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Arthrose verstehen – neue Hoffnung durch körpereigene Therapie

plasmaconcept becher prof

Treppensteigen wird zur Qual, Spaziergänge enden mit Schmerzen und selbst das Aufstehen am Morgen fällt schwer: So erleben viele Menschen die Folgen einer Arthrose. Sie ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen und entsteht, wenn der Gelenkknorpel im Laufe der Zeit verschleißt.

Die Ursachen sind vielfältig – Alterungsprozesse, Überlastung, Verletzungen oder genetische Faktoren können eine Rolle spielen. Gelenkerkrankungen mit entzündlicher Komponente wie Arthrose zeichnen sich durch den fortschreitenden Abbau des Knorpels und den Umbau des darunter liegenden Knochens aus. Wird sie nicht behandelt, schreitet der Prozess weiter fort und beeinträchtigt zunehmend die Lebensqualität.

Neben bewährten Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmedikamenten oder Hyaluronsäure-Injektionen gibt es eine moderne Option, die auf Selbstheilungskräften des Körpers basiert: das sogenannte autologe konditionierte Serum (ACS). Es ist besonders reich an entzündungshemmenden Botenstoffen – den sogenannten Zytokinen.

Aus einer kleinen Menge Patientenblut wird auf der speziell dafür entwickelten IMPACT Plattform ein Serum gewonnen, das reich an entzündungshemmenden Zytokinen ist. Der Arzt injiziert es anschließend direkt in das betroffene Gelenk. Dort kann es Entzündungen hemmen, Schmerzen lindern und so die Beweglichkeit verbessern.

Experteninterview

Prof. Dr. med. Christoph Becher, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie leitender Arzt am Internationalen Zentrum für Orthopädie der ATOS-Klinik Heidelberg, gibt auf Basis seiner langjährigen Erfahrung in der Behandlung von Arthrosepatienten klare Empfehlungen.

Arthrose ist eine chronische Erkrankung – mit welchen Maßnahmen können Patient*innen das Fortschreiten verlangsamen?

Prof. Becher: Regelmäßige Bewegung (z. B. Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Yoga oder Tai Chi), Muskelaufbau, Gewichtsreduktion und entzündungshemmende Ernährung können das Fortschreiten der Arthrose deutlich verlangsamen.

Welche Bedeutung haben Injektionen mit Hyaluronsäure, Kortison oder ACS in der Arthrosebehandlung?

Prof. Becher:  Injektionen mit Kortison, Hyaluronsäure oder Eigenblut (PRP/ACS) können Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen. Kortison wirkt kurzzeitig, sollte sparsam dosiert werden. Die Wirksamkeit von Hyaluronsäure hängt stark von der Art des Präparats ab. PRP und insbesondere ACS fördern durch körpereigene Wachstumsfaktoren und entzündungshemmende Zytokine die Regeneration und eignen sich besonders bei aktivierter Arthrose.

Wie oft müsste eine solche Behandlung wiederholt werden und welche Erfolge sind realistisch?

Prof. Becher:  PRP/ACS-Injektionen erfolgen meist in 3–6 Sitzungen im Wochenabstand, bei Bedarf jährlich. Studien zeigen nach 3–12 Monaten eine deutliche Schmerzlinderung, bessere Beweglichkeit und ein verlangsamtes Fortschreiten der Arthrose.

Welche Risiken und Nebenwirkungen können die verschiedenen Therapien mit sich bringen?

Prof. Becher: Nach Injektionen kann es vorübergehend zu Gelenkreizungen mit Schmerz, Wärme oder Schwellung kommen. Sehr selten treten Blutungen oder Infektionen auf; bei erfahrener Anwendung ist das Risiko jedoch sehr gering.

Prof. Dr. med. Christoph Becher