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                       Hüftarthrose
Anfangsstadien der Arthrose
Die konservative Behandlung ist be- sonders in den Anfangsstadien der Arthrose meist gut möglich. Zu den Optionen gehören unter anderem schmerz- und entzündungslindernde Medikamente wie solche aus der Grup- pe der nichtsteroidalen Antirheumati- ka (NSAR) oder mit Enzymkombinatio- nen. Dies gilt besonders für Patienten, die dauerhaft unter Schmerzen leiden. „Wenn die Patienten weniger Schmer- zen haben, können sie auch leichter trainieren, um eventuelles Überge- wicht ab- und wichtige Muskulatur aufzubauen“, bekräftigt Dr. Frömel. Zudem kann es unterstützend sinnvoll sein, verursachende Begleitumstände
wie zum Beispiel Fußfehlstellungen zu verbessern. Dafür können Hilfsmittel wie spezielle orthopädische Schuhein- lagen genutzt werden.
Injektionstherapien
Bei fortgeschritteneren Arthrosesta- dien können eventuell Hyaluronsäu- re-Injektionen direkt in das Gelenk dessen Gleitfähigkeit verbessern. Eine weitere Möglichkeit der unterstützen- den Injektionstherapie ist die Nutzung neuerer Wirkstoffe wie das Autologe Conditionierte Plasma (ACP). Diese ent- zündungshemmenden und schmerzlin- dernden Stoffe werden aus dem Eigen- blut des Patienten gewonnen und in besonders hoher Konzentration in das Gelenk gebracht, wo sie Aufbau- und Heilungsprozesse begünstigen sollen.
Minimalinvasive Verfahren zum Knorpelaufbau und -ersatz
Die nächste Stufe im Konzept sind mini- malinvasive Verfahren, mit denen Knor- pel aufgebaut oder ersetzt werden kann. Dafür müssen bestimmte Voraussetzun- gen erfüllt sein, wie Dr. Frömel berichtet: „Wenn die Knorpelschicht noch nicht komplett abgerieben ist und es sich um klar begrenzte Defekte handelt, können außerhalb des Körpers angezüchtete Knorpelzellen dort eingebracht werden. Dieses Verfahren wird Autologe Chon- drozyten-Transplantation, kurz ACT, ge- nannt.“ Andere Verfahren sind die soge-
nannte Mikrofrakturierung oder die Pridie-Bohrung. In beiden Fällen wird der Körper angeregt, Ersatzknopel zu bilden, indem die Gelenkfläche bis in die blutführenden Schichten angefräst wird. Die dann austretenden Stammzel- len bilden nach einer gewissen Zeit be- lastbares Knorpelersatzgewebe.
Gelenkersatz immer schonend
Sind alle möglichen gelenkerhaltenden Therapiemaßnahmen ausgeschöpft worden oder die Arthrose bereits in ei- nem so weit fortgeschrittenen Stadium, dass diese Behandlungen nicht mehr zielführend sind, sollte über einen Ge- lenkersatz nachgedacht werden. Dafür stehen heute verschiedene Modelle der Endoprothesen zur Verfügung, so- dass abhängig vom Verschleiß immer nur so viel Knochen reseziert werden muss wie nötig. Dadurch wird der Weg für eine später möglicherweise not- wendige Wechseloperation erleichtert. Dr. Frömel: „Viele der Patienten sind noch sehr aktiv und nehmen oftmals auch mit der Endoprothese ihren Sport wieder auf. Somit müssen die Endoprothesen heute auch einiges aushalten können. Außerdem werden wir alle immer äl- ter. Daher ist eine Revision irgendwann wahrscheinlich und dann eine knochen- sparende Erstimplantation vorteilhaft. Dies ist häufig möglich, indem Endopro- thesenmodelle implantiert werden, die nicht gleich das ganze Gelenk ersetzen, wie etwa Kurzschaftsysteme. Sie werden zudem so minimalinvasiv wie möglich eingesetzt. Diese Operationsart ist be- sonders schonend für die Patienten, weil Muskeln und andere Weichteile so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie kommen so viel schneller wieder auf die Beine und können mit ihrem neuen Gelenk aktiv werden.“
u Praxis Dr. Frömel
Orthopädie und Unfallchirurgie Lindenstraße 42
60325 Frankfurt-Westend Anmeldung unter:
Tel.: 069 / 17 28 17 praxisfroemel@gmail.com www.dr-froemel.de
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  Die verschiedenen Stufen der Arthrosebehandlung
 → Abbau von Übergewicht und Vermeidung von Fehlstellungen → Bewegungstherapie, Muskelaufbau
→ Beseitigung von Schmerzen und Entzündungen
→ Injektionstherapien
→ Knorpelersatzverfahren (ACT, Mikrofrankturierung, Pridie-Bohrung)
→ Gelenkersatz mit modernen Verfahren und Endoprothesen
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