VonRedaktion

Ausgabe 4/2017

In dieser Ausgabe ORTHOpress behandeln wir unter Anderem folgende Themen:

– Serie: Alterspezifischer Schmerz
– Schulter: Kalk und Frost
– Unklarer Hüftschmerz
– Knietraumata
– Ischias oder Bandscheibe?
– Was ist Ergotherapie?
– Fußheberparese
– Herzinsuffizienz
– Was verät der Blick ins Auge?
– Narben und Narbenpflege
– Kinderrücken

– und viele weitere spannende Themen

 

 

Leseprobe aus der aktuellen Ausgabe:

KNIEGELENKSTRAUMA

Ein Schaden mit Folgen

Eine Kniegelenksverletzung ist eine ernstzunehmende Verletzung, die oft eine langwierige Rekonvaleszenzzeit nach sich zieht und unter Umständen zu Verschleiß- und Folgeerscheinungen führen kann. Diese machen sich oft erst Jahre später bemerkbar.
Deshalb ist es ratsam, sich mit einem Knietrauma in die Hände eines Kniespezialisten zu begeben. Nur ein erfahrener Arzt kann abschätzen, welche die individuell richtige Behandlung ist und welche Option – konservativ oder operativ – am Ende langfristig das bessere Ergebnis liefert.

Kreuzbandriss
Eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes zählt zu den häufigsten Knieverletzungen überhaupt. Die meisten Kreuzbandrisse ereignen sich beim Sport, vor allem bei Sportarten, bei denen die Füße fixiert sind, z. B. beim Ski- oder Snowboardfahren sowie beim Fußballspielen in Stollenschuhen. Verdreht sich das Bein, wird das Kreuzband überdehnt und kann an- oder komplett durchreißen. Das vordere Kreuzband spielt, gemeinsam mit dem hinteren Kreuzband sowie dem Innen- und dem Außenband, eine entscheidende Rolle für die Stabilität des Kniegelenks. Das vordere  Kreuzband reißt wesentlich häufiger als das hintere. Häufig tritt ein Kreuzbandriss nicht isoliert, sondern in Kombination mit anderen Verletzungen der Kniestrukturen auf. Sind gleichzeitig der Innenmeniskus, das Innenband (inneres Seitenband) und das vordere Kreuzband gerissen, spricht man auch von der „unhappy triad“ (unglücklichen Drei). Bei Kindern kann – häufiger als bei Erwachsenen – das Kreuzband auch knöchern ausreißen, was bedeutet, dass ein Stück Knochen an der Stelle ausreißt, an der das Kreuzband entspringt. 

Der vollständige Artikel, sowie zahlreiche weitere Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe, die ab jetzt auch in Ihrer Nähe ausliegt.
Das gesamte ORTHOpress-Team wünscht Ihnen viel Freude beim Lesen.

 


Liebe Leserin, lieber Leser,

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Das Zentrum für den Bewegungsapparat Krankenhaus St. Josef Wuppertal

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Optimale Versorgung von Schulter, Hüfte und Knie

Vor gut einem Jahr wurde das Krankenhaus St. Josef in Wuppertal als eines der ersten Häuser in Nordrhein-Westfalen als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung zertifiziert. Orthopress sprach mit dem Chefarzt und Leiter des Endoprothetikzentrums Wuppertal, Dr. Wolfgang Cordier, über die Bedeutung der Zertifizierung und die Möglichkeiten der modernen Gelenkchirurgie. 

Herr Dr. Cordier, „Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung“ klingt ja zunächst einmal nach einer Vielzahl von Eingriffen. Dabei hört man in letzter Zeit ja oft, dass auch bei uns zu viel operiert werde. Wie passt das zusammen?

Dr. Cordier: Wenn man in einem bestimmten Bereich qualitativ eine überdurchschnittliche Leistung bieten möchte, dann muss man diese auch entsprechend routiniert erbringen. Nur so kann man den notwendigen Erfahrungsschatz als operatives überregionales Zentrum aufbauen, der etwa die Führung des entsprechenden Nachweises im Rahmen des Zertifizierungsprozesses erlaubt. Wir versorgen hier in Wuppertal jährlich etwa 1.000 Patienten mit Hüft-, Knie- und Schultergelenksendoprothesen. Diese große Routine in allen Abläufen kommt der Qualität der endoprothetischen Eingriffe und damit der Sicherheit unserer Patienten messbar zugute. Darüber hinaus ist es tatsächlich so, dass in den letzten zwei Jahren in Deutschland die Anzahl der implantierten Hüft- und Knieendoprothesen rückläufig ist. Wir legen besonderen Wert darauf, alle gelenkerhaltenden Maßnahmen auszuschöpfen, denn Gelenkerhalt geht vor Gelenkersatz.

Worin bestehen diese, und wie kann man erkennen, ob eine Prothese benötigt wird oder nicht?

Dr. Cordier: Ob eine endoprothetische Versorgung notwendig ist oder nicht, hängt vom Grad des Verschleißes ab. Häufig sind nur bestimmte Bereiche des Gelenkknorpels abgenutzt, besonders bei Patienten mit Kniearthrose durch ausgeprägte Fehlstellungen, also X- oder O-Beine. In vielen Fällen können wir dann mit einer Begradigung der Beinachse dafür sorgen, dass die bislang stark belasteten Bereiche des Gelenks entlastet werden und die Arthrose weniger schnell fortschreitet. Durch eine solche Umstellungsosteotomie kann der Einsatz einer Knieprothese hinausgezögert und manchmal sogar gänzlich vermieden werden. Einen ganz ähnlichen Eingriff führen wir als eines der wenigen hochspezialisierten Gelenkzentren in Europa auch an der Hüfte durch. Bei der 3-fach-Beckenosteotomie wird das Hüftpfannendach operativ so umgestellt, dass eine mangelhafte Überdachung des Hüftkopfes korrigiert wird. Eine solche unerkannte oder unbehandelte Hüftdysplasie gilt heute als eine der Hauptursachen für eine Hüftarthrose und den späteren Einsatz einer Hüftprothese. Mit diesem Eingriff können wir viele Hüftprothesen langfristig verhindern. Natürlich beherrschen wir neben diesen die Fehlstellungen korrigierenden Eingriffen auch alle minimal-invasiven Techniken wie den vorderen minimalinvasiven Hüftzugang zur Behebung eines Hüftimpingements sowie verschiedene weitere muskelschonende OP-Techniken zum Protheseneinbau.

Röntgenbild nach beidseitiger dreifacher Beckenosteotomie bei Hüftdysplasie mit jetzt vollständiger Überdachung der Hüftköpfe (s. a.: www.dr-cordier.de).

Wenn doch einmal eine Prothese eingesetzt werden muss, welche würden Sie Ihren Patienten empfehlen?

Dr. Cordier: Die „beste“ Prothese gibt es nicht, da immer auf die individuelle Situation des Patienten abgestellt werden muss. Dies umfasst dabei nicht nur das Ausmaß der Erkrankung und seinen Allgemeinzustand und sein Alter, sondern auch die persönlichen Ansprüche an die Mobilität: Nicht jeder Prothesenempfänger muss unter allen Umständen wieder Leistungssport mit vollem Bewegungsumfang treiben können, wünscht sich aber vielleicht eine hohe Stabilität des Gelenkersatzes. Die Qualität der Versorgung hängt daher letztlich nicht von einem bestimmten Prothesenmodell ab, sondern von der Erfahrung und dem Können des orthopädischen Chirurgen sowie den technischen Möglichkeiten, die zur Durchführung des Eingriffs gegeben sind. Hier verfügen wir als überregionaler Schwerpunktversorger über modernste Implantate und Instrumente, die eine optimale Positionierung der Prothesenkomponenten bei kleinstmöglicher Muskeltraumatisierung an Hüfte und Knie erlauben.

Herr Dr. Cordier, haben Sie vielen

Dank für das Gespräch!

Auch Dr. Theodor Patsalis ist Chefarzt am Zentrum für den Bewegungsapparat St. Josef in Wuppertal. Der Leiter der Klinik für Orthopädische Rheumatologie und Handchirurgie ist ausgewiesener Spezialist für Schulter- und Ellenbogenchirurgie; seine Abteilung wurde als Ausbildungszentrum für diesen Bereich ausgezeichnet. Er erläutert, warum ein funktionierendes Schultergelenk so wichtig ist und was die moderne Medizin für seinen Erhalt tun kann.

Herr Dr. Patsalis, warum nimmt das Schultergelenk innerhalb des Bewegungsapparates eine so wichtige Stellung ein?

Dr. Patsalis: Kein anderes Gelenk hat einen solchen Bewegungsumfang wie die Schulter. Wir können unsere Arme in einem Radius von nahezu 180° bewegen – ein Bewegungsumfang, den wir auch tatsächlich nutzen. Ohne ihn könnten wir uns nicht einmal die Haare kämmen. Dieses Bewegungswunder ist dabei das Ergebnis einer genialen Anatomie: Eine relativ große Kugel, der Oberarmkopf, balanciert auf einer flachen, leicht konkaven Oberfläche, der Pfanne. Im Prinzip nicht unähnlich dem Hüftgelenk, allerdings mit einem großen Unterschied: Während der Hüftkopf fest von der Pfanne umschlossen wird, bezieht das Schultergelenk seine Stabilität aus einem komplizierten Weichteilmantel. Dieser ist aber leider nicht nur für die Funktion, sondern gleichzeitig auch für zahlreiche Probleme verantwortlich. Ist dieser Weichteilmantel nämlich verletzt, so muss er schnellstens repariert werden, um Folgeschäden am Gelenk – insbesondere eine Gelenkarthrose – zu vermeiden.

Welche Schäden sind es, die am häufigsten auftreten?

Dr. Patsalis: Das Schultergelenk kugelt beispielsweise am häufigsten infolge einer Verletzung aus. Dabei wird häufig die Gelenklippe beschädigt – sie muss schnell versorgt werden, um eine Instabilität zu vermeiden. Die meisten Schulterprobleme entstehen durch einen altersbedingten Verschleiß und Rissbildung in der großen Sehnenplatte (Rotatorenmanschette) oder auch Kalkablagerungen. Leitsymptom eines Rotatorenmanschettenschadens ist das sogenannte Impingementsyndrom, das heißt eine schmerzhafte Enge unter dem Schulterdach, hervorgerufen entweder durch Kalkeinlagerung, eine Schleimbeutelentzündung oder auch knöcherne Anbauten. Wichtig ist, solche Schmerzen buchstäblich nicht „auf die leichte Schulter“ zu nehmen, denn auch kleine Sehnenrisse können sich schnell massiv vergrößern und zu erheblichem Funktionsverlust führen. Glücklicherweise sind wir heute in der Lage, anhand der modernen Bildgebung sicher entscheiden zu können, ob eine konservative Behandlung noch Erfolg verspricht, oder ob ein operativer Eingriff angezeigt ist. Mittels arthroskopischer Techniken können wir dabei heute eine Vielzahl von Erkrankungen optimal versorgen und die Funktion der Schulter erhalten sowie eine Arthrose nach Möglichkeit verhindern.

Schulterprothese der letzten Generation: Das künstliche Gelenk wird mit minimaler Knochenresektion in die Kopfkalotte implantiert. Damit gelingt die akkurate Wiederherstellung der Anatomie, was für eine optimale Funktion sorgt.

Wenn der Gelenkknorpel aber dennoch versagt – wie sieht die Behandlung aus?

Dr. Patsalis: Auch das Schultergelenk kann durch eine Prothese ersetzt werden – auch wenn dies durch die insgesamt geringeren Fallzahlen nicht so bekannt ist. Tatsächlich führen wir sehr viele Eingriffe dieser Art durch und verfügen daher mit über die größte Erfahrung in Deutschland. Höchstes Gebot in der Schulterendoprothetik ist die akkurate Wiederherstellung der Anatomie. Aufgrund der oft erheblichen Defekte ist deshalb eine detaillierte Planung erforderlich. Wir verwenden daher individuelle, nach CT erstellte Schablonen für die Schnittführung, mit denen das Kunstgelenk absolut präzise implantiert werden kann. Auch bei sehr starken Schäden des umgebenden Weichteilmantels und des Gelenks können wir übrigens heute mit den inversen Prothesen eine zufriedenstellende Schulterfunktion erreichen: Dabei werden Kugel und Pfanne quasi vertauscht, sodass allein der Deltamuskel zum Anheben des Arms ausreichend ist – ein großer Zugewinn für die Patienten, die noch vor wenigen Jahren den weitgehenden Funktionsverlust des Armes hätten in Kauf nehmen müssen.

Herr Dr. Patsalis, herzlichen Dank für die Ausführungen!

 

Weitere Informationen:

Klinik für Orthopädie und
spezielle orthopädische Chirurgie
Tel.: 0202 / 485 - 25 01
Ort.kh-josef@cellitinnen.de
Klinik für Orthopädische Rheumatologie
Tel.: 0202 / 485 - 21 01
Orh.kh-josef@cellitinnen.de

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Hüftprothese schonend mit AMIS-Technik

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Die Motoren der Hüfte erhalten

Der Einsatz eines künstlichen Gelenks befreit Arthrosepatienten von zwei wesentlichen Einschränkungen: Schmerzen und limitierter Beweglichkeit. Durch einen speziellen Zugangsweg zum Hüftgelenk von vorn profitieren sie noch früher von einer vollen Mobilität. Im Endoprothetikzentrum der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München (LMU), Campus Großhadern (Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson), wird dies unter anderem von PD Dr. Patrick Weber und Dr. Arnd Steinbrück erfolgreich durchgeführt.

Die Abkürzung AMIS steht für „Anterior Minimal Invasiv Surgery“ und bezeichnet damit eine minimalinvasive Operationstechnik von der vorderen Körperseite aus. Zwar ist dabei auch der Hautschnitt und somit die spätere Narbe kürzer als bei anderen Zugangswegen zum Hüftgelenk, doch viel wichtiger ist die Muskelschonung im Innern. „Hierbei handelt es sich um den einzigen Zugang an der Hüfte, der nicht nur die Muskeln schont, sondern auch – im Gegensatz zu anderen Zugängen – zwischen den Nervenbahnen verläuft“, erklärt Dr. Weber. Genutzt werden dafür natürliche Muskellogen, die an dieser Stelle bestehen. So können Muskeln und Nerven vergleichbar mit einem Vorhang auseinandergehalten werden, um nach der Implantation wieder funktionsfähig zurückzugleiten. Bekannt ist diese Möglichkeit schon lange, aber erst ein speziell entwickeltes Equipment hat die Anwendung bei künstlichem Gelenkersatz an der Hüfte ermöglicht, wie Dr. Steinbrück berichtet: „Für das AMIS-Verfahren ist der spezielle OP-Tisch essenziell, da wir damit eine ganz bestimmte Beinhaltung erreichen, die uns den Zugang zum Oberschenkelknochen erlaubt.“

Schnelle Rehabilitation, verbesserte Voraussetzungen für spätere Revision

„Besonders die Gesäßmuskulatur ist wichtig für alle Hüftbewegungen. Muss dieser Muskel für die Implantation durchtrennt werden, dauert es viel länger, bis die Patienten wieder voll einsatzfähig sind“, berichtet Dr. Steinbrück. Nach der AMIS-Methode kann der Patient in der Regel bereits am ersten Tag nach der Operation aufstehen und gehen. Dr. Weber: „Dabei haben die Patienten ein deutlich besseres Gefühl für ihr neues Gelenk aufgrund der guten Kapsel- und Muskelspannung. Die Rehabilitationszeit ist kürzer als nach Traumatisierung der Muskulatur.“

Ein weiterer Vorteil durch den Zugang besteht in längerfristiger Hinsicht, bei einer möglichen Revision: „Wenn die Endoprothese später einmal aufgrund ihrer endlichen Lebensdauer ausgewechselt werden muss, steht weniger Knochen zum Verankern der Prothese zur Verfügung. Dafür findet man jedoch meist eine Lösung. Eine stark vorgeschädigte Muskulatur hingegen ist schwieriger zu bewältigen. Wurde die Muskulatur beim Ersteingriff aber völlig in Ruhe gelassen, sind die Ergebnisse der Revision mit einer kräftigeren Muskulatur viel besser. Denn diese spielt eine wesentliche Rolle für die Gelenkstabilität“, so Dr. Steinbrück. Weitere Pluspunkte sind ein geringeres Risiko für eine Luxation des Gelenks und für die Ausbildung der sogenannten heterotopen Ossifikation als Folgeerkrankung.

Die Einsatzmöglichkeiten dieses Verfahrens sind dabei nur wenig beschränkt, bei normalen anatomischen Verhältnissen ist es gut anwendbar. Auch Patienten mit Oberschenkelhalsbrüchen oder Übergewichtige können so operiert werden. Ältere Betroffene profitieren ebenso davon wie solche mit Begleiterkrankungen, da für diese Patientengruppen oft eine längere Zeit der Immobilität belastend ist. „Allein wenn eine stark veränderte Anatomie vorliegt, wie z. B. bei einer Fehlstellung oder wenn bereits in der Vergangenheit eine Osteotomie, also eine Knochenumstellung, durchgeführt wurde, ist der AMIS-Zugang nicht geeignet. Ansonsten sind unsere Erfahrungen sehr gut damit, auch hinsichtlich der Prothesenwahl gibt es kaum Einschränkungen“, so Dr. Weber.

aus ORTHOpress 3-2016

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

PD Dr. Patrick Weber,
Dr. Arnd Steinbrück
Klinik und Poliklinik für Orthopädie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München (LMU), Campus Großhadern (Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson)
Marchioninistraße 15 81377 München
Tel.: 089 / 44 00 - 737 90
info.ortho.physmed@med-uni-muenchen.de
www.orthopaedie-grosshadern.de

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Kann Schlafapnoe die Entstehung einer Demenz begünstigen?

Schlafbezogene Atmungsstörungen könnten ein Risikofaktor für das Auftreten einer Demenz sein. „Gestützt wird diese Annahme durch Tierversuche mit Simulation einer Schlafapnoe und anschließender Untersuchung der Gehirne der Versuchstiere“, erklärt Helmut Frohnhofen, Leitender Arzt Bereich Altersmedizin, Alfried-Krupp-Krankenhaus, Essen . „Hier fanden sich bei exponierten Tieren Veränderungen, wie sie auch bei Demenzerkrankten beobachtet werden“.

Zwar konnte ein sicherer Zusammenhang zwischen beiden Krankheitsbildern noch nicht bewiesen werden, dennoch liefern neuere Daten entsprechende Anhaltspunkte. So ergibt sich aus einer retrospektiven Studie aus dem Jahre 2015, dass sich bei Menschen, die Symptome einer Schlafapnoe angaben, die Manifestation einer kognitiven Beeinträchtigung oder Demenz um etwa zehn Jahre vorverlagert. Dies traf jedoch nicht auf Schlafapnoe-Patienten zu, die mit einer PAP-Überdrucktherapie versorgt wurden.

Ein echter Beweis dafür, dass ein kausaler Zusammenhangs zwischen einer unbehandelten Schlafapnoe und der Entstehung einer Demenz besteht, kann nur durch eine Interventionsstudie erbracht werden. Aktuelle Erkenntnisse zum Thema werden auf der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Dresden ausgetauscht. Das gesamte Programm und alle wichtigen Kongressinformationen sind auf der Homepage http://www.dgsm-kongress.de ersichtlich.

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5. Wirbelsäulenschmerzkongress in München

Fachübergreifende Behandlung als zentraler Erfolgsfaktor

Am Samstag, den 26. November 2016 fand unter der Leitung von Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde in München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga e.V., der 5. Wirbelsäulenschmerzkongress statt. Rund 100 Teilnehmer diskutierten im Arabella Sheraton Hotel München über moderne Behandlungsoptionen im Bereich der Wirbelsäulenmedizin. Veranstalter waren in diesem Jahr die Wirbelsäulenliga e.V. und die Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische/unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie (IGOST). Zentrales Ergebnis des Expertenaustausches ist der zunehmende Stellenwert von interdisziplinären Therapieansätzen. „Komplexe Rückenschmerzen lassen sich selten mit vorgefertigten Maßnahmen behandeln. In diesen Fällen bedarf es maßgeschneiderter Behandlungskonzepte, die auf eine enge Verzahnung von Spezialisten setzen“, betont Dr. Schneiderhan und ergänzt: „Aus diesem Grund gewinnen interdisziplinäre Zentren, in denen zum Beispiel Orthopäden, Neurochirurgen, Neurologen, Radiologen und Schmerztherapeuten fachübergreifend zusammenarbeiten, immer mehr an Bedeutung.“ Im Hinblick auf neuartige Therapien kommt dem Recht auf Information für den Patienten immer mehr Bedeutung zu. „Nur wenn Patienten über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt sind, können sie eine selbstbestimmte und erfolgversprechende Entscheidung treffen. Dazu gehört ebenso das Recht auf eine zweite Meinung. Bei diesem Thema müssen sowohl Ärzte als auch Betroffene umdenken. Denn eine Zweitmeinung einzuholen, ist kein Misstrauensvotum, sondern die wichtige Chance, die bestmögliche Therapie zu finden“, sagt Dr. Schneiderhan.

Weitere Informationen unter www.orthopaede.com

Bild: Dr. Schneiderhan

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Kürzungen bei der Vergütung könnten die endoprothethische Versorgung verschlechtern

Der Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband Privaten Krankenversicherung (PKV) haben für das Jahr 2017 den neuen Fallpauschalenkatalog (DRG-Katalog) für Krankenhäuser vereinbart. Dass dieser zahlreiche Kürzungen vorsieht, erfüllt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) mit Besorgnis. Sie sehen die hohen Qualitätsstandards in der orthopädischen Versorgung und die Patientensicherheit gefährdet. Grund dafür sind erneute Kürzungen bei der Leistungsvergütung der sogenannten diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG). So werden die Pauschalen für den Hüftgelenksersatz und für zahlreiche Maßnahmen bei der Wirbelsäulen-Therapie zum 1. Januar 2017 gesenkt. Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Generalsekretär der DGOU ist davon überzeugt, dass sich die Folgen der seit Jahren anhaltenden Abwärtsspirale in der DRG-Preispolitik ohne Qualitätseinbußen kaum noch kompensieren lassen. „Der Leidtragende ist zum Schluss der Patient. Die Menschen werden sich zukünftig wohl auf weniger hochwertige und innovative Therapie-Angebote, längere OP-Wartezeiten, noch schnellere Entlassungen aus der Klinik sowie Prothesen mit einer möglicherweise geringeren Haltedauer einstellen müssen.“

Nach dem neuen DRG-Fallpauschalen-Katalog fällt die Vergütung, die Kliniken beispielsweise für eine einfache Hüft-Total-Endoprothese erhalten, um 5,75 Prozent geringer aus als bisher. Zudem ist für 2018 eine weitere Absenkung vorgesehen. Prof. Dr. Karl-Dieter Heller, AE-Generalsekretär und Vizepräsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), verdeutlicht die Folgen der Sparmaßnahmen am Beispiel der Implantate-Auswahl für den künstlichen Hüftgelenksersatz: „Schon jetzt ist die Implantation einer hochwertigen Kurzschaftprothese mit einer Keramik-Keramik-Gleitpaarung nicht mehr kostendeckend möglich. Mit der zukünftigen Kürzung sind insbesondere spezialisierte Kliniken gezwungen, preiswertere Implantate auszuwählen. Mit einer geringeren Qualität der Implantate sinkt allerdings auch deren Verweildauer im Körper. In letzter Konsequenz könnte das in 10 Jahren eine deutlich erhöhte Rate an Revisions-Operationen zur Folge haben.“

Darüber hinaus werden auch die Möglichkeiten der konservativen stationären Behandlung erschwert. Denn Kliniken, die mehr Patienten als der Bundesdurchschnitt konservativ therapieren, sollen weniger Behandlungskosten erstattet bekommen. Prof. Dr. Frank Kandziora, Leiter der DGOU-Sektion Wirbelsäule, weist darauf hin, dass die konservative Therapie von degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen im niedergelassenen Bereich schon heute dramatisch und chronisch unterfinanziert ist. „Eine Operation sollte immer die letzte Option sein. Gerade deswegen muss die konservative Therapie gestärkt und nicht abgeschwächt werden“.

VonRedaktion

Jeder vierte EU-Bürger betrachtet sich als gesundheitlich eingeschränkt

25,3 Prozent der Bürger in der Europäischen Union fühlen sich durch gesundheitliche Handicaps eingeschränkt. Diese Zahl veröffentlichte die Europäische Statistikbehörde Eurostat anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung. Die Erhebung beruht auf den Selbstangaben von Menschen über 16 Jahren in den 28 EU-Ländern. Gefragt wurde nach gesundheitsbedingten Einschränkungen, welche seit mindestens sechs Monaten andauern und die Betroffenen in Freizeit, Haushalt, Schule und Beruf einschränken.

 

Die Ergebnisse in den einzelnen Mitgliedsländern waren recht unterschiedlich. Während Malta mit 9,7 Prozent den geringsten Anteil hatte, war dieser in Lettland mit 38,4 Prozent am höchsten. Deutschland lag mit 21,2 Prozent leicht unter dem EU-Durchschnitt. Generell fühlten sich mehr Frauen als Männer gesundheitlich beeinträchtigt. In Portugal betrug die Differenz mehr als zehn, in Deutschland dagegen nur 1,1 Prozentpunkte. Menschen mit höheren Einkommen waren seltener betroffen als Personen, die finanziell schlecht gestellt sind.

VonRedaktion

Tipps für einen erfolgreichen Rauchstopp von der BZgA

Passend zum Jahreswechsel weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihre Angebote zur Unterstützung bei der Rauchentwöhnung hin, ganz nach dem Motto „2017 durchstarten – rauchfrei werden!“ Denn der Trend zum Nichtrauchen ist ungebrochen: Immer mehr Menschen wollen rauchfrei werden. Dabei unterstützt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit qualitätsgesicherten Angeboten. Im Jahr 2016 haben über 20.000 aufhörwillige Raucherinnen und Raucher das BZgA-Online-Ausstiegsprogramm auf http://www.rauchfrei-info.de genutzt. Auch telefonisch berät die BZgA zum Rauchstopp: Im Durchschnitt informierten sich monatlich 4.000 Anrufer über die kostenfreie BZgA-Hotline unter der Nummer 0800 8313131.

Für alle, die jetzt zum Jahresende planen, das neue Jahr rauchfrei zu beginnen, gibt die BZgA folgende erprobte Empfehlungen und Tipps:

Alltagscheck: Vor einer Rauchentwöhnung ist es wichtig, die eigenen Rauchmuster und -gewohnheiten im Alltag zu erkennen. Daher lohnt es sich, typische Orte, Tätigkeiten und Stimmungen häufigen Rauchens herauszufinden, um zu verstehen, inwiefern sie ein mögliches Hindernis für ein rauchfreies Leben darstellen.

Bewegung hilft: Bewegung mindert mögliche Entzugserscheinungen nach einem Rauchstopp und kurbelt den Stoffwechsel an. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist Bewegung ein Baustein, um einer unerwünschten Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp entgegen zu wirken.

Stress reduzieren: Stress zählt zu den Hauptgründen für einen Rückfall beim Rauchausstieg. Für eine gute Balance zwischen Anforderungen und Entspannungsphasen sind zum Beispiel Atem- und Entspannungstechniken hilfreich.

Bei Rauchverlangen helfen die vier „A-Tipps“: Erstens „Aufschieben“, zum Beispiel zehn Mal tief durchatmen. Zweitens „Ausweichen“, Risikosituationen aus dem Weg gehen und beispielsweise die „Raucherecke“ in der Firma meiden. Drittens „Abhauen“ und sich für einen Moment aus einer unangenehmen und mit dem Rauchen verbundenen Situation zurückziehen. Viertens „Ablenken“, etwas Schönes machen, was nicht mit dem Rauchen verknüpft ist.

Unterstützung zum Rauchstopp bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf

www.rauchfrei-info.de

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Kälte lässt den Blutdruck ansteigen

Hohe Werte im Winter sollten beachtet und behandelt werden

Wenn in den Wintermonaten die Temperaturen sinken, steigt zugleich unser Blutdruck an. Wie aus einer Mitteilung des Berufsverbandes Deutscher Internisten hervorgeht, liegen die Blutdruckwerte in der kalten Jahreszeit in der Regel höher als im Sommer. Dies gelte sowohl für jüngere als auch ältere Menschen und sowohl für Gesunde als auch Patienten mit Bluthochdruck. Eine Studie französischer Wissenschaftler kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass vor allem ältere Menschen betroffen seien. Demnach steigt der obere Wert bei über 80-Jährigen durchschnittlich um 5,1 mmHg an, wenn die Temperaturen um 15 Grad sinken. Wird es dann wieder wärmer, kommt es dagegen zu einer deutlichen Blutdrucksenkung.

Durch diese Ergebnisse sehen sich Mediziner darin bestätigt, Patienten mit Bluthochdruck im Winter besonders sorgfältige Messungen zu empfehlen. Bei Bedarf sollten sie – in Absprache mit ihrem Arzt – die blutdrucksenkende Medikation entsprechend anpassen. Zur Unterstützung sei es hilfreich, auf einen ausreichenden Magnesiumspiegel zu achten.

Forscher weisen auch auf die Gefahren hin, die Hypertonie-Patienten in kalten, schlecht geheizten Räumen drohen. So sei der morgendliche Anstieg des Blutdrucks bei älteren Hypertonikern wesentlich stärker als bei Gesunden. Es sei daher wichtig, auch im Winter ausreichend zu heizen.

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Fehler bei der Behandlung mit Blutgerinnungshemmern

Blutgerinnung ermöglicht dem Körper, Schäden in Gefäßen abzudichten und somit den Blutverlust zu unterbrechen. Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen kann es aber notwendig sein, die Gerinnungsneigung herabzusetzen, um beispielsweise eine Thrombose zu verhindern. Hier kommen dann Medikamente wie Warfarin zum Einsatz.

Zunächst sollte der parallele Einsatz von anderen Medikamenten unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden, da die Hemmstoffe mit vielen Arzneimitteln in Wechselwirkung stehen. Daraus folgende Risiken reichen von weniger dramatischen Blutergüssen über starke Kopfschmerzen bis hin zur Hirnblutung.

Während der Einnahme von Blutgerinnungshemmern sollte außerdem beachtet werden, dass eine Vitamin-K-reiche Ernährung die Wirkung des Hemmstoffs nahezu aufheben kann. Doch auch wenn die in vielen alltäglichen Lebensmitteln, wie Spinat, Speisequark und Tomaten, enthaltene Substanz die Wirkung herabsetzt, ist von einem gänzlichen Verzicht des Vitamins abzuraten. Wie in vielen Bereichen ist auch hier eine ausgewogene Ernährung der Schlüssel.

2008 wurden mehrere Präparate auf den Markt gebracht, die diese Nachteile vermeiden sollten. Tatsächlich wird ihre Wirkung auch durch eine Vitamin-K-reiche Ernährung nicht mehr beeinflusst.  Jedoch ist mittlerweile umstritten, ob diese Präparate tatsächlich weniger Nebenwirkungen haben und einer  geringeren Kontrolle bedürfen. Da sie häufig auch noch schwerere Blutungen als das frühere Mittel Warfarin auslösen, ist eine individuelle Therapiewahl ratsam.

Blutgerinnungshemmer werden aber, laut einer Untersuchung des IGES-Instituts, generell im Alltag zu selten  eingesetzt. Würde bei jedem Patienten, bei dem Vorhofflimmern bekannt ist, eine solche Therapie durchgeführt, könnten im Jahr knapp 10.000 Schlaganfälle vermieden werden.

Infolgedessen ist es ratsam, bei Gebrauch der besagten Arzneimittel immer einen Medikamentenschein bei sich zu führen, um im Notfall bei nachfolgenden Behandlungen die Ärzte aufzuklären und Fehler auszuschließen.

Von unserem Praktikanten Leon Ceurstemont