Inhaltsverzeichnis
- Was ist das ISG?
- Ursachen für ISG-/Beckenschmerzen
- Der Therapieweg
- Herr König, wie schließen Sie das ISG als Schmerzgenerator aus?
- Welche Möglichkeiten gibt es, um die Beschwerden konservativ zu behandeln?
- Wann ist ein Einsatz der iFuse-Implantate sinnvoll?
- Was ist der Vorteil der Verwendung von iFuse TORQ™-Implantaten bei Fragilitätsfrakturen des Beckens?
- Ihre Spezialisten für ISG-spezifische Rückenschmerzen
Rückenschmerzen können viele Ursachen haben und körperlich sowie psychisch sehr belastend sein. Betroffene haben oft einen langen Weg mit vielen Therapien hinter sich. Studien belegen, dass das Iliosakralgelenk (ISG) bei 30 % aller undefinierten unteren Rückenschmerzen beteiligt ist. Das ISG bildet das Fundament der Wirbelsäule und Veränderungen wie Degeneration, Trauma oder stärkere Belastung, z. B. nach einer Lumbalen Wirbelsäulenfusion, beeinflussen deren gesamte Balance und verursachen starke Schmerzen. Leider wird das ISG bei der Diagnose oft nicht explizit in Betracht gezogen. Ist das ISG als Schmerzursache identifiziert, gibt es effektive und sichere Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist das ISG?
Das Iliosakralgelenk (ISG) ist das größte Gelenk der Wirbelsäule. Bewegungen des Rumpfes und der unteren Extremitäten führen zu einer ständigen Lastübertragung über dieses Gelenk. Eine effektive Kraftübertragung bzw. funktionelle Stabilität des ISG ist entscheidend für die körperliche Leistungsfähigkeit – sowohl bei alltäglichen Aktivitäten wie Stehen oder Gehen als auch für die gesamte Körperstatik.
Bereits geringfügige Ungleichgewichte oder degenerative Veränderungen im ISG können ausgeprägte Schmerzen hervorrufen. Da es zahlreiche Ursachen für Rückenschmerzen gibt und viele Erkrankungen ähnliche Schmerzsymptome hervorrufen können, ist eine präzise Diagnose unerlässlich, um spezifische Schmerzquellen sicher auszuschließen.
Ursachen für ISG-/Beckenschmerzen
Das ISG kann aufgrund von Beinlängendifferenzen, muskuloskelettalen Veränderungen im Zusammenhang mit Schwangerschaften, Traumata oder vorhergehenden Operationen an der Wirbelsäule schmerzhafte degenerative Veränderungen entwickeln. Da hier besonders viele Nervenbahnen zusammenlaufen, kann eine ISG-Symptomatik auch in weit entfernten Körperregionen Schmerzen auslösen. Eine detaillierte Diagnose ist notwendig, um das ISG als Schmerzgenerator ein- bzw. auszuschließen.
Manchmal reicht schon ein kleines Trauma wie ein falscher Schritt vom Bordstein oder ein Fall aus geringer Höhe, um starke Schmerzen in der Beckenregion auszulösen.
Der Therapieweg
Ist eine ISG-Symptomatik oder Fraktur des Sakrums identifiziert, wird zunächst die konservative Therapie eingeleitet. Schmerzmittel, Physiotherapie und Infiltrationen mit z. B. Cortison und Lokalanästhetika sollen die Beschwerden lindern, was in vielen Fällen hilft. Führen diese Therapien langfristig zu keiner Linderung der Schmerzen, muss über minimalinvasivere Verfahren gesprochen werden. Die Denervierung des ISG beispielsweise behandelt jedoch nicht die Schmerzursache und es fehlt eine langfristige wissenschaftliche Validierung.
Sind alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft, sollte mit dem Patienten über eine Ruhigstellung des Gelenks gesprochen werden. Mit über 150.000 Eingriffen, seit über 15 Jahren im Einsatz und als einziges klinisches, d. h. mittels kontrollierter, randomisierter und wissenschaftlicher Langzeitstudien erprobtes Implantat hat sich das iFuse-Implantat etabliert. Die Studien weisen eine hohe Patientenzufriedenheit, Schmerzreduktion (signifikante Reduktion der Schmerzmittel) sowie eine geringe Revisions- und Komplikationsrate auf.
Seit 2025 ist neben dem iFuse 3D™ nun auch das iFuse TORQ™-Implantat verfügbar, das ebenfalls 3D-gedruckt ist und somit die Möglichkeit der Osseointegration bietet. In einem Tiermodell wurden die Ein-, An- und Durchwachsmöglichkeiten von Knochen des Implantats nachgewiesen.
Oberarzt Cem König behandelt im Klinikum Paderborn oft Patienten, die unter chronischen Rückenschmerzen durch degenerative Veränderungen, anhaltenden Schmerzen nach einer Wirbelsäulenoperation oder aufgrund einer Fraktur des Sakrums unter akuten Schmerzen leiden. Wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, setzt er bereits seit 2020 auf die iFuse-Implantate-Gruppe.
Herr König, wie schließen Sie das ISG als Schmerzgenerator aus?
Cem König: Nicht selten ist es schwer, eine eindeutige Ursache für Schmerzen im lumbosakralen Bereich ausfindig zu machen. Um im degenerativen Fall zu klären, ob tatsächlich das ISG für die Beschwerden verantwortlich ist, führen wir spezielle Provokationstests durch, indem wir an bestimmten Stellen Druck auf das Becken ausüben. Endgültige Klarheit bringen diagnostische Schmerzmittelinjektionen ins betroffene Gelenk. Führen diese zu einer deutlichen Schmerzreduktion, können wir die Diagnose ISG-Syndrom bestätigen. Selbstverständlich sichern wir diese Diagnose, andere Hüft-Wirbelsäulenerkrankungen und/oder Traumata über entsprechende bildgebende Verfahren, also Röntgen-Aufnahmen, CT oder MRT.
Welche Möglichkeiten gibt es, um die Beschwerden konservativ zu behandeln?
Cem König: Neben medikamentösen Therapieformen stehen uns zu diesem Zweck eine Reihe von manual- und physiotherapeutischen Maßnahmen zur Verfügung. Die operative Ruhigstellung des Gelenkes ist immer das letzte Mittel der Wahl. Mit den iFuse-Implantaten haben wir seit 2020 sehr gute Erfahrungen gemacht.
Wann ist ein Einsatz der iFuse-Implantate sinnvoll?
Cem König: Wie gesagt, kommt ein operativer Eingriff immer nur dann infrage, wenn alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Auf jedem Kongress, an dem ich teilnehme, wird über das ISG und dessen Versorgung diskutiert. Die ISG-Arthrodese mit den dreieckigen iFuse-Implantaten ist seit Jahren klinisch bewährt und hilft den richtig auf ISG-Syndrom diagnostizierten Patienten sehr. Die Implantate werden in einem ca. 60-minütigen, gewebeschonenden Eingriff unter Röntgenkontrolle eingebracht. Je nach Anatomie setzen wir 2 bis 3 Implantate. Ihre dreieckige Form bewirkt eine sofortige Stabilisierung und die knochenähnliche, poröse Oberfläche ermöglicht ein schnelles Einwachsen in den Knochen.
Die internationale Studienlage zur ISG Fusion mit diesen Implantaten ist, wie gesagt, sehr gut und weist auch bei unseren Patienten eine hohe postoperative Zufriedenheit, Reduktion der Schmerzmittel und, vor allem wichtig, eine sehr niedrige Komplikations- und Revisionsrate auf. Wir sehen, dass unsere Patienten bereits nach kurzer Zeit in ihren gewohnten Alltag zurückkehren und ihre Lebensqualität sich deutlich verbessert.
Was ist der Vorteil der Verwendung von iFuse TORQ™-Implantaten bei Fragilitätsfrakturen des Beckens?
Cem König: Bei Patienten mit Fragilitätsfrakturen im Sakrum zeigten iFuse TORQ™-Implantate im Vergleich zur nichtoperativen Behandlung bessere Ergebnisse, einschließlich einer schnelleren Rückkehr zur präfrakturellen Mobilität nach 6 Wochen. Die Implantatoberfläche ist speziell für die Osseointegration konzipiert. Tierexperimentelle Studien zeigten sowohl Knochen-In- als auch Knochen-Ein- und Durchwachsen sowie ein erhöhtes Ausdrehmoment, was auf eine stabile Fixation hinweist.
Ihre Spezialisten für ISG-spezifische Rückenschmerzen
Kreiskrankenhaus Greiz-Ronneburg GmbH
Departement Wirbelsäulenchirurgie
Wichmannstraße 12 · 07973 Greiz
Tel.: 03661 / 46 20 00
info@hospital-greiz.de
Dr. med. Nancy Zaspel
MVZ Neurochirurgie Paderborn
Bahnhofstraße 40
33102 Paderborn
Tel.: 05251 / 77 70 20
r.krishnan@bbtgruppe.de
Dr. Rene Krishnan
Sana Klinikum Hameln-Pyrmont
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Saint-Maur-Platz 1 · 31785 Hameln
Tel.: 05151 / 97 21 71
mohamed.altaher@sana.de
Mohamed Altaher
Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn
Husener Str. 46 · 33098 Paderborn
Tel.: 05251 / 70 21 280
Fax: 05251 / 70 21 886
Wirbelsaeulenchirurgie.BKP@bbtgruppe.de
Cem König, Oberarzt
Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen
Neurochirurgie
Brunnenallee 19 · 34537 Bad Wildungen
Tel.: 05621 / 79 52 201
d.doehl@asklepios.com
Dimitri Döhl
Ev. Klinikum Niederrhein Standort Dinslaken
Klinik für Neurochirurgie, Schwerpunkt Wirbelsäule
Kreuzstraße 28 · 46535 Dinslaken
Tel.: 0203 / 50 85 67 01 oder 0203 / 50 85 67 04
sek-wirbel@evkln.de
Dr. med. / Ph.D. Hisham Alsingaby
St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus
Sektion Wirbelsäulenchirurgie
Salzburger Straße 15 · 67067 Ludwigshafen
Tel.: 0621 / 55 01 21 00
paz-hotline@st-marienkrankenhaus.de
www.st-marienkrankenhaus.de
Dr. med. Felix Aulbach
ATOS Klinik Stuttgart GmbH
Hohenheimer Straße 91 · 70184 Stuttgart
Tel.: 0711 / 66 62 932
facharztzentrum-stuttgart@atos.de
www.atos-kliniken.com
Dr. med. Hassan Allouch, MBA, M. Sc.
MVZ Wirbelsäulenzentrum
Taufkirchen bei München
Eschenstraße 2 · 82024 Taufkirchen
Tel.: 089 / 61 45 100
info@orthopaede.com
www.orthopaede.com
Prof. Nikolai Rainov
SI-BONE Deutschland GmbH
Tel.: 0621 / 97 68 60 – 00
infodeutschland@si-bone.com
www.si-bone.de