Page 35 - ORTHOpress 1-20 Rhein-Main
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   Ärzteteams mit der Möglichkeit zur Ein- holung einer Zweitmeinung informiert hatte, zögerte ich nicht lange und nahm meinen Mann, Stefan D., zwei Wochen später auf die gemeinsame Reise nach München gleich mit.“
Beinschmerz bei Gefäßverengung
„Beide wurden wir zunächst von der Fachärztin für Allgemeinmedizin, Frau Dr.Allmaras-Crüger, und dem Neuro- logen, Dr.Brunhölzl, untersucht“, so Stefan D. „Danach wurde bei mir der Verdacht auf eine Gefäßerkrankung gestellt und ich wurde zu einer auf Ge- fäßdiagnostik spezialisierten Radio- login auf der gleichen Etage geschickt. Nach der MR-Angiografie teilte mir Frau Dr.Scheuchenzuber mit, dass ich an einer hochgradigen arteriellen Ver- schlusskrankheit im linken Bein leide, die dringend von einem Gefäßchirurgen weiter abgeklärt werden müsste. Ich war erstaunt, aber gleichzeitig auch sehr dankbar, dass ich an nur einem halben Tag von drei Fachärzten untersucht wor- den war. Erleichterung trat ein, denn endlich kannte ich meine Diagnose!“
Dr.Schneiderhan: „Bei Sabine D. dia- gnostizierten wir nach zusätzlicher kli- nischer Untersuchung und Auswertung eines Schmerzfragebogens sowie der MR-Aufnahmen eine kombinierte Ein- engung des Wirbelkanals.“
Was ist ein verengter Wirbelkanal & was sind die besten Therapie­ möglichkeiten?
Dr.Schneiderhan: „Die Wirbelkanalver- engung stellt eigentlich nur einen Über- begriff dar und ist keinesfalls eine präzi- se Diagnose. Man muss hier sehr genau zwischen den verschieden Arten und Stadien der Einengungen unterschei- den. So gibt es bandscheiben- bzw. weichteilbedingte Einengungen, die meist konservativ oder minimalinvasiv, wie z. B. mit dem Videokatheter, behan- delt werden können. Bei kombinierten Wirbelkanalverengungen besteht eine Einengung des Wirbelkanals von vorne, z.B. durch eine Bandscheibenvorwöl- bung oder einen Vorfall und eine knö- cherne Einengung durch Wirbelgelenk- verschleiß von hinten. Hier setzen wir meist minimalinvasive Katheter- oder
Laser-Therapien ein. Bei überwiegend knöchernen Einengungen setzen unse- re Neurochirurgen endoskopische oder mikrochirurgische Verfahren mit dem OP-Mikroskop ein. Nur bei starker knö- cherner Einengung mit Verschiebung der Wirbelkörper und Wirbelgleiten kommen dann Stabilisierungsoperatio- nen zum Einsatz.“
Videokatheter statt Operation
Dr. Schneiderhan erklärt: „Mit dem Video- katheter können wir unter direkter Sicht nicht nur Engstellen im Wirbelkanal und Entzündungen, sondern auch Verklebun- gen und Narben nach Bandscheibenope- rationen untersuchen, behandeln und entfernen. Dazu führen wir den nur 1,4 mm dünnen Katheter durch das Kreuz- bein ein und leiten ihn unter direkter Sicht über eine eingebaute Videokamera milli- metergenau bis zu der schmerzenden Stelle vor. Dort injizieren wir durch den Katheter Medikamente, die die Narben und Verklebungen lösen, bestehende Schmerzen stillen, Entzündungen abklin- gen und das vorgewölbte Bandscheiben- gewebe schrumpfen lassen.“
Endoskopischer Eingriff bei knöcherner Einengung
Bei Sabine D. wurde statt einer offenen Operation und Versteifung das moder- ne Verfahren mit dem Endoskop von Neurochirurg Dr.Hadi durchgeführt. Er entfernte mithilfe des Endoskops das überschüssige Knochengewebe im Wir- belkanal, welches die Schmerzen aus- löste. „Unter Vollnarkose führen wir dazu ein nur 7 mm dünnes Endoskop von der Seite ein und schieben es unter direkter Sicht über die eingebaute Optik bis an die Wirbelsäule vor. Dabei müssen Mus- keln, Bänder und Sehnen nicht mehr abgelöst oder durchtrennt werden und es entstehen später auch keine Narben mehr“, erklärt er.
Dynamische Stabilisierung verhindert Anschlussverschleiß
„Bei ausgeprägtem Wirbelgelenkver- schleiß mit fortgeschrittener knöcherner Einengung des Wirbelkanals in Kombi- nation mit Instabilitäten führen wir die dynamische Stabilisierung durch“, sagt Prof. Rainov. „Der Vorteil besteht darin, dass die betroffenen Bereiche mit dün- nen Metallimplantaten entlastet und stabilisiert werden können, ohne die benachbarten Segmente damit zu über- lasten“,erklärtderProfessor.„DerErfolg war verblüffend“, berichtet Sabine D. „Schon nach kurzer Zeit konnte ich wie- der ohne Schmerzen gehen und meinem geliebten Sport nachgehen.“
Fazit: Zweitmeinung schützt vor Versteifungs­OP
„Das Einholen einer Zweitmeinung hat sich für uns voll gelohnt“, sagt Stefan D. heute. „Nicht nur meiner Frau, sondern auch mir geht es nach meiner Gefäß- operation wieder richtig gut.“
u MVZ Praxisklinik
Dr. Schneiderhan & Kollegen München/Taufkirchen Eschenstr. 2
82024 Taufkirchen b. München Tel.: 089/614510-65 info@orthopaede.com www.orthopaede.com Online-Terminbuchung unter: www.orthopaede.com/termin
 Dr. Frank Sommer zeigt am Modell: das Vorgehen bei der dynamischen Wirbelsäulenstabilisierung.
              Dr. Reinhard Schneiderhan erklärt einer Patientin das Wirkprinzip des Videokatheters.
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