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VonStefanie Zerres

Hüftprothese – Die wichtigsten OP-Methoden auf einen Blick

Gut alle zwei Minuten wird in Deutschland ein neues Hüftgelenk eingesetzt. Doch die Patienten werden immer jünger und immer fitter – mittlerweile sind etwa 10 Prozent der Empfänger eines Kunstgelenks zum Zeitpunkt der Operation unter 60 Jahre alt, Tendenz steigend. Sie erwarten, nach der Operation möglichst schnell wieder ihre gewohnten Tätigkeiten aufnehmen und auch ihren Sport möglichst wieder betreiben zu können. Möglich wird dies durch immer kleinere und schonendere Operationszugänge. weiterlesen

VonRedaktion

Das künstliche Hüftgelenk

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Herr Professor Pfeil – seit einigen Jahren ist das St. Josefs-Hospital in Wiesbaden die Klinik mit den größten Behandlungszahlen für Hüftendoprothesen in Hessen, mit über 1.200 Operationen jährlich. Wie kam es dazu?

Prof. Pfeil: Ein zufriedener Patient sendet uns den nächsten. Jedes Jahr kommen mehr Patienten zu uns. So wird mittlerweile jedes 10. Hüftgelenk in Hessen im St. Josefs-Hospital Wiesbaden eingesetzt. Das „Paket“ stimmt. Die Operation erfolgt mit dem minimal-invasiven Wiesbadener Zugang, bei dem kein Muskel durchtrennt werden muss. Kombiniert mit Keramikköpfen und hochwertigen Pfannen, werden Knochen- und weichteilschonende Kurzschäfte implantiert. Diese Kombination erlaubt die sofortige Vollbelastung und verspricht eine sehr lange Haltbarkeit.

Ist die Qualität der Behandlung heutzutage messbar?

Prof. Pfeil: Mittlerweile gibt es hierzu unterschiedliche Methoden. Die Krankenkassen sehen, ob bei den Patienten Komplikationen auftreten und wann weitere Behandlungen diesbezüglich  notwendig sind. Zudem werden Patientenbefragungen durchgeführt. Die AOK hat hierzu eine nachvollziehbare einfache Einstufung entwickelt. Die beste Bewertung – „drei Bäumchen“ – wird nur an die 20 Prozent der Kliniken mit den besten Ergebnissen vergeben. Die hessische Geschäftsstelle Qualitätssicherung misst 14 unterschiedliche Parameter. Wir freuen uns auch hier über die überdurchschnittliche Einstufung bei allen Parametern.

Viele Patienten haben Angst vor einem Hüftgelenkersatz, können sich die Größe des Eingriffes nur schwer vorstellen.

Prof. Pfeil: Vielleicht helfen hier ein paar konkrete Daten. Wir haben gerade eine prospektive Studie mit über 100 Patienten zur Patientenzufriedenheit abgeschlossen. Die durchschnittliche Operationszeit war 35 Minuten. Bei keinem Patienten musste eine Bluttransfusion gegeben werden, keine Infektionen wurden beobachtet, es trat keine Luxation des Gelenkes auf und keine Zweitoperation war notwendig. Diese, sicherlich nur in einem spezialisierten Zentrum möglichen Ergebnisse haben auch dazu geführt, dass wir jedes Jahr bei mehr Patienten beide Hüften gleichzeitig ersetzen (bei beidseitigen Arthrosen). Von überregional kommen viele Patienten deshalb mit diesem Wunsch zu uns.

Das St. Josefs-Hospital Wiesbaden ist ein Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung. Welchen Vorteil hat dies für den Patienten?

Prof. Pfeil: Die Behandlungspfade sind standardisiert. Bei jedem Patienten erfolgt eine digitale präoperative Planung, die ihm vor der Operation als Ausdruck übergeben wird. Die Planung ist Grundlage für eine präzise Implantation. Große Beinlängendifferenzen können so vermieden werden und die Gefahr einer Hüftgelenkluxation wird minimiert. Im Zentrum operieren drei sogenannte Seniorhauptoperateure und sechs Hauptoperateure. Dies garantiert, dass immer ein kompetenter Arzt verfügbar ist. Auch werden alle Probleme, die beim Kunstgelenkersatz auftreten können, kompetent adressiert. Im Zentrum werden auch ca. 90 Wechseloperationen an der Hüfte durchgeführt – Gott sei Dank meist nicht an Patienten, die im St. Josefs-Hospital Wiesbaden erstoperiert wurden.

Was ist Ihr Konzept für die Nachbehandlung der Patienten mit Hüftgelenkersatz?

Prof. Pfeil: Wichtig für den Patienten ist die umfassende Information bereits vor der Operation. Schon bei der Erstvorstellung machen wir den Patienten mit unserem Konzept hipstop+ vertraut. Dies bedeutet unter anderem, dass die Art der Nachbehandlung bereits festgelegt wird, da die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus nur kurz ist. Meist erfolgt die Nachbehandlung in einer ambulanten Institution, es besteht weiterhin die Möglichkeit einer stationären Rehabilitation und für den alten Patienten mit vielen Begleiterkrankungen kann auch die Verlegung in eine Akutgeriatrie sinngebend sein. Für alle Optionen haben wir die entsprechenden Partner in unser hipstop+ Konzept eingebunden. Jeder Patient erhält ein großformatiges, bebildertes 20-seitiges Handbuch, in dem alle wichtigen Informationen enthalten sind. Zusätzlich findet jede Woche ein Vorbereitungskurs mit einem Arzt, insbesondere aber Physiotherapeuten statt. Ein freiwilliges Angebot für den Patienten vor der Operation. Auch im Internet stellen wir den Patienten umfassende Informationen zur Verfügung. Dort wird sogar eine Operation gezeigt.

Wie lange muss ein Patient im Krankenhaus  für den Hüftgelenkersatz verweilen?

Prof. Pfeil: Unsere Philosophie ist: Der Patient ist nicht krank, er hat nur ein krankes Gelenk. Unser Konzept hipstop+ beinhaltet deshalb die Mobilisation des Patienten bereits am Operationstag, damit die Selbstständigkeit erst gar nicht verloren geht. Am ersten Tag nach der Operation werden bereits die eigenen Kleider getragen und flott mit Unterarmgehstützen gelaufen. In der Regel erfolgt die Entlassung am vierten Tag nach der Operation, bei beidseitig operierten Patienten am sechsten Tag. Wenn jemand am dritten Tag zu gehen wünscht, ist dies auch möglich. Noch kürzere Zeiten streben wir aus Sicherheitsgründen jedoch nicht an.

aus ORTHOpress 3-2017

Weitere Informationen:

Prof. Dr. med. Joachim Pfeil

St. Josefs-Hospital Wiesbaden

Beethovenstr. 20

65189 Wiesbaden

Tel.: 0611 / 177 - 36 36

www.joho.de