Inhaltsverzeichnis
- Herr Prof. Dieckmann, was ist dasBesondere an der Unterstützung durch das ROSA® Robotic System?
- Welche Vorteile bietet der Roboter für Sie als Operateur?
- Wie kann man sich die Zusammenarbeit mit dem Roboter im OP genau vorstellen?
- Das ROSA® Robotic System ist bei Ihnen seit Oktober 2025 im Einsatz: Wie wird das System angenommen?
- Welche Vorteile haben Patient:innen von der Unterstützung des Roboters im OP?
Was Mensch und Roboter gemeinsam leisten Gelenke verbinden die Knochen im Körper miteinander und sind die Achsen der Beweglichkeit. Wenn sie nicht mehr funktionieren,
zum Beispiel durch starke Arthrose, leidet die Beweglichkeit, Kraft und letztlich die Lebensqualität aufgrund von Schmerzen der Betroffenen. Ein künstliches Gelenk ist dann oft der letzte Schritt in der Behandlungskette. Dabei stellt das Kniegelenk eine besondere Herausforderung dar: Es ist das größte Gelenk des Körpers, die Kombination aus Oberschenkel- und Schienbeinknochen, Kniescheiben, Menisken, Bändern, Schleimbeuteln und mehr ermöglicht seine einzigartige Scharnier- und Drehfunktion. Doch auf dem Knie ruht auch eine große körperliche und vor allem statische Belastung. Der Erfolg einer Knieersatzoperation ist daher eng mit der Passform und Funktion des neuen Knie-Implantats verbunden. Am 1. Januar 2026 hat Prof. Dr. Ralf Dieckmann die Nachfolge von Prof. Dr. Schmidt als Chefarzt der Orthopädie in der ATOS Orthoparc Klinik in Köln angetreten. Gemeinsam mit Dr. med. Ahmet Ercan, Chefarzt Endoprothetik Hüfte & Knie, betreut Prof. Dieckmann Betroffene, insbesondere bei Endoprothetik- und Revisionschirurgie an Hüfte und Knie, Infektionsbehandlung bei Endoprothesen und sportorthopädischen Eingriffen. Seit Oktober 2025 steht den beiden dafür ein ganz neues Werkzeug zur Verfügung: Der ROSA® Robotic System Assistenzroboter.
Herr Prof. Dieckmann, was ist dasBesondere an der Unterstützung durch das ROSA® Robotic System?
Prof. Dieckmann: Mit dem ROSA® Robotic System hält modernste Robotik Einzug in den Operationssaal im ATOS Orthoparc Köln. Dr. Ercan und ich arbeiten mit diesem speziellen Assistenzroboter, der die Implantation von Knieprothesen präziser und sicherer macht. Das System, das in Köln bislang einzigartig ist, gilt als wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der orthopädischen Chirurgie. Unser Ziel ist es, möglichst die natürliche Anatomie jedes individuellen Falles wiederherzustellen und eventuell vorhandene Fehlstellungen zu korrigieren. Insbesondere, wenn diese schon zu Abnutzungserscheinungen und Arthrose geführt haben. Gerade im Bereich des Knies ist es dafür entscheidend, dass die Statik stimmt, damit das künstliche Gelenk lange einsatzfähig bleibt. Dank der präzisen Sensoren, Live-Daten und einem Roboterarm des ROSA® Robotic-Systems können wir noch besser auf die individuellen Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten eingehen.
Welche Vorteile bietet der Roboter für Sie als Operateur?
Prof. Dieckmann: Beim Einsetzen der Knieprothese spielt die Genauigkeit eine große Rolle. Damit sich das künstliche Gelenk später möglichst natürlich anfühlt, müssen Knochen und Weichteile exakt vorbereitet werden. Auch Nerven, Muskeln und Gefäße sollen bestmöglich geschont werden. Vor dem Eingriff wird das Bein des Patienten dreidimensional vermessen: Auf Basis dieser Daten erstellt das System ein individuelles 3D-Modell, das die optimale Position der Prothese berechnet. Diese digitale Planung dient während der Operation als Leitfaden, der uns beziehungsweise dem Operateur auf einem Bildschirm angezeigt wird. Es ist live sichtbar, wie sich jeder Schritt auf die spätere Beinachse und Statik auswirkt. Selbst bei größter Erfahrung kann man nicht jedes Detail der Anatomie vollständig überblicken. ROSA® hingegen gibt uns ein objektives Echtzeit-Feedback, das die Sicherheit zusätzlich erhöht.
Wie kann man sich die Zusammenarbeit mit dem Roboter im OP genau vorstellen?
Dr. Ercan: Neben der guten Vorbereitung und Planung liefert der Roboter während des Eingriffs vor allem Echtzeitdaten: Zunächst werden Navigationspunkte, sogenannte „Tracker“ an genau definierten Stellen befestigt, die von der Kamera des Roboters aufgezeichnet werden. Mittels dieser Tracker kann das System während der OP die exakte Position des Knies im Raum bestimmen und somit als eine Art Navigationssystem unterstützen. Wie ein modernes Auto, das den Fahrer mithilfe eines Spurhalteassistenten durch eine fremde Stadt führt, liefert der Roboter kontinuierliche Orientierung im Operationsfeld. Er zeigt an, wo Knochenmaterial entfernt werden muss, wie die Prothese ausgerichtet werden soll und wann man Gefahr läuft, die optimale Position zu verlassen. Jeder Arbeitsschritt bleibt damit im zuvor geplanten Bereich – präzise bis auf den Millimeter. Aber trotz der technologischen Unterstützung bleiben wir als Ärzte in jeder Phase der Operation verantwortlich. Der Roboter führt keine eigenen Bewegungen aus, sondern unterstützt lediglich. Der Chirurg bleibt der Entscheider. Der Roboter ist ein hochpräzises Werkzeug – nicht etwa der Ersatz für einen Menschen.
Das ROSA® Robotic System ist bei Ihnen seit Oktober 2025 im Einsatz: Wie wird das System angenommen?
Dr. Ercan: Das hält sich in etwa die Waage: Einige Patientinnen und Patienten kommen gezielt wegen der robotergestützten Eingriffe, andere lehnen die Beteiligung eines Roboters strikt ab. Die meisten Patienten befürworten aber diese Technologie, wenn man Ihnen Ihre Funktionsweise erläutert. Das Standardverfahren ist nach wie vor eine gute Möglichkeit für die Behandlung. Selbst wenn der Roboter während einer Operation mal ausfallen sollte, ginge es nahtlos weiter und die Betroffenen würden immer noch sehr gut behandelt.
Welche Vorteile haben Patient:innen von der Unterstützung des Roboters im OP?
Prof. Dieckmann: Robotik in dieser Form ist eine relativ junge Entwicklung, die etwa um 2017 herum erneut Fahrt aufgenommen hat. Daher stehen die Ergebnisse von langfristigen Studien noch aus, doch kurzfristige Studien, zum Beispiel aus den australischen Registern, zeigen auf, dass die Haltbarkeit in den ersten Jahren höher ist und Patientinnen und Patienten schneller wieder fit sind. Außerdem besteht die Hoffnung, dass die Haltbarkeit der Prothesen durch die präzisere Statik nach hinten heraus verlängert werden kann. Die bisherigen Daten sind sehr vielversprechend, was beispielsweise daher resultiert, dass man die Muskelspannung mit Roboterunterstützung besser berücksichtigen kann und so die Gelenkfunktion verbessert. Letztlich profitieren Patientinnen und Patienten von der Genauigkeit des Roboters: Die Prothese sitzt passgenauer, Weichteile werden geschont, der Blutverlust ist geringer und der Heilungsverlauf verläuft häufig schneller. Mit dem Einsatz des ROSA®-Systems setzt der Orthoparc Köln auf eine Technologie, die viele Experten als Zukunft der Endoprothetik sehen: ein Zusammenspiel aus menschlicher Erfahrung und robotischer Präzision – mit dem Ziel, die Lebensqualität der Patienten nachhaltig zu verbessern.
Chefarzt der Orthopädie
Prof. Dr. Ralf Dieckmann
Chefarzt Endoprothetik Hüfte & Knie
Dr. med. Ahmet Ercan
ATOS Orthoparc Klinik GmbH
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