders häufig zwischen dem dritten und vierten Strahl oder es bildet sich eine Entzündung, was zu starken Schmerzen im Vor- und Mittelfuß  führt. Ein Morton-Neurom entwickelt sich oft infolge eines Spreizfußes. Bei einem Spreizfuß senkt sich das Quergewölbe des Vorfußes ab, sodass die Belastung beim Gehen nicht mehr richtig abgefangen wird. Ursache ist z. B. ein verstärkter Druck auf den Vorfuß durch das Tragen hochhackiger Schuhe. Ein Morton-Neurom kann sich auch aufgrund zu enger Schuhe entwickeln, bei denen die Nerven dauerhaft eingequetscht werden. Die Schmerzen bei einem Morton-Neurom sind brennend oder stechend und können für die Betroffenen sehr unangenehm werden. Zusätzlich können sich die Zehen taub anfühlen. Die Symptome bessern sich in der Regel, wenn die Schuhe ausgezogen und die Füße massiert werden. 

Diagnose

Die vom Patienten beschriebenen Symptome geben dem Arzt erste Hinweise auf ein mögliches Morton-Neurom. Beim Abtasten kann der Arzt feststellen, ob sich der Schmerz bei Druck auf den Nerv verstärkt – ein relativ sicherer Hinweis auf ein Neurom. Zur Bestätigung veranlassen die Ärzte oft eine MRT-Untersuchung und / oder spritzen eine Mischung aus einem Lokalanästhetikum und Kortison an die betroffene Stelle. Hilft die Spritze, weist dies ebenfalls auf ein Morton-Neurom hin. Gleichzeitig dient die Injektion als Therapie. In manchen Fällen kann durch mehrfaches Spritzen eine dauerhafte Schmerzfreiheit erreicht werden.

Therapie

Das Einspritzen von Kortison und einem Lokalanästhetikum stellt nur eine mögliche konservative Therapieform dar. Des Weiteren können spezielle Einlagen und Massagen die Schmerzen lindern. Den Patienten wird zudem angeraten, ausreichend weite und flache Schuhe zu tragen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann im Rahmen eines operativen Eingriffs entweder das Bindegewebe eröffnet werden, um den Druck auf den Nerv zu nehmen, oder die Ärzte entfernen das verdickte Nervenstück und, wenn nötig, den benachbarten Schleimbeutel. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant, unter Vollnarkose oder unter örtlicher Betäubung. Auf Wunsch kann der Patient dabei in einen Dämmerschlaf versetzt werden. Nach der Operation darf der Fuß eine Zeit lang nicht belastet werden. Dauerhaft kann ein Taubheitsgefühl zwischen den Zehen bestehen bleiben, welches jedoch in der Regel nicht als störend empfunden wird. 

Vorbeugen

Folgendes kann dazu beitragen, einem Spreizfuß und einer Morton-Neuralgie vorzubeugen:

• Bequeme Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen und flachen Absätzen

• Gymnastikübungen für die Füße

• Barfußlaufen

• Übergewicht vermeiden

von Ulrike Pickert

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Klaus Bingler administrator