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Gezielt behandeln statt ersetzen – Arthrosamid® als Pfeiler der Kniearthrose-Therapie

klingenberg dr

Interview mit Dr. Markus Klingenberg, Beta Klinik Bonn

Arthrosamid® eröffnet neue Möglichkeiten in der konservativen Behandlung der Kniearthrose. Dr. Markus Klingenberg von der Gemeinschaftspraxis an der Beta Klinik Bonn erläutert, wie das innovative Polyacrylamid-Hydrogel wirkt, für wen es geeignet ist und welche Rolle der richtige Zeitpunkt der Therapie spielt.

Herr Dr. Klingenberg, Sie wenden bereits seit drei Jahren Arthrosamid® in Ihrer Praxis an. Was macht dieses Präparat besonders?

Arthrosamid® reduziert Entzündungen und damit Schmerzen im Kniegelenk. Es ist ein Polyacrylamid-Hydrogel, das einmalig in das Kniegelenk injiziert wird. Es besteht zu 2,5 % aus vernetztem Polyacrylamid und zu 97,5 % aus Wasser. Das Besondere: Es bleibt dauerhaft im Gelenk und bindet sich in die Gelenkinnenhaut (Synovialis), wodurch es Entzündungen reduziert, Schmerzen lindert und die Beweglichkeit verbessert – ohne Operation. Diese dauerhafte Integration unterscheidet Arthrosamid® klar von Hyaluronsäure oder Kortison, deren Wirkung vergleichsweise kürzer anhält.

Wie lange hält die Wirkung an?

Studien zeigen, dass eine einmalige Injektion über fünf Jahre hinweg eine deutliche Schmerzlinderung bewirken kann.1 Ein starkes Ergebnis, das Arthrosamid® zu einer wertvollen Option vor einer Endoprothese macht.

Welche Patient:innen profitieren besonders?

Unsere Erfahrung mit über 120 Behandlungen zeigt: Früher ist besser. Besonders profitieren Menschen unter 70 Jahren mit beginnender oder moderater Kniearthrose, die einen Gelenkersatz vermeiden oder hinauszögern möchten.  Arthrosamid® kann hier die Lebensqualität über Jahre deutlich verbessern.

Wie integrieren Sie Arthrosamid® in Ihr Arthrose-Therapiekonzept?

In der Beta Klinik betrachten wir Arthrose als Zusammenspiel vieler Faktoren – etwa Entzündung, Überlastung oder Stoffwechsel. Deshalb setzen wir auf ein individuelles, ganzheitliches Therapiekonzept, das verschiedene Ansätze miteinander kombiniert. Arthrosamid® kann dabei ein zentraler Bestandteil sein, weil es bei vielen Patient:innen langfristig Schmerzen verringern und dazu beitragen kann, den Zeitpunkt einer Knieprothese hinauszuzögern. Es ergänzt andere Verfahren, die wir in der Beta Klinik anbieten – zum Beispiel Eigenbluttherapie (PRP), Stammzellen- und Hyaluronsäurebehandlungen. Zusätzlich können funktionelle Orthesen das Gelenk entlasten und eine begleitende Gewichtsreduktion mit GLP-1-Agonisten („Abnehmspritze“) kann die Wirkung unterstützen. So entsteht ein maßgeschneidertes Konzept, das auf Schmerzlinderung, bessere Beweglichkeit und Gelenkerhalt abzielt – mit Arthrosamid® als Pfeiler für nachhaltige Therapieerfolge, ohne operative Eingriffe vorschnell in Betracht ziehen zu müssen.

Wie erklären Sie Patient:innen den Wirkmechanismus?

Ich sage oft: „Die Synovia ist der Hausmeister des Gelenks – eine gesunde Synovia bedeutet ein gesundes Gelenk.“ Arthrosamid® wirkt genau dort. Es integriert sich in die Gelenkinnenhaut, stabilisiert sie und stellt ihre Funktion wieder her. So entsteht eine langfristige Schmerzreduktion, während das Gelenk seine Beweglichkeit zurückgewinnt.

Wie sicher ist die Behandlung?

Das Sicherheitsprofil ist sehr gut. Die Langzeitdaten über bis zu zehn Jahre zeigen keine ungewöhnlichen Nebenwirkungen, auch nicht bei späteren Knieprothesen. Diese Ergebnisse bestätigen die hohe Biokompatibilität des Materials. In Europa wurden bereits mehr als 16 000 Behandlungen durchgeführt.

Ihr Fazit?

Arthrosamid® ist für viele Patient:innen mit Kniearthrose eine nachhaltige, minimalinvasive Option, um Schmerzen zu verringern und die Gelenkfunktion langfristig zu erhalten. Wer frühzeitig handelt, kann operative Eingriffe oft deutlich hinauszögern und länger aktiv bleiben.

Dr. med. Markus Klingenberg

Leitender Arzt – Beta Klinik Bonn Orthopädie, Arthroskopische Chirurgie (Schulter, Ellenbogen, Hand, Knie, Sprunggelenk), Fußchirurgie, Sportmedizin, Manuelle Medizin

Partner der Gemeinschaftspraxis für Neurochirurgie,
Orthopädie, Kinderorthopädie, Sportmedizin, Radiologie, Neuroradiologie und Kinderradiologie