Was ist eigentlich ein Hüftschnupfen?

VonUlrike Pickert

„Mama, ich kann nicht mehr laufen. Meine Hüfte tut so weh!“ Der kleine Bennett weint vor Schmerzen und hält sich an seiner Mutter fest. Dabei ist er gar nicht erschöpft oder müde. Auch leidet der Sechsjährige nicht unter Wachstumsschmerzen, wie man annehmen könnte. Er hat, wie Ärzte sagen, einen „Hüftschnupfen“.

Darunter versteht man eine vorübergehende aseptische Entzündung des Hüftgelenkes, die mit starken Schmerzen, besonders bei der Innenrotation des Beins, einhergeht, welche bis ins Knie ausstrahlen können. Die Kinder humpeln und haben manchmal auch Fieber. Betroffen von der meist einseitig auftretenden „Coxitis fugax“, so die medizinische Bezeichnung, sind überwiegend Jungen im Alter von etwa drei bis zehn Jahren. Die Ursachen sind nicht restlos geklärt, jedoch geht der Erkrankung vielfach ein Atemwegsinfekt voraus, woher wohl auch die Bezeichnung Hüftschnupfen kommen dürfte.

Wichtig ist der Ausschluss schwerwiegenderer Hüfterkrankungen

Eine einfache Ultraschalluntersuchung reicht in der Regel aus, um einen Hüftschnupfen zweifelsfrei zu diagnostizieren. Die Blutwerte sind meist unauffällig, sodass die Abgrenzung von einer –
auch vorkommenden – bakteriellen Hüft­entzündung nicht schwerfällt. Auch eine Hüftkopfablösung (Morbus Perthes) und eine juvenile Arthritis sollten wegen der ähnlichen Symptome ausgeschlossen werden. Im Gegensatz zu diesen schwerwiegenderen Hüfterkrankungen heilt ein Hüftschnupfen meist innerhalb weniger Tage folgenlos aus. Bei einem starken Gelenkerguss kann Flüssigkeit zur Entlastung und für eine weiterführende Diagnostik abpunktiert werden; in der Regel reichen Schonung und die Gabe von leichten schmerzstillenden und entzündungshemmenden Präparaten jedoch völlig. Dabei wird empfohlen, zur Verlaufskontrolle die Laborwerte zu kontrollieren: Verschwindet der Hüftschnupfen wider Erwarten nicht nach kurzer Zeit von selbst wieder, sollte eine schnelle Abklärung erfolgen, ob nicht doch etwas anderes hinter den Beschwerden steckt.

von Arne Wondracek

aus ORTHOpress 1/20

Fragen und Antworten

Wie äußert sich ein Hüftschnupfen?

Bei einem Hüftschnupfen leiden die Kinder unter teils starken Schmerzen in der Hüfte, welche ein normales Gehen unmöglich machen. In einigen Fällen haben die Kinder zusätzlich Fieber.

Wie lange dauert ein Hüftschnupfen?

Ein Hüftschnupfen heilt in der Regel nach etwa einer Woche aus.

Wie entsteht ein Hüftschnupfen?

Die Ursachen eines Hüftschnupfens sind noch nicht vollständig geklärt. Oftmals geht der Erkrankung jedoch ein Atemwegsinfekt voraus.

Über den Autor