Monatsarchiv Oktober 2017

VonRedaktion

Hüftprothese schonend mit AMIS-Technik

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Die Motoren der Hüfte erhalten

Der Einsatz eines künstlichen Gelenks befreit Arthrosepatienten von zwei wesentlichen Einschränkungen: Schmerzen und limitierter Beweglichkeit. Durch einen speziellen Zugangsweg zum Hüftgelenk von vorn profitieren sie noch früher von einer vollen Mobilität. Im Endoprothetikzentrum der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München (LMU), Campus Großhadern (Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson), wird dies unter anderem von PD Dr. Patrick Weber und Dr. Arnd Steinbrück erfolgreich durchgeführt.

Die Abkürzung AMIS steht für „Anterior Minimal Invasiv Surgery“ und bezeichnet damit eine minimalinvasive Operationstechnik von der vorderen Körperseite aus. Zwar ist dabei auch der Hautschnitt und somit die spätere Narbe kürzer als bei anderen Zugangswegen zum Hüftgelenk, doch viel wichtiger ist die Muskelschonung im Innern. „Hierbei handelt es sich um den einzigen Zugang an der Hüfte, der nicht nur die Muskeln schont, sondern auch – im Gegensatz zu anderen Zugängen – zwischen den Nervenbahnen verläuft“, erklärt Dr. Weber. Genutzt werden dafür natürliche Muskellogen, die an dieser Stelle bestehen. So können Muskeln und Nerven vergleichbar mit einem Vorhang auseinandergehalten werden, um nach der Implantation wieder funktionsfähig zurückzugleiten. Bekannt ist diese Möglichkeit schon lange, aber erst ein speziell entwickeltes Equipment hat die Anwendung bei künstlichem Gelenkersatz an der Hüfte ermöglicht, wie Dr. Steinbrück berichtet: „Für das AMIS-Verfahren ist der spezielle OP-Tisch essenziell, da wir damit eine ganz bestimmte Beinhaltung erreichen, die uns den Zugang zum Oberschenkelknochen erlaubt.“

Schnelle Rehabilitation, verbesserte Voraussetzungen für spätere Revision

„Besonders die Gesäßmuskulatur ist wichtig für alle Hüftbewegungen. Muss dieser Muskel für die Implantation durchtrennt werden, dauert es viel länger, bis die Patienten wieder voll einsatzfähig sind“, berichtet Dr. Steinbrück. Nach der AMIS-Methode kann der Patient in der Regel bereits am ersten Tag nach der Operation aufstehen und gehen. Dr. Weber: „Dabei haben die Patienten ein deutlich besseres Gefühl für ihr neues Gelenk aufgrund der guten Kapsel- und Muskelspannung. Die Rehabilitationszeit ist kürzer als nach Traumatisierung der Muskulatur.“

Ein weiterer Vorteil durch den Zugang besteht in längerfristiger Hinsicht, bei einer möglichen Revision: „Wenn die Endoprothese später einmal aufgrund ihrer endlichen Lebensdauer ausgewechselt werden muss, steht weniger Knochen zum Verankern der Prothese zur Verfügung. Dafür findet man jedoch meist eine Lösung. Eine stark vorgeschädigte Muskulatur hingegen ist schwieriger zu bewältigen. Wurde die Muskulatur beim Ersteingriff aber völlig in Ruhe gelassen, sind die Ergebnisse der Revision mit einer kräftigeren Muskulatur viel besser. Denn diese spielt eine wesentliche Rolle für die Gelenkstabilität“, so Dr. Steinbrück. Weitere Pluspunkte sind ein geringeres Risiko für eine Luxation des Gelenks und für die Ausbildung der sogenannten heterotopen Ossifikation als Folgeerkrankung.

Die Einsatzmöglichkeiten dieses Verfahrens sind dabei nur wenig beschränkt, bei normalen anatomischen Verhältnissen ist es gut anwendbar. Auch Patienten mit Oberschenkelhalsbrüchen oder Übergewichtige können so operiert werden. Ältere Betroffene profitieren ebenso davon wie solche mit Begleiterkrankungen, da für diese Patientengruppen oft eine längere Zeit der Immobilität belastend ist. „Allein wenn eine stark veränderte Anatomie vorliegt, wie z. B. bei einer Fehlstellung oder wenn bereits in der Vergangenheit eine Osteotomie, also eine Knochenumstellung, durchgeführt wurde, ist der AMIS-Zugang nicht geeignet. Ansonsten sind unsere Erfahrungen sehr gut damit, auch hinsichtlich der Prothesenwahl gibt es kaum Einschränkungen“, so Dr. Weber.

aus ORTHOpress 3-2016

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

PD Dr. Patrick Weber,
Dr. Arnd Steinbrück
Klinik und Poliklinik für Orthopädie,
Physikalische Medizin und Rehabilitation am Klinikum der Universität München (LMU), Campus Großhadern (Direktor: Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Volkmar Jansson)
Marchioninistraße 15 81377 München
Tel.: 089 / 44 00 - 737 90
info.ortho.physmed@med-uni-muenchen.de
www.orthopaedie-grosshadern.de

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Kann Schlafapnoe die Entstehung einer Demenz begünstigen?

Schlafbezogene Atmungsstörungen könnten ein Risikofaktor für das Auftreten einer Demenz sein. „Gestützt wird diese Annahme durch Tierversuche mit Simulation einer Schlafapnoe und anschließender Untersuchung der Gehirne der Versuchstiere“, erklärt Helmut Frohnhofen, Leitender Arzt Bereich Altersmedizin, Alfried-Krupp-Krankenhaus, Essen . „Hier fanden sich bei exponierten Tieren Veränderungen, wie sie auch bei Demenzerkrankten beobachtet werden“.

Zwar konnte ein sicherer Zusammenhang zwischen beiden Krankheitsbildern noch nicht bewiesen werden, dennoch liefern neuere Daten entsprechende Anhaltspunkte. So ergibt sich aus einer retrospektiven Studie aus dem Jahre 2015, dass sich bei Menschen, die Symptome einer Schlafapnoe angaben, die Manifestation einer kognitiven Beeinträchtigung oder Demenz um etwa zehn Jahre vorverlagert. Dies traf jedoch nicht auf Schlafapnoe-Patienten zu, die mit einer PAP-Überdrucktherapie versorgt wurden.

Ein echter Beweis dafür, dass ein kausaler Zusammenhangs zwischen einer unbehandelten Schlafapnoe und der Entstehung einer Demenz besteht, kann nur durch eine Interventionsstudie erbracht werden. Aktuelle Erkenntnisse zum Thema werden auf der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Dresden ausgetauscht. Das gesamte Programm und alle wichtigen Kongressinformationen sind auf der Homepage http://www.dgsm-kongress.de ersichtlich.

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5. Wirbelsäulenschmerzkongress in München

Fachübergreifende Behandlung als zentraler Erfolgsfaktor

Am Samstag, den 26. November 2016 fand unter der Leitung von Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde in München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga e.V., der 5. Wirbelsäulenschmerzkongress statt. Rund 100 Teilnehmer diskutierten im Arabella Sheraton Hotel München über moderne Behandlungsoptionen im Bereich der Wirbelsäulenmedizin. Veranstalter waren in diesem Jahr die Wirbelsäulenliga e.V. und die Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische/unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie (IGOST). Zentrales Ergebnis des Expertenaustausches ist der zunehmende Stellenwert von interdisziplinären Therapieansätzen. „Komplexe Rückenschmerzen lassen sich selten mit vorgefertigten Maßnahmen behandeln. In diesen Fällen bedarf es maßgeschneiderter Behandlungskonzepte, die auf eine enge Verzahnung von Spezialisten setzen“, betont Dr. Schneiderhan und ergänzt: „Aus diesem Grund gewinnen interdisziplinäre Zentren, in denen zum Beispiel Orthopäden, Neurochirurgen, Neurologen, Radiologen und Schmerztherapeuten fachübergreifend zusammenarbeiten, immer mehr an Bedeutung.“ Im Hinblick auf neuartige Therapien kommt dem Recht auf Information für den Patienten immer mehr Bedeutung zu. „Nur wenn Patienten über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt sind, können sie eine selbstbestimmte und erfolgversprechende Entscheidung treffen. Dazu gehört ebenso das Recht auf eine zweite Meinung. Bei diesem Thema müssen sowohl Ärzte als auch Betroffene umdenken. Denn eine Zweitmeinung einzuholen, ist kein Misstrauensvotum, sondern die wichtige Chance, die bestmögliche Therapie zu finden“, sagt Dr. Schneiderhan.

Weitere Informationen unter www.orthopaede.com

Bild: Dr. Schneiderhan

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Kürzungen bei der Vergütung könnten die endoprothethische Versorgung verschlechtern

Der Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband Privaten Krankenversicherung (PKV) haben für das Jahr 2017 den neuen Fallpauschalenkatalog (DRG-Katalog) für Krankenhäuser vereinbart. Dass dieser zahlreiche Kürzungen vorsieht, erfüllt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE) mit Besorgnis. Sie sehen die hohen Qualitätsstandards in der orthopädischen Versorgung und die Patientensicherheit gefährdet. Grund dafür sind erneute Kürzungen bei der Leistungsvergütung der sogenannten diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG). So werden die Pauschalen für den Hüftgelenksersatz und für zahlreiche Maßnahmen bei der Wirbelsäulen-Therapie zum 1. Januar 2017 gesenkt. Prof. Dr. Reinhard Hoffmann, Generalsekretär der DGOU ist davon überzeugt, dass sich die Folgen der seit Jahren anhaltenden Abwärtsspirale in der DRG-Preispolitik ohne Qualitätseinbußen kaum noch kompensieren lassen. „Der Leidtragende ist zum Schluss der Patient. Die Menschen werden sich zukünftig wohl auf weniger hochwertige und innovative Therapie-Angebote, längere OP-Wartezeiten, noch schnellere Entlassungen aus der Klinik sowie Prothesen mit einer möglicherweise geringeren Haltedauer einstellen müssen.“

Nach dem neuen DRG-Fallpauschalen-Katalog fällt die Vergütung, die Kliniken beispielsweise für eine einfache Hüft-Total-Endoprothese erhalten, um 5,75 Prozent geringer aus als bisher. Zudem ist für 2018 eine weitere Absenkung vorgesehen. Prof. Dr. Karl-Dieter Heller, AE-Generalsekretär und Vizepräsident des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), verdeutlicht die Folgen der Sparmaßnahmen am Beispiel der Implantate-Auswahl für den künstlichen Hüftgelenksersatz: „Schon jetzt ist die Implantation einer hochwertigen Kurzschaftprothese mit einer Keramik-Keramik-Gleitpaarung nicht mehr kostendeckend möglich. Mit der zukünftigen Kürzung sind insbesondere spezialisierte Kliniken gezwungen, preiswertere Implantate auszuwählen. Mit einer geringeren Qualität der Implantate sinkt allerdings auch deren Verweildauer im Körper. In letzter Konsequenz könnte das in 10 Jahren eine deutlich erhöhte Rate an Revisions-Operationen zur Folge haben.“

Darüber hinaus werden auch die Möglichkeiten der konservativen stationären Behandlung erschwert. Denn Kliniken, die mehr Patienten als der Bundesdurchschnitt konservativ therapieren, sollen weniger Behandlungskosten erstattet bekommen. Prof. Dr. Frank Kandziora, Leiter der DGOU-Sektion Wirbelsäule, weist darauf hin, dass die konservative Therapie von degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen im niedergelassenen Bereich schon heute dramatisch und chronisch unterfinanziert ist. „Eine Operation sollte immer die letzte Option sein. Gerade deswegen muss die konservative Therapie gestärkt und nicht abgeschwächt werden“.

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Jeder vierte EU-Bürger betrachtet sich als gesundheitlich eingeschränkt

25,3 Prozent der Bürger in der Europäischen Union fühlen sich durch gesundheitliche Handicaps eingeschränkt. Diese Zahl veröffentlichte die Europäische Statistikbehörde Eurostat anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung. Die Erhebung beruht auf den Selbstangaben von Menschen über 16 Jahren in den 28 EU-Ländern. Gefragt wurde nach gesundheitsbedingten Einschränkungen, welche seit mindestens sechs Monaten andauern und die Betroffenen in Freizeit, Haushalt, Schule und Beruf einschränken.

 

Die Ergebnisse in den einzelnen Mitgliedsländern waren recht unterschiedlich. Während Malta mit 9,7 Prozent den geringsten Anteil hatte, war dieser in Lettland mit 38,4 Prozent am höchsten. Deutschland lag mit 21,2 Prozent leicht unter dem EU-Durchschnitt. Generell fühlten sich mehr Frauen als Männer gesundheitlich beeinträchtigt. In Portugal betrug die Differenz mehr als zehn, in Deutschland dagegen nur 1,1 Prozentpunkte. Menschen mit höheren Einkommen waren seltener betroffen als Personen, die finanziell schlecht gestellt sind.

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Tipps für einen erfolgreichen Rauchstopp von der BZgA

Passend zum Jahreswechsel weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihre Angebote zur Unterstützung bei der Rauchentwöhnung hin, ganz nach dem Motto „2017 durchstarten – rauchfrei werden!“ Denn der Trend zum Nichtrauchen ist ungebrochen: Immer mehr Menschen wollen rauchfrei werden. Dabei unterstützt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit qualitätsgesicherten Angeboten. Im Jahr 2016 haben über 20.000 aufhörwillige Raucherinnen und Raucher das BZgA-Online-Ausstiegsprogramm auf http://www.rauchfrei-info.de genutzt. Auch telefonisch berät die BZgA zum Rauchstopp: Im Durchschnitt informierten sich monatlich 4.000 Anrufer über die kostenfreie BZgA-Hotline unter der Nummer 0800 8313131.

Für alle, die jetzt zum Jahresende planen, das neue Jahr rauchfrei zu beginnen, gibt die BZgA folgende erprobte Empfehlungen und Tipps:

Alltagscheck: Vor einer Rauchentwöhnung ist es wichtig, die eigenen Rauchmuster und -gewohnheiten im Alltag zu erkennen. Daher lohnt es sich, typische Orte, Tätigkeiten und Stimmungen häufigen Rauchens herauszufinden, um zu verstehen, inwiefern sie ein mögliches Hindernis für ein rauchfreies Leben darstellen.

Bewegung hilft: Bewegung mindert mögliche Entzugserscheinungen nach einem Rauchstopp und kurbelt den Stoffwechsel an. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist Bewegung ein Baustein, um einer unerwünschten Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp entgegen zu wirken.

Stress reduzieren: Stress zählt zu den Hauptgründen für einen Rückfall beim Rauchausstieg. Für eine gute Balance zwischen Anforderungen und Entspannungsphasen sind zum Beispiel Atem- und Entspannungstechniken hilfreich.

Bei Rauchverlangen helfen die vier „A-Tipps“: Erstens „Aufschieben“, zum Beispiel zehn Mal tief durchatmen. Zweitens „Ausweichen“, Risikosituationen aus dem Weg gehen und beispielsweise die „Raucherecke“ in der Firma meiden. Drittens „Abhauen“ und sich für einen Moment aus einer unangenehmen und mit dem Rauchen verbundenen Situation zurückziehen. Viertens „Ablenken“, etwas Schönes machen, was nicht mit dem Rauchen verknüpft ist.

Unterstützung zum Rauchstopp bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf

www.rauchfrei-info.de

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Kälte lässt den Blutdruck ansteigen

Hohe Werte im Winter sollten beachtet und behandelt werden

Wenn in den Wintermonaten die Temperaturen sinken, steigt zugleich unser Blutdruck an. Wie aus einer Mitteilung des Berufsverbandes Deutscher Internisten hervorgeht, liegen die Blutdruckwerte in der kalten Jahreszeit in der Regel höher als im Sommer. Dies gelte sowohl für jüngere als auch ältere Menschen und sowohl für Gesunde als auch Patienten mit Bluthochdruck. Eine Studie französischer Wissenschaftler kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass vor allem ältere Menschen betroffen seien. Demnach steigt der obere Wert bei über 80-Jährigen durchschnittlich um 5,1 mmHg an, wenn die Temperaturen um 15 Grad sinken. Wird es dann wieder wärmer, kommt es dagegen zu einer deutlichen Blutdrucksenkung.

Durch diese Ergebnisse sehen sich Mediziner darin bestätigt, Patienten mit Bluthochdruck im Winter besonders sorgfältige Messungen zu empfehlen. Bei Bedarf sollten sie – in Absprache mit ihrem Arzt – die blutdrucksenkende Medikation entsprechend anpassen. Zur Unterstützung sei es hilfreich, auf einen ausreichenden Magnesiumspiegel zu achten.

Forscher weisen auch auf die Gefahren hin, die Hypertonie-Patienten in kalten, schlecht geheizten Räumen drohen. So sei der morgendliche Anstieg des Blutdrucks bei älteren Hypertonikern wesentlich stärker als bei Gesunden. Es sei daher wichtig, auch im Winter ausreichend zu heizen.

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Fehler bei der Behandlung mit Blutgerinnungshemmern

Blutgerinnung ermöglicht dem Körper, Schäden in Gefäßen abzudichten und somit den Blutverlust zu unterbrechen. Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen kann es aber notwendig sein, die Gerinnungsneigung herabzusetzen, um beispielsweise eine Thrombose zu verhindern. Hier kommen dann Medikamente wie Warfarin zum Einsatz.

Zunächst sollte der parallele Einsatz von anderen Medikamenten unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden, da die Hemmstoffe mit vielen Arzneimitteln in Wechselwirkung stehen. Daraus folgende Risiken reichen von weniger dramatischen Blutergüssen über starke Kopfschmerzen bis hin zur Hirnblutung.

Während der Einnahme von Blutgerinnungshemmern sollte außerdem beachtet werden, dass eine Vitamin-K-reiche Ernährung die Wirkung des Hemmstoffs nahezu aufheben kann. Doch auch wenn die in vielen alltäglichen Lebensmitteln, wie Spinat, Speisequark und Tomaten, enthaltene Substanz die Wirkung herabsetzt, ist von einem gänzlichen Verzicht des Vitamins abzuraten. Wie in vielen Bereichen ist auch hier eine ausgewogene Ernährung der Schlüssel.

2008 wurden mehrere Präparate auf den Markt gebracht, die diese Nachteile vermeiden sollten. Tatsächlich wird ihre Wirkung auch durch eine Vitamin-K-reiche Ernährung nicht mehr beeinflusst.  Jedoch ist mittlerweile umstritten, ob diese Präparate tatsächlich weniger Nebenwirkungen haben und einer  geringeren Kontrolle bedürfen. Da sie häufig auch noch schwerere Blutungen als das frühere Mittel Warfarin auslösen, ist eine individuelle Therapiewahl ratsam.

Blutgerinnungshemmer werden aber, laut einer Untersuchung des IGES-Instituts, generell im Alltag zu selten  eingesetzt. Würde bei jedem Patienten, bei dem Vorhofflimmern bekannt ist, eine solche Therapie durchgeführt, könnten im Jahr knapp 10.000 Schlaganfälle vermieden werden.

Infolgedessen ist es ratsam, bei Gebrauch der besagten Arzneimittel immer einen Medikamentenschein bei sich zu führen, um im Notfall bei nachfolgenden Behandlungen die Ärzte aufzuklären und Fehler auszuschließen.

Von unserem Praktikanten Leon Ceurstemont

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Erleichterung bei Handgelenkschmerzen

Bei Dauerbelastungen des Handgelenks durch lange Sitzungen am Computer lassen die Schmerzen meist nicht lange auf sich warten. Das musste auch Susanne Zaouali Dridi erfahren,  die nach wenigen Wochen Computerarbeit von jeglicher Beanspruchung des Handgelenks ablassen musste.

Die natürliche Reaktion auf derartige Schmerzen ist es, das Leiden schnellstmöglich beenden zu wollen, indem man beispielsweise die Apotheke aufsucht. Mit einer schmerzlindernden Creme geben sich die meisten Betroffenen zufrieden und sind in der Lage, ihre Arbeit vorerst wieder fortzusetzen. Was sie dabei aber nicht bedenken ist, dass es viel effektiver wäre, der Ursache auf den Grund zu gehen. Handgelenkschmerzen durch Arbeit am Computer werden in erster Linie durch eine unnatürliche Haltung der Hand an der PC-Maus verursacht. Wenn sich der Betroffene nun wieder an die Arbeit begibt, verschlimmert er nur das Problem, spürt es aber aufgrund der Schmerzmittel nicht.

Hier kommt das eigens entwickelte Handgelenkstütz-Armband von Frau Dridi ins Spiel, welches die unnatürliche Haltung der Hand aufhebt und dem persönlichen Tragekomfort angepasst werden kann. Dies ist durch beliebig viel entnehmbare Füllwatte gewährleistet, wobei zu beachten ist, dass Handrücken und Gelenk auf einer Höhe liegen. Durch diese Option des Verstellens unterscheidet sich das Armband von gewöhnlichen Mousepads mit Stützauflage und verhindert aufsteigende Schmerzen im Schultergelenk.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

 

Susanne Zaouali Dridi

Robbenplate 30

D – 28259 Bremen

Tel. 0421/8983292

sdridi@t-online.de

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Die Nutzen-Risiko-Rechnung

Vor- und Nachteile einer Magen-OP bei übergewichtigen Patienten

Mit der STAMPEDE-Studie sind jetzt erstmals Langzeitstudienergebnisse zum Erfolg einer Magen-OP bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern erschienen. Demnach erreichte jeder vierte Proband nach dem Eingriff normale Blutzuckerwerte. Auch fünf Jahre nach der OP kamen die meisten Patienten ohne Diabetes-Medikamente aus. Das berichtet das Deutsche Ärzteblatt.

Die Studie, die im New England Journal of Medicine (2017; 376:641-651)  veröffentlicht wurde, begleitete von 2007 bis 2011 134 Patienten mit Übergewicht oder Adipositas (BMI zwischen 27 und 43kg/m2) und Typ-2-Diabetes. Bei 49 Patienten wurde ein sogenannter Magen-Bypass gelegt, bei 47 Patienten verkleinerten die Ärzte den Magen und 38 Patienten erhielten lediglich eine medikamentöse Therapie. Bei den operierten Patienten sank bereits einige Wochen nach dem Eingriff der HbA1c-Wert deutlich. Nach fünf Jahren erreichten 14 der 49 (29 %) Bypass-Patienten und 11 der 47 (23%) Patienten, bei denen der Magen verkleinert wurde, einen HbA1c-Wert von unter sechs Prozent. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt bei Diabetes-Typ-2-Patienten einen Zielwert von 6,5 und 7,5 %. Einen solchen Wert erreichten unter alleiniger medikamentöser Therapie lediglich zwei der 38 Patienten (5%).

Allerdings müssen die Patienten nach einer Magenverkleinerung oder einem Magenbypass ihre Ernährung dauerhaft umstellen und lebenslang bestimmte Vitamine und Nährstoffe von außen zuführen. Halten sich die Patienten nicht an die Vorgaben, drohen Komplikationen wie Mangelerscheinungen und Folgeoperationen. Zwei Studien aus Schweden und den USA über übergewichtige Jugendliche, bei denen ein Magenbypass gelegt wurde, bestätigen, dass die Patienten nach dem Eingriff lebenslang betreut werden müssen. Die 74 adipösen jugendlichen Probanden (13-21 Jahre) in den USA hatten alle zwischen 2001 und 2007 einen Roux-en-Y-Magenbypass erhalten. Thomas Inge und Mitarbeiter konnten 58 der Patienten im Mittel 8 Jahre nach der Operation nach­untersuchen. Sieben der zuvor acht an Diabetes-Typ-2 erkrankten Jugendlichen hatten bei der Nachuntersuchung wieder einen normalen Blutzuckerspiegel. Im Schnitt hatten die Teilnehmer 50 Kg abgenommen, bestehende Stoffwechselstörungen hatten sich gebessert.

Allerdings mussten die Ärzte bei 12 Patienten die Gallenblase entfernen, bei drei Patienten kam es nach dem Eingriff zu einer gastrointestinalen Perforation. Über 80 Prozent der jugendlichen Probanden entwickelten eine Eisenmangelanämie und bei 45 Prozent kam es infolge eines Vitamin-D-Mangels zu einem zu einem Hyperparathyreoidismus. Auch die schwedische Studie mit 81 übergewichtigen Jugendlichen kann zu ähnlichen Ergebnissen: Zwar verbesserten sich auch hier etwaige Stoffwechselstörungen – aufgrund von Komplikationen kam es jedoch zu 21 Nachoperationen und deutlichen Vitamin-Mangelerscheinungen.