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Das Muskel-Triggerpunktsyndrom
Eine Ursache – verschiedene Schmerzen
Bei Beschwerden im Bewegungsapparat wird die Ursache meistens dort gesucht, wo es dem Patien- ten wehtut. Ist die Ursache nach der körperlichen Untersuchung nicht geklärt, werden Bilder ange- fertigt: Röntgen-, Ultraschall- oder MRT-Bilder und auch diese meistens von dem Körperareal, in dem der Patient die Beschwerden angibt. – Wo soll der Schmerz auch sonst herkommen?
 Eine sehr häufige Ursache von Schmerzen des Bewegungsappara- tes wird dabei oft nicht beachtet: die
sogenannten „Übertragungsschmer- zen“. Dies sind Schmerzen, die durch kleinste, lokale Muskelverkrampfungen ausgelöst werden und in entfernte Kör- perareale ausstrahlen können. Der Aus- löser für diesen Übertragungsschmerz wird „myofaszialer Triggerpunkt“ ge- nannt: tastbare Verhärtungen im Bereich überlasteter Muskeln, die auf Druck schmerzhaft reagieren und die Funktion des betroffenen Muskels spürbar oder auch vom Patienten unbemerkt ein- schränken können. Leider sind Trigger- punkte in der alltäglichen medizinischen Bildgebung bisher nicht ausreichend
darstellbar, was ihre Diag- nostik erschwert. Nicht zu verwechseln sind diese myofaszialen Triggerpunk- te mit den sogenannten „Tenderpoints“ des Fibro- myalgiesyndroms.
Beispiele für häufige Triggerpunktbeschwer- den sind im Bereich des Schulterblattes, diese führen oft zu Übertrags- schmerzen in den Ober- arm oder weiter bis in die Hand. Triggerpunkte der
Nackenmuskulatur strahlen in der Re- gel in den Kopf- und Gesichtsbereich (Stirn, Auge) aus. Bei Triggerpunkten in der Wade kann es zu ähnlichen Be- schwerden kommen, die auch ein Fer- sensporn auslöst.
Vielfältige Ursachen
Ursachen für Triggerpunkte sind vielfäl- tig: Teilweise ist es eine sportliche Überlastung oder Verletzung. Der häu- figste Grund ist heutzutage sicherlich die einseitige Fehlhaltung der Schul- ter-/Nacken- und Unterarmmuskulatur bei der Arbeit am Band oder im Büro bzw. bei der Bedienung von Smart- phones mit ständig gesenktem Kopf (sog. Handynacken).
Lösen sich Triggerpunkte nicht wieder auf und dauern an, können sie über lan- ge Fehlbelastung auch zu strukturellen Schädigungen von Knorpel und Gelen- ken bis hin zur Arthrose führen. Anders- herum kann aber auch eine bereits be- stehende Arthrose durch die erzwungene Schonhaltung im Verlauf Triggerpunkte auslösen, die dann die Arthrosebe- schwerden zusätzlich verstärken. Die Pa- tienten berichten hier oft von einer Ver- änderung der bekannten Schmerzen und sagen, der Schmerz würde nun „wan- dern“. Dies kann ein Hinweis auf Trigger- punkte mit Übertragsschmerzen sein.
Erkennt der Therapeut oder Arzt die Trig- gerpunkte als Ursache, so können sie und die damit verbunden Schmerzen beseitigt werden. Zum Teil wird eine be- reits geplante Operation der Arthrose zunächst überflüssig, da der Patient nun wieder besser zurechtkommt.
Bei Sportlern kann das Leistungsniveau wieder steigen, da die Schmerzen bzw. Funktionseinschränkung der betroffenen Muskeln aufgehoben werden konnten.
Die Kenntnis, die Diagnostik und die Be- handlung myofaszialer Triggerpunkte erfordern spezielle Kenntnisse und eine gezielte Untersuchung, die oft in der kassenmedizinischen Versorgung nicht abgedeckt werden kann.
Auf dieser Seite finden Sie eine Liste von Therapeuten mit spezieller Ausbildung in Ihrer Umgebung oder schreiben Sie uns im Internet an für weitere Informati- onen: www.igtm.org.
 IGTM-TRIGGERPUNKT-THERAPEUTEN IN IHRER NÄHE
  Praxis für Physiotherapie Bettina Pfalz Hohenstaufenring 57a 50674 Köln
Tel.: 0221 / 257 33 43 bina.pfalz@googlemail.com www.koeln-physiotherapie.de
Christel Flügge
Siebengebirgsallee 49 51147 Köln-Porz-Wahn Tel.: 02203 / 661 56 cfluegge@ch-fluegge.de
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von Dr. med. Peter Reinecke












































































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