Page 43 - ORTHOpress 3-2020 K
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                ten erforderlich ist, muss händisch per Knopfdruck ausgelöst werden. Die Hoff- nung der Patienten und Mediziner liegt in einer künstlichen Bauchspeicheldrü- se. Einige Prototypen sind bereits in den USA erhältlich. Es handelt sich hier- bei um weiterentwickelte Insulinpum- pen, die komplett vollautomatisch ohne ein Dazutun des Patienten funktionie- ren. Da es sich hierbei jedoch um hoch komplizierte technische Geräte han- delt, die bei einer Fehlfunktion großen Schaden anrichten könnten, wird es bis zu einem standardmäßigen Einsatz wohl noch eine Weile dauern.
Neue Medikamente
Auch an Medikamenten zur Behand- lung eines Typ-2-Diabetes wird viel ge- forscht. In den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich einiges getan. Zum ei- nen sind seit einiger Zeit sogenannte SGLT-2-Hemmer auf dem Markt. Diese sorgen dafür, dass mehr Zucker über den Urin ausgeschieden wird, indem sie den Rückresorptionsmechanismus für Glukose in den Nieren hemmen. Des Weiteren hat sich Anfang des Jahres ein weiteres Medikament seinen Weg auf den Diabetesmarkt gebahnt. GLP-1- Rezeptoragonisten, auch Inkretin-Mi- metika genannt, werden bereits seit Langem erfolgreich in der Behandlung von Diabetes und Übergewicht einge- setzt. Sie verlangsamen unter anderem die Magenentleerung und verstärken das Sättigungsgefühl. Bislang mussten sie jedoch immer gespritzt werden. Seit diesem Jahr steht bestimmten Typ-2- Diabetikern ein GLP-1-Rezeptoragonist in Tablettenform zur Verfügung.
Positionspapier
Im Kampf gegen Diabetes haben die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), die Deutsche Diabetes-Hilfe (diabetesDE) und der Verband der Diabetes-Bera- tungs- und Schulungsberufe in Deutsch- land (VDBD) 2019 ein Positionspapier auf den Weg gebracht, welches zukünftig dazu beitragen soll, die Zahl der Diabeti- ker und Diabeteskosten zu verringern. Die Gesellschaften fordern unter ande- rem eine Steuererhöhung für ungesunde Lebensmittel, eine bessere Kennzeich- nungvonLebensmitteln,generelleStan- dards für Schul- und Kitaessen, ein Wer- beverbot für ungesunde Lebensmittel, welches sich an Kinder und Jugendliche richtet, sowie mehr Bewegungsangebote in Schulen. Weiterhin sollen mehr Dia- betologenausgebildetundmehrGeldin die Diabetesforschung gesteckt werden. Die Organisationen sprechen sich auch für einen Ausbau der Früherkennungs- programme sowie bessere Angebote und Aufklärung für Patienten aus.
von Ulrike Pickert
Medizin aktuell l ORTHOpress
    



























































































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