Lichtoptische Wirbelsäulenvermessung mit hoher Präzision

Mit der sogenannten 3D-Wirbelsäulenvermessung steht der modernen Orthopädie ein Verfahren zur Verfügung, das nicht nur diagnostische Probleme löst, sondern auch therapeutisch effizient genutzt werden kann. Geknüpft ist diese Methode – wie so viele medizinische Errungenschaften der vergangenen Jahre – an die Möglichkeiten neuer Technologien. Sie erlaubt mit Hilfe einer digitalen Bildverarbeitung eine 3D-Körpervermessung, und zwar mit bislang nicht gekannter Präzision. „Mit Hilfe dieser Untersuchung können eine mögliche Fehlstatik der Wirbelsäule sowie muskuläre Dysbalancen objektiv sichtbar gemacht werden“, erläutert der Orthopäde Dr. Ulrich Piontkowski aus Bietigheim-Bissingen.

Ohne Strahlenbelastung

Gearbeitet wird mit Lichtprojektion, gänzlich ohne Strahlenbelastung – also ohne Nebenwirkungen und Kontraindikationen. Damit eignet sich diese Untersuchungsform auch in besonderer Weise zur frühzeitigen Erkennung, Verlaufsbeurteilung und Behandlung etwa von Skoliosen bei Kindern und ist ab etwa dem fünften Lebensjahr problemlos durchführbar. Bei der Vermessung werden von dem zu vermessenden Objekt zwei Teilbilder aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen. Entsprechend der räumlichen Form und Lage des Objekts unterscheiden sich die beiden Bilder. Durch geeignete Bildanalyse kann man daraus Form und Lage des Objekts dreidimensional rekonstruieren – im Prinzip eine perfekte Weiterentwicklung der 3D-Filmtechnik.

Beurteilung von Therapieverlauf

Dr. Piontkowski: „Der Arzt kann mit Hilfe verschiedener Programmoptionen die Wirbelsäule des Patienten im Profil und von der Seite beurteilen: Hierdurch werden sowohl Fehlstellungen oder -haltungen der Wirbelsäule an sich, aber auch als Folge von echten oder funktionellen Beinlängendifferenzen (z.B.als Folge einer Hüft- oder Knie-TEP-Operation) millimetergenau erfaßt.“

Die Wirbelsäulenvermessung bietet so ideale Voraussetzungen, um den Therapieverlauf zu beurteilen und weitere Behandlungsoptionen festzulegen. Neben einer physiotherapeutischen Behandlung werden zur Haltungskorrektur auch weiche, prallelastisch gefüllte Spezialeinlagen verwendet, welche die kinesiologisch schwach testenden Muskelketten kontinuierlisch stimulieren. Die Behandlungswirkung lässt sich dabei durch die dreidimensionale Wirbelsäulenvermessung kontrollieren. Arzt und Patient haben so die Möglichkeit, den Fortschritt einer Behandlung effektiv zu messen und weitere Maßnahmen gezielt auf den Therapieerfolg abzustimmen.

 

aus ORTHOpress 2 | 2002

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