Beckenschiefstand – nicht nur ein optisches Problem

Kein Mensch ist völlig symmetrisch gebaut. So kommen Beinlängendifferenzen relativ häufig vor. In vielen Fällen sind aber die Beine nur scheinbar unterschiedlich lang. ORTHOpress sprach mit dem Heilpraktiker Oliver Wolke, der in seiner Kölner Praxis Patienten mit scheinbar unterschiedlich langen Beinen nach einem Drei-Stufen-Konzept behandelt.

Herr Wolke, was ist die eigentliche Ursache unterschiedlich langer Beine?

In den meisten Fällen liegt ein Beckenschiefstand bzw. eine Beckenverwringung vor, das heißt es ist zu einer Verdrehung im Iliosakralgelenk, zwischen Kreuz- und Darmbein, gekommen. Dadurch erscheint nicht nur das entsprechende Bein verkürzt, sondern die gesamte Statik des Körpers ist gestört. Das kann nicht nur zu Verspannungen und Schmerzen im Wirbelsäulenbereich führen, sondern auch Auswirkungen auf entfernte Körperregionen und Organe haben. 

Wie kann man so einen Beckenschiefstand erkennen?

In ausgeprägten Fällen genügt dazu das bloße Auge. Mit osteopathischen Untersuchungsmethoden und mit Hilfe der Beckenwaage lassen sich aber auch kleinste Veränderungen feststellen.

Mit welchen Methoden greifen Sie nun korrigierend ein?

Damit ein Fehlstand überhaupt korrigiert werden kann, muss zunächst die Muskulatur entspannt werden, was ich durch homöopathische Mittel und durch eine Hochfrequenzbehandlung erreiche. Darauf folgt im zweiten Schritt eine umfangreiche manuelle Behandlung mit osteopathischen und chiropraktischen Handgriffen. Dadurch wird das Becken wieder in die richtige Position gebracht. 

Und dann laufen die Patienten plötzlich wieder mit zwei gleich langen Beinen herum?

Für die Patienten ist es ganz wichtig, dass in einem dritten Schritt die neuen Haltungs- und Bewegungsmuster richtig eingeübt werden, um einen Rückfall zu verhindern. Ohne die aktive Mitarbeit geht es da nicht, wenn Schmerzfreiheit und Beweglichkeit erhalten bleiben sollen. 

Herr Wolke, herzlichen Dank für das Gespräch.

 

aus ORTHOpress 2 | 2002

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