Auf Schritt und Tritt

VonRedaktion

Auf Schritt und Tritt

Schmerzende Füße und Beine

Wer kennt das nicht – nach einem längeren Fußmarsch sind die Beine schwer und die Füße wie plattgetreten. Meist hilft es dann, die „Beine hochzulegen“ oder ein belebendes Fußbad zu nehmen. Wenn Missempfindungen oder Schmerzen jedoch zum ständigen Begleiter werden, sollte man schon ein wenig genauer hinschauen, denn dahinter können sich durchaus ernsthafte Erkrankungen verbergen. Besonders jetzt im Frühjahr lohnen Beine und Füße eine Inspektion, nachdem sie wochen- oder monatelang hauptsächlich in festem Schuhwerk und dicken Socken gesteckt haben. Sind die Füße warm und haben Gefühl bis in die Zehenspitzen? Sind die Waden straff oder schmerzhaft aufgedunsen?

Schmerzen durch absinkendes Fußgewölbe

Häufiger Grund für Fußprobleme ist ein Absinken des Quer -oder Längsgewölbes des Fußes, ein sogenannter Spreiz- oder Senkfuß. Betroffene gehen nicht mehr elastisch und federnd – Stöße werden unabgemildert an Knie, Hüften und Wirbelsäule „durchgereicht“. Wenn durch eine Fußfehlstellung nicht mehr über die Großzehe abgerollt werden kann, kommt es nicht selten zu einer Metatarsalgie, bei der die Mittelfußköpfchen schmerzhaft durchgetreten werden. Oft kann hier gutes Schuhwerk oder die Versorgung mit entsprechenden Einlagen Wunder wirken. Auch bei einem fortgeschrittenen Hallux valgus können weiche Sohlen durch bestimmte Aussparungen dafür sorgen, dass die Beschwerden gelindert werden und ein schmerzfreies, normales Gehen wieder möglich ist.

Neuropathien werden oft spät erkannt

Es gibt jedoch auch zahlreiche Krankheiten, welche zu Gefühlsstörungen oder Schmerzen führen können und die zunächst kaum wahrgenommen werden – dennoch gibt es meist Anzeichen, die es zu beachten gilt. So kann etwa ein einzelner Nerv schmerzhaft gereizt sein oder auch eine Nervenkompression wie ein Tarsaltunnelsyndrom vorliegen. Treten die Missempfindungen symmetrisch auf, könnte es sich um eine beginnende Polyneuropathie handeln. Diese Nervenschädigung kann verschiedene Ursachen haben und beispielsweise auf einen unerkannten Diabetes mellitus oder eine Viruserkrankung hindeuten. Eine solche Polyneuropathie beginnt meist bei den Füßen. Zu Taubheitsgefühlen kommt ein brennender Dauerschmerz im Versorgungsgebiet der peripheren Nerven. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer erhöhten Berührungsempfindlichkeit und einer Druckempfindlichkeit von Muskeln und Nerven. Im fortgeschrittenen Stadium treten Reizerscheinungen an den Muskeln wie Krämpfe oder auch Lähmungen auf. Typisch für eine Polyneuropathie sind die socken- bzw. handschuhförmigen Gefühlsstörungen und eventuell eine Schwäche an den Füssen, seltener an den Händen, oder gar an den Beinen und Armen. Je nach Art und Verteilung dieser Reiz- und Ausfallserscheinungen bei Polyneuropathien unterscheidet man symmetrische und asymmetrische sowie rein die Empfindlichkeit (sensorische) und auch die Muskelkraft (sensorisch-motorische) betreffende Formen.

Neuropathien – was kann sie auslösen?

Neuropathische Schmerzen können sowohl durch Verletzungen als auch durch andauernde Überreizung ausgelöst werden. Polyneuropathien können durch Diabetes, Vitaminmangel, Medikamente, Drogen, Alkohol, Rauchen und Vergiftungen hervorgerufen werden. Häufigste Auslöser einer Polyneuropathie in Deutschland sind Diabetes und Alkoholmissbrauch. Darüber hinaus gibt es auch seltene entzündliche Veränderungen des peripheren Nervensystems, die zu Polyneuropathien führen können, z.B. das Guillain-Barré-Syndrom, bei dem es zu Sensibilitätsstörungen und aufsteigenden, unterschiedlich stark ausgeprägten Lähmungen im Bereich der Bein- und Armmuskulatur kommt.

Dicke Beine – Vorsicht vor Venenleiden

Besonders Wetterumschwünge gehen in diesen Tagen buchstäblich „auf den Kreislauf“, was sich häufig in dicken, geschwollenen Knöcheln oder Beinen äußert. Dahinter kann eine beginnende Veneninsuffizienz stecken: Das Blut, das vom Herzen über die Arterien in die Organe und Gliedmaßen gepumpt wird, muss gegen die Schwerkraft wieder zurück zum Herzen befördert werden. Dies geschieht in den Venen, die in ihrer Arbeit von der umgebenden Muskulatur, der sogenannten Muskelpumpe, unterstützt werden. Ventilklappen, die sich immer wieder in der Venenwand befinden, sollen ein Zurückfließen des Blutes verhindern. Übergewicht, ständiges Tragen des falschen Schuhwerks oder auch eine Bindegewebsschwäche kann zu einer Schwächung der Venenwand führen. Diese dehnt sich aus, die Venen werden geweitet und das Blut staut sich. Auf Dauer schließen die Venenklappen nicht mehr richtig, was einen Stau in den weiter unten liegenden Abschnitten bewirkt, sodass es dort zu einem Austritt von Flüssigkeit aus den Venen in das umliegende Gewebe kommt. Werden die Beine entlastet, bilden sich die Ödeme meist schnell wieder zurück. Wird der Zustand jedoch chronisch, kommt es zu sichtbaren Gefäßaussackungen – Besenreisern oder gar Krampfadern. Langfristig führt diese ständige Druckerhöhung zu weiteren Veränderungen im Gewebe. Sie gehen meist mit Verhärtungen und Pigmentveränderungen einher bis hin zum gefürchteten sogenannten „offenen Bein“. Solche durch die dauernde Druckerhöhung im Gewebe entstehenden Geschwüre stellen die Endstufe der chronisch venösen Insuffizienz dar. Schlimmstenfalls können sich an den geschädigten Venenklappen Blutgerinnsel bilden, welche ein Gefäß teilweise oder komplett verschließen können. Lösen sich Teile dieser Gerinnsel ab, werden sie mit dem Blutstrom weitertransportiert und können – in der Lunge angekommen – dort sogar eine lebensbedrohliche Embolie verursachen. Dazu muss es aber natürlich nicht kommen: Vielen Beschwerden und Symptomen lässt sich mit einer konsequenten Therapie vorbeugen. So kann zum Beispiel der venöse Rückstrom durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen ganz erheblich von außen unterstützt werden. Wichtig ist allerdings, dass solche Strümpfe oder Strumpfhosen früh genug getragen werden, sodass sich gar nicht erst bleibende Ödeme bilden. Darüber hinaus sollten Situationen vermieden werden, welche eine zusätzliche Erweiterung der gestressten Gefäße nach sich ziehen. Dazu zählt neben dem Tragen unpassenden Schuhwerks besonders die übermäßige Anwendung von Wärme. Wer unter schweren und schmerzenden Beinen leidet, sollte deshalb zumindest zeitweise auf Sauna- und Solarienbesuche sowie Fangoanwendungen und Waxing zur Haarentfernung möglichst verzichten.

Schwere Beine – besonders ein Problem in der Schwangerschaft

Viele Schwangere kennen das: Obwohl der Tag vielleicht gar nicht so anstrengend war, sind die Beine müde und geschwollen. Das liegt daran, dass die Gefäße in der Schwangerschaft viel mehr Blut transportieren müssen als sonst. Nur so können die Gebärmutter und das Kind im Mutterleib optimal versorgt werden. Zusätzlich wird durch das Östrogen im Gewebe dieses weicher und dehnbarer, sodass sich Wassereinlagerungen bilden. Im Schnitt kommt es so bei Schwangeren zu einem Mehrgewicht von etwa 15 Kilo. Sie sollten daher auf jeden Fall auf hohe Absätze verzichten, die Beine und Füße noch zusätzlich belasten. Auch eine durchblutungsfördernde Fußgymnastik – mit einem Massageroller oder einem Igelball – und regelmäßige kalte Beingüsse können helfen, die Flüssigkeitseinlagerungen abzutransportieren und eine optimale Tätigkeit der Venenpumpe sicherzustellen.

Präparate gegen Venenleiden – was bringen sie?

Die Tätigkeit der Venen kann auch medikamentös unterstützt werden. Von den zahlreich auf dem Markt vertretenen Präparaten konnte jedoch bislang nur für Rosskastanien-Extrakt, Flavonoide und Weinlaub-Trockenextrakt eine Wirksamkeit nachgewiesen werden. Salben und Cremes können zwar oberflächlich kühlen und pflegen, haben jedoch in der Regel keinen Einfluss auf die Funktion der tiefer liegenden Blutgefäße.

von Arne Wondracek

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