Page 41 - ORTHOpress 1-20 Rhein-Main
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 anmehrerenGelenkenbefürchtenviele Betroffene, an Rheuma erkrankt zu sein. Es gibt jedoch wesentliche Unter- schiedezurheumatischbedingtenVer- änderungen an den Fingern. Dabei han- delt es sich immer um entzündliche Prozesse des ganzen Gewebes, die in längeren Schüben auftreten. Bei der Ar- throse hingegen kommt es nicht grund- legend und dann nur zeitweise zu Ent- zündungen. Des Weiteren tritt die rheumatoide Arthritis am häufigsten an den Fingergrundgelenken auf. Dies ist eine Stelle, die von einer Arthrose ver- gleichbar selten betroffen ist.
Oberstes Ziel: Beweglichkeit erhalten
Die konservativen Therapiemöglichkei- ten bei einer Fingerpolyarthrose verfol- gen immer das Ziel, die Beweglichkeit der Finger so gut es geht zu erhalten. Ebenfalls zielen sie auf Schmerzlinde- rung ab, sofern es schon zu Beschwer- den gekommen ist. Schonung der be- troffenen Gelenke ist nur bei starken Schmerzenundmöglichstkurzzeitigan- gezeigt. Physio- und Ergotherapie kön- nen helfen, beweglich zu bleiben. Ex- perten raten, dies auch schon durchzuführen, wenn es noch nicht zu starken Beschwerden gekommen ist, um das Fortschreiten der Erkrankung im frühen Stadium zu verlangsamen. Ange- leitet durch Therapeuten können die BetroffenenauchGriffeundHandbewe- gungen erlernen, mit denen sie ihre Fin- ger weniger belasten und eventuelle Einschränkungen kompensieren kön- nen. Möglichst tägliche Übungen in Ei- genregie können dann die Beweglich- keit der Gelenke trainieren und erhalten.
Zur Schmerzlinderung können entspre- chende Medikamente oder Thermothe- rapie angewendet werden. Bei der Wär- me- und Kältetherapie ist zu beachten, ob sich das Gelenk in diesem Moment in einer entzündlichen Phase befindet. Denn dann sollte eher mit Kälte behan- delt werden. Ansonsten wird für ein ver- schleißbedingtes Gelenk Wärme emp- fohlen. Zudem können Behandlungen mittels Ultraschall oder Reizstrom an- gewendet werden. Bringen diese nicht
operativen Behandlungen keine aus- reichende Linderung, können auch an den Fingergelenken operative Eingriffe wie Endoprothetik oder Versteifung durchgeführt werden. Sind die Finge- rendgelenke, die einen geringen Anteil an der Gesamtbeweglichkeit haben, be- troffen, wird häufig eine Versteifung in einer Beugestellung von fünf bis zehn Grad durchgeführt. Bei einer Arthrose der Fingermittelgelenke wird Betroffe- nen, die schwerere Tätigkeiten ausfüh- ren müssen, zu einer Gelenkversteifung in 30 bis 40 Grad Beugung geraten. Für weniger belastete Finger können Endo- prothesen an den Fingermittelgelenken oder Silikonplatzhalter (zum Beispiel eine sogenannte Swanson-Prothese) in den Gelenken mögliche operative Be- handlungen darstellen.
Wenn das Daumensattelgelenk betroffen ist
Bei der Rhizarthrose handelt es sich um einen Sonderfall. Da der Daumen als wichtiger Gegenpart bei allen Greif- bewegungen involviert ist, schränkt eine Arthrose hier die Betroffenen ent- sprechend stark ein. Neben den glei- chen Symptomen wie an den anderen Fingern kann es im späteren Stadium zusätzlich zu Gelenkinstabilitäten und Fehlstellungen kommen. Ist das konser- vative Therapiespektrum für die Rhizar- throse ausgeschöpft, können bei noch vorhandenem Gelenkspalt entzünde- tes Gewebe oder Osteophyten mittels Arthroskopie entfernt werden. Als chi- rurgisches Verfahren bei Daumensat- telgelenksarthrose kommt häufig die sogenannte Resektionsarthroplastik zum Einsatz. Dabei wird das große Viel- eckbein, ein Handwurzelknochen und Gelenkpartner des Daumens, entfernt (Trapezektomie). Die so entstandene Lücke füllt sich später mit Narbenge- webe und kann zwischenzeitlich durch natürliches Material (Resektionsarthro- plastik nach Epping) oder einen Kunst- stoffplatzhalter gefüllt werden. Eine sogenannte Sehnenplastik sorgt dabei für die Stabilisierung der verbleibenden Knochen untereinander.
von Stefanie Zerres
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