Page 29 - ORTHOpress 3-2020 K
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                laut Meinung von Forschern auf die tradi- tionelle mediterrane Kost zurückführen. Sie habe dazu beigetragen, die Bevölke- rung vor Herzinfarkten, Schlaganfällen und Krebs zu schützen. Wie inzwischen durch Studien belegt wurde, können auch Menschen, die unter rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew oder ande- ren rheumatischen Erkrankungen leiden, von einer Mittelmeerdiät profitieren. Im- merhin wurde die Mittelmeerküche auf Antrag mehrerer Mittelmeerländer in die Liste des Weltkulturerbes aufgenom- men. Zu ihren wesentlichen Bestandtei- len gehören:
GICHT UND ERNÄHRUNG
➞ Getreide, Gemüse und Früchte, ins- besondere Tomaten: Frische Früchte, Vollkorngetreide und Gemüse in al- len Farben sorgen für Vitamine, Mi- neralstoffe und Antioxidantien.
➞ Oliven und Olivenöl: Neben dem Ver- zehr von Oliven empfiehlt es sich, kaltgepresste Öle mit hohem Anteil an ungesättigten Fettsäuren wie Oli- venöl zur Hauptfettquelle zu machen und diese zum Kochen und Backen sowie für Salatsoßen zu benutzen. Allerdings sind diese in der Regel nicht zum Braten geeignet.
➞ Fisch und Meeresfrüchte: Der Bedarf
an tierischem Protein sollte durch Fisch und Meeresfrüchte gedeckt werden. Allerdings werden diese in der mediterranen Küche nur selten paniert und frittiert.
➞ Nüsse und Kerne: Neben Erbsen, Lin- sen und Kichererbsen liefern sie in großem Maße pflanzliches Fett und Nahrungsfasern.
➞ Eier: Sie gelten als eine Quelle hoch- wertigen Proteins und werden in zahlreichen traditionellen Back- rezepten verarbeitet.
von Klaus Bingler
Ratgeber l ORTHOpress
   Gicht ist eine Stoffwechselstörung, die zu schmerzhaften Entzündungen in den Gelenken führt. Die Ursache für die Erkrankung besteht darin, dass sich zu viel Harnsäure im Blut befindet, welche sich in Kristallform in der Gelenkhaut ablagert. Harnsäure ist ein Abbauprodukt der Purine, die in vielen Lebensmitteln vorkommen. Es ist möglich, durch eine gezielte Umstellung der Ernährung den Harnsäurespiegel zu kontrollieren, um Anfälle zu vermeiden und zu ver- hindern, dass es zu Langzeitschäden kommt. Dabei spielen drei Aspekte eine entscheidende Rolle:
1. Eine purinarme Ernährung:
Es sind vor allem Fleisch- und Fischerzeugnisse, die Purine enthalten. In besonderem Maße gilt das für Haut, Innereien, Wurst, Meeresfrüchte und bestimmte Fischarten. Aber auch bestimmte pflanzliche Lebensmittel wie Spargel und Hülsenfrüchte wie Linsen sind relativ purinreich.
2. Alkoholverzicht:
Alkohol sollte nur in möglichst geringen Mengen konsumiert werden. Denn dieser behindert die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren. Als besonders ungünstig erweist sich vor allem Bier, da es neben Alkohol auch sehr viel Purin enthält.
3. Die Vermeidung von Fruchtzucker:
Gicht und Fruchtzucker (Fruktose) stehen erwiesenermaßen in einem engen Zusammenhang. Das hat damit
zu tun, dass die Harnsäure-Ausscheidung durch Fruchtzucker behindert wird und auf diese Weise Gichtanfälle begünstigt werden. Enthalten ist Fruktose vor allem in Obst und Fruchtsaft, aber auch in vielen Lebensmitteln wie zum Beispiel in Keksen, Speiseeis und Pizza. Beim Kauf von Fertigprodukten sollte man darauf achten, dass auf den Verpackungen möglichst keine Begriffe wie Fruktose, Glukose-Fruktose oder Maissirup stehen. Generell empfiehlt es sich, den Konsum von Zucker, Weißmehl- und Fertigprodukten deutlich zu reduzieren.
4. Reduktion der Fettzufuhr:
Auf den Verzehr von zu viel Fett sollte verzichtet werden, da es ebenfalls die Ausscheidung von Harnsäure hemmt. Man sollte darauf achten, nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Energiezufuhr über Fette zu decken. Allerdings
ist diese Grenze wegen der hohen Energiedichte von Fett schnell erreicht.
5. Gewichtsabnahme:
Wer sein Gewicht auf ein Normalmaß reduziert, trägt dazu bei, die Harnsäurekonzentration einzupegeln und die Gelenke zu schonen. Allerdings ist von allzu extremen Fastenkuren abzuraten. Denn ein rapider Abbau von Körperfett und Muskelmasse führt zur Bildung sogenannter Ketonkörper, welche die Ausscheidung von Harnsäure einschränken.
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