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Rücken

Was tun bei Hexenschuss?

hexenschuss

Als Hexenschuss (Lumbalgie) bezeichnet man eine plötzliche schmerzhafte Attacke im unteren Rücken. Dabei haben die Betroffenen das Gefühl, dass eine Art Sperre eingetreten ist, die dazu führt, dass sie sich kaum noch bewegen und aufrecht stehen können.

Meist sind es Belastungen der Wirbelsäule im Rahmen von alltäglichen Bewegungen, die zu Auslösern eines Hexenschusses werden. Manchmal reicht es aus, einen Kasten Wasser anzuheben, sich zu bücken oder zu drehen. Die spontane Reaktion des Körpers auf die plötzlich einsetzenden Schmerzen besteht darin, dass die Rückenmuskeln so heftig verspannen, dass die Betroffenen quasi augenblicklich schachmatt gesetzt werden.

Der ursächliche Grund für die plötzlich einsetzenden Beschwerden liegt in vielen Fällen in der Blockade eines Wirbel- oder Kreuzdarmbeingelenks. Aufgrund abrupter Bewegungen, zum Beispiel beim Bücken oder Heben eines schweren Gegenstandes, kann es dazu kommen, dass sich die kleinen Gelenke der Lendenwirbelsäule untereinander verhaken. Da sich dort zahlreiche Nerven befinden, kann es sehr leicht zu schmerzhaften Reaktionen kommen. Entgegen landläufiger Annahmen sind Bandscheibenvorfälle nur in seltenen Fällen die Ursache für eine Lumbalgie.

Wenn Sie unter einem Hexenschuss leiden, können Sie selbst folgende Maßnahmen ergreifen, um Ihre Beschwerden zu lindern:

  • Nehmen Sie eine stufengelagerte Position mit rechtwinklig gebeugten Knien ein. Alternativ können Sie auch eine Seitenlage mit angezogenen Beinen wählen.
  • Um die Muskulatur zu lockern, sind Wärmeanwendungen in Form von Wärmekompressen, Wärmflaschen oder Wärmesalben hilfreich. Es gibt jedoch auch Menschen, die positiv auf Kälteanwendungen, etwa in Form eines kühlenden Gels, reagieren.
  • Vielfach können die Verspannungen mithilfe rezeptfreier schmerzlindernder Medikamente gelöst werden. Wirksam sind unter Umständen auch Naturheilmittel wie Teufelskralle oder Weidenrindenextrakt.

Nur bei länger andauernden Beschwerden bedarf es ärztlicher Hilfe

Da die Beschwerden meist nach wenigen Tagen von selbst wieder zurückgehen, ist ärztlicher Beistand nur selten erforderlich. Dies ist nur dann der Fall, wenn sie mehr als drei Tage andauern. Zunächst befragt der Arzt den Patienten danach, wie die Beschwerden entstanden sind. Des Weiteren wird er die Sensibilität im Lendenwirbelbereich und in den Beinen sowie die Beweglichkeit mithilfe von Muskelreflex- und Sensibilitätstests überprüfen. Falls sich dabei herausstellt, dass Lähmungen oder Gefühlsstörungen vorliegen, werden bildgebende Untersuchungsmethoden angewendet. Dazu gehören Röntgen, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie. Auf diese Weise lässt sich abklären, ob eine andere Erkrankung wie beispielsweise ein Bandscheibenvorfall Grund für die Beschwerden ist.

Liegt ein Muskelproblem als Ursache vor, sind physikalische oder chirotherapeutische Anwendungen in vielen Fällen hilfreich. Während Krankengymnastik in der akuten Phase meist nicht infrage kommt, ist sie in der Zeit danach vielfach hilfreich, um die Rückenmuskeln zu stärken. Zugleich kann man so dazu beitragen, einen Rückfall zu vermeiden.

von Klaus Bingler

Ursachen und Folgen einer Lumboischialgie

Kommt es im Zusammenhang mit einer Lumbalgie zu einer Nervenwurzelreizung des Ischiasnervs, sprechen Mediziner von einer Lumboischialgie. Die Folgen sind brennende oder stechende Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die bis ins Bein ausstrahlen und dort nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zu Taubheitsgefühlen und Lähmungen führen. Typischerweise treten die Beschwerden nur auf einer Seite auf, also an einer Gesäßhälfte und einem Bein. Häufigste Ursachen sind Bandscheibenvorfälle, lumbale Spinalkanalstenosen (Verengungen im Spinalkanal der Lendenwirbelsäule), Wirbelgleiten und Nervenwurzelentzündungen.